Löhrstraße 101
56068 Koblenz
Deutschland
Rechtstipp
Herr
Ralf G.
Sonnhoff
Rechtsanwalt
Anschrift
Ausgleichsleistungen auch bei seltenen oder sicherheitsrelevanten Flugzeugdefekten
Schlagwörter: Ausgleichsleistungen, Verordnung (EG) Nummer 261/2004, Flugannullierung, Flugverspätung außergewöhnliche Umstände, Fluggesellschaften, Airlines,
Rubrik: Reise & Freizeit
Erstellungsdatum: 09.09.2010
Kurzbeschreibung:
Beitrag:
Fluggesellschaften müssen ihren Kunden bei großen Verspätungen und Flugannullierungen Ausgleichsleistungen als pauschalierten Schadenersatz leisten.
Dies gilt nicht, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen.
Nachdem der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof entschieden haben, dass technische Defekte grundsätzlich nicht als solche anzusehen sind, versuchen die Airlines in zunehmendem Maße, geltend zu machen, dass solche technischen Defekte als außergewöhnliche Umstände angesehen werden müssen, die äußerst selten aufgetreten und sicherheitsrelevant sind.
Dem sind nunmehr das Landgericht Darmstadt in einem Urteil vom 16.6.2010 (7 S 200/08) sowie das Amtsgericht Rüsselsheim in einem Urteil vom 19.7.2010 (3 C 257/10 (35)) entgegen-getreten.
Insoweit haben die Instanzgerichte die Erwägungen der obersten Gerichte hinsichtlich einer Risikobestimmung nach Einflusssphären aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass technische Defekte jedweder Art in den Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft fallen, da es keine wartungsfreien Teile gibt. Dies gilt selbst bei äußerst seltenen oder sicherheitsrelevanten Defekten. Alles was mit der normalen Ausübung der Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens zusammen hängt,ist der Risikosphäre der Airlines zuzurechnen und soll bei Verursachung einer Flugannullierung oder einer großen Verspätung nach Sinn und Zweck der insoweit einschlägigen Verordnung (EG) Nummer 261/2004 dazu führen, dass die Verbraucher den pauschalierten Schadenersatz in Form der Ausgleichszahlungen erhalten.
Dies gilt nicht, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen.
Nachdem der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof entschieden haben, dass technische Defekte grundsätzlich nicht als solche anzusehen sind, versuchen die Airlines in zunehmendem Maße, geltend zu machen, dass solche technischen Defekte als außergewöhnliche Umstände angesehen werden müssen, die äußerst selten aufgetreten und sicherheitsrelevant sind.
Dem sind nunmehr das Landgericht Darmstadt in einem Urteil vom 16.6.2010 (7 S 200/08) sowie das Amtsgericht Rüsselsheim in einem Urteil vom 19.7.2010 (3 C 257/10 (35)) entgegen-getreten.
Insoweit haben die Instanzgerichte die Erwägungen der obersten Gerichte hinsichtlich einer Risikobestimmung nach Einflusssphären aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass technische Defekte jedweder Art in den Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft fallen, da es keine wartungsfreien Teile gibt. Dies gilt selbst bei äußerst seltenen oder sicherheitsrelevanten Defekten. Alles was mit der normalen Ausübung der Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens zusammen hängt,ist der Risikosphäre der Airlines zuzurechnen und soll bei Verursachung einer Flugannullierung oder einer großen Verspätung nach Sinn und Zweck der insoweit einschlägigen Verordnung (EG) Nummer 261/2004 dazu führen, dass die Verbraucher den pauschalierten Schadenersatz in Form der Ausgleichszahlungen erhalten.
Disclaimer: Der Anwalt-Suchservice übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Wahrheitsgehalt, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der eingestellten Fachartikel. Allein verantwortlich für deren Inhalt ist die Autorin/der Autor.
Bitte beachten Sie, dass der Fachartikel den rechtlichen Stand der Dinge zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung darstellt. Dieser Fachartikel ist urheberrechtlich geschützt. Eine Vervielfältigung oder Verwendung des Textes oder einer Grafik in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.
Top Beiträge in dieser Rubrik:
nach oben rollen

-
Reiserecht: "Schmerzensgeld" bei verspäteter Gepäckauslieferung
(2709 mal gelesen)
(verfasst am: 04.10.2007 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserücktrittsversicherung: Krankheitskomplikationen als unerwartet schwere Erkrankung
(2095 mal gelesen)
(verfasst am: 18.01.2010 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Ausgleichsleistungen auch bei seltenen oder sicherheitsrelevanten Flugzeugdefekten
(2022 mal gelesen)
(verfasst am: 09.09.2010 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht, Mängelrüge, Zeitpunkt und Verspätung:
(1833 mal gelesen)
(verfasst am: 05.03.2008 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht: Kooperation im Luftverkehr ("Code-Sharing") und Ausgleichsansprüche des Fluggastes bei Annullierung
(1756 mal gelesen)
(verfasst am: 28.04.2010 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht: Allgemeine Reisebedingungen und Reisevertrag
(1685 mal gelesen)
(verfasst am: 26.05.2009 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht: Die Anmeldung des Schadenersatzanspruches wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit für mitreisende Partner
(1622 mal gelesen)
(verfasst am: 08.03.2010 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht: Baulärm als Reisemangel
(1583 mal gelesen)
(verfasst am: 12.12.2008 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Reiserecht: Umweltbedingungen und Reisemangel
(1450 mal gelesen)
(verfasst am: 10.12.2008 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Irreführende Preiswerbung: Wettbewerbszentrale erfolgreich gegen Germanwings
(1289 mal gelesen)
(verfasst am: 17.02.2011 Autor: Lars Jaeschke)
-
Reiserecht: Wassermangel und Bautätigkeit
(1069 mal gelesen)
(verfasst am: 04.11.2009 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
-
Rechtsprechung Pferdepapiere
(662 mal gelesen)
(verfasst am: 23.11.2011 Autor: Annette Brenken)
-
Unglück des Schiffes "Costa Concordia" der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere und die Rechte deutscher Betroffener
(373 mal gelesen)
(verfasst am: 16.01.2012 Autor: Ralf G. Sonnhoff)
nach unten rollen



