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Herr Steffen M. Kling
Fachanwalt für Strafrecht
Rechtsanwalt
Attorney at Law
Avocat
Rechtskundiger für U.S.-amerikanisches Recht (Deutschland)

Anschrift
H1, 4
68159 Mannheim
Deutschland



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Der Deal im Strafprozeßrecht


Rubrik: Strafrecht & Ordnungswidrigkeiten

Erstellungsdatum: 25.03.2010

Kurzbeschreibung:
Warum der Hauptbeteiligte - SIE !!! - oft auf der Strecke bleibt ...

Beitrag:

Der Deal im Strafprozeß - moderne Strafverteidigung ?

Seit dem 04. August 2009 ist der strafrechtliche Deal in der Strafprozeßverordnung verankert ( nachlesen ? Folgen Sie diesem Link und wählen Sie die Paragraphen 257b und 257c ).

Der Deal ermöglicht es den Verfahrensbeteiligten, also Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung, eine Verständigung bereits im Vorfeld des Verfahrens zu treffen, zum Beispiel das Inaussichtstellen einer Strafe, deren Höhe nicht überschritten wird und die zur Bewährung ausgesetzt werden kann für den Fall, daß Sie sich als geständig erweisen.

Sichere Sache meinen Sie ? Und wenn Sie nun unschuldig sind ?

Können Sie sich noch an die berühmten Gerichtsfilme mit den großen Straverteidigern erinnern, zB Sir Winfrid Robarts ( Charles Laughton ) in Zeugin der Anklage oder Atticus Finch ( Gregory Peck ) - Wer die Nachtigall stört ?

Heroen der Sprache, wortgewandte Redner und Akteure zugleich, unnachgiebige Überzeugungskraft gegenüber dem Gericht und Brilliante Schlußfolgerungen ...

ALLES VORBEI ?!

Tatsächlich ist mit dem nun gesetzlich verankerten Deal eine neue Zeit angebrochen, die auch neues Denken bei den Strafverteidigern erfordert.

In Schulungen lernen wir Verteidiger, wie der absolute Deal getroffen werden kann - zur Entlastung des Gerichtes ( kein mühsames Durchkauen unzähliger Zeugen ), der Staatsanwaltschaft ( nie mehr Aktenschleppen ) und des Verteidigers ( schnelle Verhandlung, mehr Zeit für den nächsten Mandanten ) - jeder hat Vorteile ...

UND SIE ?

Sicherlich bietet der Deal auch große Chancen, kann ein wahrer Segen sein und ein vertretbares Strafmaß aushandeln lassen.

Dies macht vor allen Dingen dann Sinn, wenn der Mandant entweder zu der Straftat steht oder aber zwar die Straftat begangen hat, sich aber aus Angst vor der Strafe oder eigenem Ansehen nicht dazu bekennen will; in diesem Falle könnte hier ein vorher abgestimmtes Höchststrafmaß zwischen den Beteiligten den einen oder anderen Angeklagten dazu bewegen, sich doch noch zu der tatsächlich begangenen Tat zu bekennen ...

Nun gibt es aber Fälle, in denen der mandant die Tatbegehung bestreitet, weil er es de facto nicht war oder das Beweismaterial so dünn ist, daß eine Verurteilung nicht zwingend erfolgen muß ( wußten Sie übrigens, daß Ihr Verteidiger auch dann auf Freispruch plädieren muß, wenn er weiß, daß Sie es waren aber die tat nicht nachgewiesen werden kann ? )

In diesen Fällen MUß das primäre Ziel Ihres verteidigers sein, Ihre Interessen zu wahren und nicht die Erwartungshaltung von Gericht und Staatsanwaltschaft zu erfüllen ...

Hier helfen dem Verteidger dann keine Schulungen über den absoluten Deal, dann geht es ans Eingemachte !

Und jetzt kommt der MODERNE STRAFVERTEIDIGER in das Spiel, der in Personalunion die historisch - traditionellen Grundprinzipien der Strafverteidigung wie auch die neuen Erkenntnisse über Psychologie, Kommunikation und Darstellung beherrschen muß.

Zu den ALTEN GRUNDPRINZIPIEN gehört sichere Rhetorik, angwandte Praxis der effektiven Zeugenbefragung und vor allen Dingen auch überlegenes Fach- und Sachwissen, um die Machtposition des Gerichtes kompensieren zu können.

Dazu kommen jetzt aber auch die NEUEN ERKENNTNISSE DES MODERNEN STRAFVERTEIDIGERS, insbesondere Grundkenntnisse der Kommunikationspsychologie, Aussagenanalyse, Zusammenhänge Strafrecht & Wissenschaft ( und genau diese Kurse habe ich alle besucht ), und vieles mehr.

Hier kommt nun nochmals der Deal ins Gespräch, aber in alternativer Art und Weise ...

Deal bedeutet nämlich in der Verquickung von traditioneller und moderner Verteidigung nicht immer günstiges Urteil für Geständnis, auch im Falle eines bestreitenden Mandanten kann mit dem Gericht eine Verfahrensabsprache, also ein Deal, und damit ein günstigeres Ergebnis getroffen werden.

Möglichkeiten gibt es viele, zB Einverständnis zum Verlesen unerheblicher Zeugenaussagen und damit Verzicht auf entbehrliche Zeugen, Absehen von umfangreichen Beweisanträgen gegen Zusage von Wahrunterstellung durch das gericht, Zustimmung zum Selbstleseverfahren der Schöffenrichter bei umfangreichen Verfahrensunterlagen ( zB Telephonüberwachungsprotokollen ).

Wenn also der Deal sorgsam gehandhabt wird, kann der eigentliche Wille des Gesetzgebers realisiert werden, ohne daß der Hauptbeteiligte auf der Strecke bleibt !

NÄMLICH SIE - und wenn Sie Fragen haben kommen Sie auf die Homepage von der Fachanwaltskanzlei für Strafrecht Kling - www.steffenkling.de



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