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Der Erbfall tritt ein, wenn jemand etwas erbt – und damit im Moment des Todes einer anderen Person. Wer zum Erben wird, hat zwar meist andere Sorgen, muss sich aber trotzdem um allerlei Formalien kümmern: Gibt es ein Testament – oder gar zwei? Was muss damit geschehen? Hat jemand Kontovollmacht? Und was darf der Testamentsvollstrecker?

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Der Erbfall

Ein Angehöriger ist gestorben. Damit ist ein Erbfall eingetreten. Sind Sie gesetzlicher oder testamentarischer Erbe? Dann haben Sie verschiedene Regeln zu beachten, die das deutsche Erbrecht für diesen Fall aufstellt.

Das Testament

Gibt es ein Testament? Wer es nach einem Erbfall findet, ist verpflichtet, es ohne Verzögerung beim Nachlassgericht abzuliefern. Dieses wird dann eine Testamentseröffnung ansetzen, zu der alle möglichen Beteiligten geladen werden. Gibt es mehrere Testamente? Alles muss zum Nachlassgericht - und dieses entscheidet dann, welches Testamant das gültige bzw. das zeitlich letzte ist. Bei der Wirksamkeit eines Testaments kommt es auch darauf an, dass der Erblasser einige Formalien beachtet hat.

Die Erbausschlagung

Auch Schulden kann man erben. Diese heißen hier Nachlassverbindlichkeiten - und reichen von Altschulden des Erblassers aus Krediten oder Verträgen bis hin zu den Bestattungskosten. Ist absehbar, dass die Verbindlichkeiten insgesamt den Wert des Nachlasses bzw. der Erbschaft übersteigen, können Sie die Erbschaft auch ausschlagen. Dazu haben Sie sechs Wochen Zeit - ab Kenntniserhalt vom Erbfall, in der Regel also vom Tod des Betreffenden an gerechnet. Haben Sie Zweifel daran, ob die Erbausschlagung sinnvoll ist? Hier kann Ihnen ein im Erbrecht erfahrener Rechtsanwalt helfen.

Vollmachten

Hat der Erblasser einem Angehörigen Kontovollmacht über den Tod hinaus erteilt, erleichtert das vieles. Denn die Vollmacht ermöglicht einen Kontozugriff auch ohne Erbschein und andere Formalien. Dies kann z.B. nötig werden, um dringende Rechnungen zu bezahlen, die für den Erblasser noch angefallen sind. Gibt es mehrere Erben, sollten Abhebungen allerdings mit Einverständnis der anderen erfolgen - damit es später keinen Streit gibt.

Erbengemeinschaft

Gibt es mehrere Erben? Dann entsteht in der Regel mit dem Erbfall eine Erbengemeinschaft. Gehört zum Nachlass ein Betrieb oder eine Immobilie, zum Beispiel ein vermietetes Haus, muss dieses Erbe auch gemeinsam verwaltet werden. Erbengemeinschaften beschäftigen häufig die Gerichte. Bei aufwändigen Verwaltungsaufgaben gemeinsamen Vermögens kann sich wiederum anwaltlicher Rat auszahlen.

Testamentsvollstrecker

Hat der Erblasser jemanden per Testament zum Testamentsvollstrecker bestellt, ist der Betreffende nun dafür zuständig, für die Umsetzung des "letzten Willens" zu sorgen. Der Testamentsvollstrecker kann erst tätig werden, wenn er vom Nachlassgericht auf Grundlage des Testaments ernannt wurde. Er erhält auf Antrag eine schriftliche Legitimation, das sogenannte Testamentsvollstreckerzeugnis, um sich auszuweisen. Er hat sich um die Formalien zu kümmern, z.B. darum, dass eine Lebensversicherung ausgezahlt wird und den jeweiligen Begünstigen zugute kommt - und dass die testamentarischen Bestimmungen beachtet werden. Dies kann auch eine "Enterbung" betreffen. Er muss ggf. den Nachlass bis zur Verteilung an die Erben verwalten. Der Testamentsvollstrecker kann eine angemessene Vergütung für seine Tätigkeit fordern, sofern dies nicht testamentarisch ausgeschlossen ist. Per Testament kann auch die Höhe der Vergütung vorgeschrieben werden, ansonsten gibt es dafür übliche Beträge und Tabellen. Ein Erbfall bedeutet für die Angehörigen meist den Zwang, sich trotz des Trauerfalls mit rechtlichen und formalen Gegebenheiten zu beschäftigen. Treten Unstimmigkeiten auf - etwa in einer Erbengemeinschaft - kann eine rechtzeitige Beratung bei einem im Erbrecht erfahrenen Rechtsanwalt helfen, viele Probleme auch einvernehmlich zu lösen, bevor sie "ausufern".
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