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Schiffsfonds sind eine Form der Investmentfonds. Grundsätzlich bekommt eine Anlagegesellschaft Geld von Anlegern und baut oder kauft dafür Schiffe – in der Regel Fracht- oder Containerschiffe. Schiffsfonds werden meist als geschlossene Fonds konzipiert.

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Was ist ein Schiffsfonds?

Schiffsfonds sind eine Form der Investmentfonds. Grundsätzlich bekommt eine Anlagegesellschaft Geld von Anlegern und baut oder kauft dafür Schiffe – in der Regel Fracht- oder Containerschiffe. Schiffsfonds werden meist als geschlossene Fonds konzipiert. Die Geldanleger haben dabei nicht nur einen Anteil an einem Fondsvermögen, sondern sind Gesellschafter eines Unternehmens.

Weitere Merkmale von Schiffsfonds:

- Langfristige Investition: Investitionsdauer liegt meist bei 10 bis 25 Jahren.
- Eingeschränkte Flexibilität: Ausstieg in der Regel nur nach festem Zeitraum möglich.
- Unternehmerrisiko: Totalverlust der Investition ebenso möglich wie Rückforderung von Ausschüttungen.
- Keine garantierte Verzinsung.
- Maßgeblich ist ein vom Anleger zu unterschreibender Gesellschaftsvertrag.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Investmentfonds zeichnen sich dadurch aus, dass die Anleger Gesellschafter eines Unternehmens werden. Dies ist bei Schiffsfonds die Gesellschaft, der das Schiff gehört. Meist wird als Gesellschaftsform die GmbH & Co KG verwendet. Der Investor wird Kommanditist. Einer hoher Anteil der auf den Weltmeeren fahrenden Frachtschiffe gehört Schiffsfonds. Bei geschlossenen Fonds ist kein jederzeitiger Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen möglich: Der Kauf kann nur in einer festen Zeitphase stattfinden, die beendet ist, sobald genug Kapital vorhanden ist. Der Verkauf ist erst nach Ablauf einer vertraglich festgelegten Zeitspanne möglich.

Rechtslage

Erhebliche Änderungen der Investitionslandschaft verursachte das überwiegend am 22.07.2013 in Kraft getretene Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) . Nach einem Auslegungsschreiben der Aufsichtsbehörde BAFin vom 24. Juni 2013 ist das KAGB jedoch nur auf Investmentvermögen anwendbar, die kein unternehmerisches, operatives Geschäft betreiben. Bei Schiffsfonds hängt es also von der genauen Konstruktion ab, ob diese den Anlegerschutz-Regelungen des KAGB unterliegen. Schiffsfonds, bei denen das praktische Geschäft von einer Vertragsreederei durchgeführt wird, dürften nach letztem Wissensstand dem KAGB unterliegen.

Steuerliches

Schiffsfonds profitierten bis 2005 von erheblichen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Diese wurden durch Gesetzesreformen jedoch stark veringert.

Entwicklungen

In den letzten Jahren sind Schiffsfonds als Geldanlage unattraktiver geworden. Ihre Rentabilität reduzierte sich durch Überkapazitäten an Frachtschiffen und durch sinkende Fracht- und Charterraten. Es kam zu vielen Insolvenzen. Allein im Januar 2014 gingen 20 Schiffsfonds in die Insolvenz.

Ausschüttungen

In verschiedenen Gerichtsverfahren wird um die Frage gestritten, ob Schiffsfonds bereits getätigte Ausschüttungen von Liquiditätsüberschüssen später im Krisenfall einfach wieder zurückverlangen können. Die Rechtsprechung dazu ist nicht einheitlich. Das Amtsgericht Hamburg (Az. 8b C 155-13) hat z.B. eine Vertragsregelung für unwirksam erklärt, nach der Ausschüttungen als Darlehen zu betrachten waren und daher von der Gesellschaft bei Bedarf zurückgefordert werden konnten. Auch wenn derartige Rückforderungen rechtlich unzulässig sein sollten, müssen sich Anleger darüber im Klaren sein, dass die Ausschüttungen nach Insolvenzeintritt vom Insolvenzverwalter zurückgefordert werden können.

Beratungspflichten

Anleger haben bei finanziellen Schäden die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche gegen denjenigen geltend zu machen, der ihnen den Schiffsfonds verkauft hat – denn auch Anlageberater und Geldinstitute haben bestimmte Beratungspflichten und müssen über Risiken aufklären.

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