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Der Totschlag ist eine Straftat nach dem deutschen Strafrecht. Er liegt vor, wenn jemand einen anderen Menschen vorsätzlich tötet, ohne dass die besonderen Merkmale eines Mordes erfüllt sind.

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Was versteht man unter einem Totschlag?

Nach § 212 des Strafgesetzbuchs gilt als Totschlag das Töten eines Menschen, welches kein Mord ist. Die Strafandrohung für den Totschlag liegt bei einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren. In besonders schweren Fällen kann eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.

Unterschied zum Mord

Unter einem Mord versteht man nach § 211 Strafgesetzbuch die Tötung eines anderen Menschen, wenn eines der sogenannten Mordmerkmale erfüllt ist. Diese kann man in drei Gruppen einteilen. Die erste beschreibt besonders verwerfliche Motive des Täters: Ein Mensch wird getötet aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen. Die zweite Gruppe betrifft besonders schlimme Arten der Tatbegehung: Die Tötung erfolgt heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln. Drittens macht auch die Verdeckungsabsicht einen Totschlag zum Mord, wenn also ein Mensch getötet wird, um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken. Es muss nur eines dieser Merkmale erfüllt sein. Die Strafe für Mord ist lebenslange Freiheitsstrafe.

Beliebter Irrtum

Viele Menschen glauben, dass Totschlag das Töten eines anderen ohne Vorsatz ist (z.B. Schlag mit dem Bierkrug bei einer Kneipenschlägerei). Mord soll demnach das vorsätzliche Töten eines anderen sein. Dies ist falsch. Auch Totschlag ist eine vorsätzliche Handlung. Mord wird durch das Vorliegen eines Mordmerkmals gekennzeichnet. Die fahrlässige Tötung ist wiederum ein eigener Straftatbestand.

Was ist "heimtückisch"?

Unter einigen Mordmerkmalen kann sich der Nichtjurist wenig vorstellen. Wann erfolgt etwa eine Tötungshandlung "heimtückisch"? Dies ist der Fall, wenn das Opfer in einer hilflosen oder wehrlosen Lage überrascht wird, in der es keinen Angriff erwartet. Der Bundesgerichtshof sah das Merkmal zum Beispiel als gegeben an bei einem Bauern, der nach einem Streit die Zeitung holen ging, mit einem Hammer wiederkam und seine am Küchentisch sitzende Ehefrau von hinten erschlug.

Wann wird eine Tat "grausam" begangen? "Grausam" im Sinne des Strafrechts tötet derjenige, der seinem Opfer in gefühlsloser, unbarmherziger Gesinnung Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die von ihrer Stärke und Dauer her das für die Tötung erforderliche Maß übersteigen.

Anwaltliche Hilfe

Bei einer Anklage wegen eines Tötungsdelikts sollte unbedingt der Rat eines auf das Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalts eingeholt werden. Die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag ist nicht immer einfach; sie ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Dauer der Freiheitsstrafe und somit für die Zukunft des Angeklagten. Auch Angehörige, die im Verfahren gegen den Täter als Nebenkläger neben der Staatsanwaltschaft auftreten wollen, benötigen kompetente anwaltliche Unterstützung.

Minder schwere Fälle

Das Gesetz sieht geringere Strafen für weniger schwere Fälle des Totschlags vor. Ein solcher Fall liegt vor, wenn jemand ohne eigene Schuld massiv provoziert, in Wut und Zorn gebracht und dadurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden ist - zum Beispiel durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung. Ein solcher minder schwerer Fall wird mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren geahndet.

Im Strafverfahren um einen Totschlag ist die Frage nach dem Tötungsvorsatz von besonderer Bedeutung. Dieser ist oft schwer nachzuweisen.

Kontaktieren Sie bei Fragen zum Totschlag unbedingt einen Anwalt für Strafrecht.
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