Anwalt Trennungsjahr

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Das Trennungsjahr ist die Grundvoraussetzung einer Ehescheidung - zumindest erleichtert es eine Scheidung, wenn beide Ehepartner sich einig sind. Für Fälle, in denen dies nicht der Fall ist, gelten einige Besonderheiten.

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Was ist das Trennungsjahr?

Eine Ehe kann in Deutschland nur geschieden werden, wenn sie "zerrüttet" ist. Nun ist es allerdings nicht immer einfach, dies festzustellen - insbesondere für einen Richter, der die Beteiligten ja nicht kennt. Der Gesetzgeber hat den Gerichten daher einige Anhaltspunkte für die Entscheidung zur Verfügung gestellt. Das Trennungsjahr gehört dazu. Es sind zwölf Monate, in denen die Ehepartner noch einmal Zeit haben, sich darüber klar zu werden, ob sie wirklich ihre fürs Leben geschlossene Verbindung auflösen wollen - mit allen unschönen Konsequenzen für Kinder, Leben und Finanzen.

Trennungsjahr dauert in der Regel ein Jahr

Ist ein Ehepaar ein Jahr lang getrennt, wird per Gesetz "unwiderlegbar vermutet" dass die Ehe gescheitert ist. Das Gericht muss sich also über weitere Begründungen für eine Zerrüttung der Ehe keine Gedanken mehr machen. Aber: Diese gesetzliche Vermutung gilt nur für Fälle, in denen entweder beide die Scheidung beantragen oder einer die Scheidung beantragt und der andere zustimmt. Will also einer der Partner die Beziehung aufrecht erhalten, nützt das Trennungsjahr niemandem etwas.

Was Sie tun müssen, damit das Trennungsjahr anerkannt wird

Nicht immer findet eine Trennung dadurch statt, dass einer die gemeinsame Wohnung verlässt. Auch in der gemeinsamen Wohnung kann man getrennt leben. Aber: Eine Trennung "von Tisch und Bett" also beim Essen und Schlafen - ist im Trennungsjahr nicht ausreichend. Vielmehr müssen Sie schon alle gemeinsamen Aktivitäten einstellen - ganz besonders jegliche gemeinsame Hauswirtschaft und Freizeitbeschäftigung. Gemeinsames Kochen, Einkaufen und Wäschewaschen für den anderen, Putzen seiner Wohnräume, all dies kann gegen eine gescheiterte Ehe sprechen. Und das kommt im Zweifelsfall vor Gericht nicht gut an. Schließlich verlangen Sie offizielle Schritte und richterliches Tätigwerden zur Trennung Ihrer Beziehung - und das sollte dann schon ernst gemeint sein. Haben Sie Zweifel, ob die Voraussetzungen für eine Scheidung vorliegen? Ein im Familienrecht kompetenter Rechtsanwalt kann Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Keine Einigkeit bei der Trennung?

Will Ihr Partner sich nicht von Ihnen scheiden lassen, können Sie nur in einem besonderen Härtefall vor Ablauf des Trennungsjahres die Scheidung beantragen (§ 1565 Abs. 2 BGB). Die Fortsetzung der Ehe während des Trennungsjahres muss für Sie eine unzumutbare Härte darstellen. Der Grund muss im Verhalten des nicht scheidungswilligen Ehepartners liegen, hier kommen insbesondere Mißhandlungen oder eheliche Gewalt in Frage. Nach Ablauf des Trennungsjahres ist auch eine einseitige Scheidung möglich - unter Angabe und ggf. Beweis der Trennungsgründe. Diese können auch von der Seite des scheidungswilligen Partners stammen (neuer Partner). Ein besonderer Härtefall muss jetzt nicht mehr nachgewiesen werden.

Was passiert mit einem Versöhnungsversuch während der Trennung

Manchmal wird während des Trennungsjahres ein Versuch der Versöhnung unternommen. Diesen wollen auch die Gerichte nicht unterbinden. Eine Zeit lang dürfen Sie es also miteinander versuchen, ohne dass das Trennungsjahr dadurch unterbrochen wird. Dauert die Phase der Versöhnung allerdings länger als drei Monate, muss das Trennungsjahr ggf. neu gestartet werden.

Was bedeutet die Drei-Jahres-Frist beim Trennungsjahr?

Nach einer Trennungszeit von drei Jahren gilt die Ehe als gescheitert, auch ohne dass weitere Voraussetzungen gegeben sind. Hier kommt es nicht mehr darauf an, ob beide zustimmen. Besondere Gründe müssen nicht vorgetragen werden. Während der Trennungszeit, also vor der Scheidung, besteht Anspruch auf Trennungsunterhalt. Dieser wird nach etwas anderen Regeln berechnet als der Scheidungsunterhalt. Möchten Sie einen solchen Anspruch geltend machen, lassen Sie sich von einem im Familienrecht erfahrenen Rechtsanwalt beraten.

zuletzt aktualisiert am 23.02.2017

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