Anwalt Zugewinnausgleich

Suchen Sie hier mit

einer PLZ, z.B.: 10117, 1224,..
oder
einem Ort, z.B.: Berlin, Hamburg...

Der Zugewinnausgleich findet bei einer Scheidung auf Antrag eines Ehegatten statt. Er führt zu einer Teilung des während der Ehezeit neu erworbenen Vermögens. Vor der Hochzeit vorhandenes Vermögen bleibt davon unberührt.

Alle Kanzleistandorte (alphabetisch)

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z Ö

Zugewinn: Wer gewinnt was?

Das deutsche Familienrecht enthält viele Regelungen über finanzielle Ansprüche bei einer Ehescheidung. Ein wichtiger Bereich ist der Zugewinnausgleich - hier kann der finanziell schlechter gestellte Ehepartner vom anderen verlangen, dass dieser ihm einen Teil des Vermögens übergibt, das er während der Ehe angesammelt hat. Dies kann ein betragsmäßiger Anteil an einem Aktiendepot sein oder auch die Hälfte der Segelyacht. Ein Thema, über das entsprechend viel gestritten wird.

Voraussetzung: Der richtige Güterstand

Einen Zugewinnausgleich gibt es nur, wenn das Ehepaar im Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt hat. Dies ist der gesetzliche Güterstand und der Normalfall. Es bedeutet: Ihre beiden Vermögen bleiben während der Ehe theoretisch getrennt und bei einer Scheidung ist ein Zugewinnausgleich möglich. Andere Güterstände wie die Gütertrennung oder die Gütergemeinschaft können per Ehevertrag vereinbart werden.

Berechnung des Zugewinnausgleichs

Bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs kann Ihnen ein im Familienrecht erfahrener Rechtsanwalt helfen. Generell wird erst einmal das Vermögen der beiden Partner am Tag der Eheschließung festgestellt - das sogenannte Anfangsvermögen. Dann braucht man noch das Endvermögen - also das Vermögen der beiden einzelnen Partner am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags. Nun wird jeweils das Anfangsvermögen vom Endvermögen abgezogen. Derjenige Partner, der weniger hat, hat nun Anspruch gegen den Partner auf die Hälfte der Differenz. Schenkungen an einen der Partner und Erbschaften rechnet man zum Anfangsvermögen - es gibt aber Ausnahmen!

Beispiel:

Hat der Ehemann während der Ehe einen Zugewinn von 20.000 Euro erzielt und die Ehefrau einen von 10.000 Euro, ist ein Gesamtzugewinn von 30.000 Euro entstanden. Jedem der Ehegatten stehen davon 15.000 Euro zu. Hier muss der Ehemann der Frau einen Zugewinnausgleich von 5.000 Euro bezahlen, damit sie auf 15.000 kommt.

Negatives Anfangsvermögen?

Seit 2009 wird auch ein negatives Anfangsvermögen berücksichtigt. Das heißt: Hat einer der Partner bei der Hochzeit nur ein dickes Minus auf dem Konto, ist das eben sein Anfangsbetrag, mit dem der Zugewinn berechnet wird. Allerdings gibt es einen Ausgleich nur, wenn am Ende tatsächlich Geld vorhanden ist.

Betrieb als Vermögen?

Oft wird übersehen, dass auch der gestiegene Wert eines Betriebes in den Zugewinnausgleich einfließt. Hier ergeben sich meist Probleme bei der Bewertung. Hier ist einerseits der reine Substanzwert (Gebäude, Fuhrpark, Maschinen) einzurechnen, andererseits aber auch der ideele Wert ("goodwill"). Dieser steigt mit dem Ansehen des Betriebes. Unverbindliche Faustregel für den goodwill: 25 - 30 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten drei Jahre.

Die Ehegatten können vereinbaren, dass die Auszahlung des Zugewinnausgleichs nicht als Geldbetrag durch Überweisung oder in bar stattfindet, sondern auf andere Art - z.B. durch die Übernahme von Schulden des anderen oder durch die Übertragung des Miteigentumsanteils an einer Immobilie. Solche individuellen Vereinbarungen können besonders bei Immobilien- und Betriebsvermögen von Vorteil sein, weil dieses dann nicht zwangsläufig veräußert oder zerschlagen werden muss. Hier ist wieder eine kompetente Beratung durch einen Anwalt für Familienrecht zu empfehlen.

Weiterführende Informationen zu Zugewinnausgleich

Anwalt Unternehmerscheidung
Die Scheidung ist die Auflösung einer Ehe. Von Unternehmerscheidung spricht man, wenn einer der zu scheidenden Eheleute ein Unternehmer ist. Sie ist keine besondere Scheidungsart, sondern stellt wegen ihrer wirtschaftlichen Brisanz eine Gefahr für das Unternehmen dar. mehr ...

Anwalt Zugewinngemeinschaft 28.07.2015
Wenn ein Paar heiratet oder sich für eine eingetragene Lebenspartnerschaft entscheidet, hat das in Deutschland rechtliche Folgen. Die standesamtliche Trauung bewirkt, dass die Eheleute bzw. Lebenspartner in einem Güterstand leben. Die Zugewinngemeinschaft ist die gesetzliche Form des Güterstandes. mehr ...

Anwalt Ehevertrag 06.02.2017
Ehevertrag: Für die einen schlechtes Omen, für die anderen sinnvolle Trennung von Liebe und Finanzen. Denn ein Ehevertrag ist bei einer Trennung nicht nur Existenzbedrohung, sondern kann vielmehr schützenden Charakter haben - etwa wenn eine Firma im Spiel ist. mehr ...

Anwalt Scheidungsrecht
Mit der Scheidung ist eine Ehe definitiv beendet. Eine Scheidung bedeutet tiefgreifende Veränderungen für beide Partner, die bis zur Rente reichen können. Lassen Sie sich von einem Anwalt für Scheidungsrecht möglichst bereits dann beraten, wenn eine Scheidung nur in Ihrem Kopf herum spukt. mehr ...

Anwalt Verkehrswert
Der Verkehrswert einer Immobilie ist der Preis, den ein objektiver Käufer ausgeben würde, um eine Immobilie zu erwerben. Er wird von Beschaffenheit, Lage und Eigenschaften der Immobilie beeinflusst. Der Verkehrswert spielt nicht nur im Immobilienrecht eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Erbschaftsteuer und beim Zugewinnausgleich. mehr ...

Anwalt Nichteheliche Lebensgemeinschaft 20.02.2017
Leben Paare in einer Beziehung zusammen, ohne miteinander verheiratet zu sein, bezeichnet man das juristisch als nichteheliche Lebensgemeinschaft. Wichtige Rechte, die eine Ehe automatisch mit sich bringt, fehlen bei der "Nichtehe". Es gibt aber Möglichkeiten des Ausgleichs. mehr ...

Anwalt Güterrecht
Das Güterrecht ist Teil des Familienrechts bzw. auch Teil des Lebenspartnerschaftsrechts. Es beschäftigt sich mit der Frage der Zuordnung von Vermögensgegenständen in der Ehe, aber auch in der eingetragenen Lebenspartnerschaft und der Verteilung des Vermögens und der Zugewinne nach der Scheidung oder Aufhebung der Lebenspartnerschaft. mehr ...

Anwalt Trennungsunterhalt 22.02.2017
Trennungsunterhalt kann zwischen der Trennung und der rechtswirksamen Scheidung verlangt werden. Er soll den finanziell schlechter gestellten Partner im Trennungsfall absichern. Der Trennungsunterhalt ist jedoch an verschiedene Voraussetzungen gebunden. mehr ...

Anwalt Scheidung 26.01.2017
Eine große Zahl von Ehen wird geschieden. Das Familienrecht macht die Scheidung von mehreren Voraussetzungen abhängig - insbesondere von der "Zerrüttung" der Ehe. Hier spielt insbesondere die Dauer der Trennung eine große Rolle. mehr ...

Anwalt Trennung 30.01.2017
Die lebenslange Liebe gibt es heute nur noch in Ausnahmefällen. Stattdessen enden viele Beziehungen mit einer Trennung. Mit dieser sind dann eine Vielzahl an Fragen zu den Rechten und Pflichten der Ex-Partner untereinander verbunden. mehr ...

Anwalt Trennungsjahr 23.02.2017
Das Trennungsjahr ist die Grundvoraussetzung einer Ehescheidung - zumindest erleichtert es eine Scheidung, wenn beide Ehepartner sich einig sind. Für Fälle, in denen dies nicht der Fall ist, gelten einige Besonderheiten. mehr ...

Anwalt Gemeinsames Sorgerecht 15.02.2017
Die elterliche Sorge definiert Rechte und Pflichten von Eltern gegenüber ihrem Kind. Bei verheirateten Paaren ist das Sorgerecht automatisch gemeinsam gegeben, bei unverheirateten oder getrennten Paaren kann über sie nach Aufforderung gerichtlich entschieden werden. mehr ...

Anwalt Aufenthaltsbestimmungsrecht
Wer dieses Recht innehat, darf bestimmen, wo sich eine andere Person aufhält. Das Familienrecht enthält Bestimmungen zum Aufenthaltsbestimmungsrecht der Eltern gegenüber minderjährigen Kindern. mehr ...

Anwalt Adoption
Eine Adoption wird auch als „Annahme als Kind“ bezeichnet. Generell erklären dabei ein einzelner Erwachsener oder ein Ehepaar, dass sie ein fremdes Kind als ihr Kind annehmen. Auch Volljährige können adoptiert werden. mehr ...

Anwalt Eingetragene Lebenspartnerschaft 23.07.2015
Eine Ehe ist in Deutschland nach wie vor (Stand 2015) nur zwischen Mann und Frau möglich, auch wenn dieser Fakt immer wieder in die Kritik gerät. Für gleichgeschlechtliche Beziehungen wurde als Rechtsinstitut die eingetragene Lebenspartnerschaft (umgangssprachlich auch "Homo-Ehe"genannt) ins Leben gerufen. mehr ...

Anwalt Vermögensnachfolge
Die Vermögensnachfolge umschreibt eine Mischmaterie, die sich meist mit der Weiterführung des Vermögens einer Privatperson oder von Unternehmen beschäftigt. Große Bedeutung erlangt die Vermögensnachfolge auf dem Gebiet des Erbrechts. Sie hat unter anderem aber auch Bezüge zum Steuerrecht und Gesellschaftsrecht. mehr ...

Anwalt Berliner Testament
Ein Berliner Testament ist ein besonderes Testament für Ehegatten. Mit Hilfe dieses gesetzlich geregelten Testamentsmodells können sich die Ehepartner gegenseitig als Erben einsetzen. Beim Berliner Testament erbt der eine Ehegatte vom anderen, erst beim Ableben des zweiten sind die Kinder bzw. die sonstigen Erben am Zug. mehr ...

Anwalt Nachlassregelung 16.02.2017
Eine Nachlassregelung umfasst eine Regelung zur Geltendmachung des eigenen Willens im Todesfalle. Sie beinhaltet Vorgaben zur Aufteilung von Vermögen des Verstorbenen (Erblasser). Dabei wird unterschieden zwischen lebzeitigen Verfügungen (z.B. Überlassungsvertrag, Schenkungen zu Lebzeiten oder Schenkungen auf den Todesfall, Übertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge) und letztwilligen Verfügungen (Testament, Erbvertrag, Vermächtnis, Testamentsvollstreckung). Wird keine Nachlassregelung getroffen, greift die gesetzliche Erbfolge. Die Nachlassregelung ist Teil des Erbrechts. mehr ...

Anwalt Insolvenzantrag
Mit einem Insolvenzantrag wird die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Insolvenzverfahren dient in erster Linie dem Schutz der Gläubiger, kann aber für natürliche Personen auch eine Chance sein, wieder schuldenfrei zu werden. In seinem Rahmen wird das Vermögen des Schuldners unter fremde Verwaltung gestellt. mehr ...

Anwalt Erbschaftssteuer
Die Erbschaftsteuer fällt immer dann an, wenn jemand etwas geerbt hat. Aber: In Wahrheit müssen viele Erben keine Erbschaftsteuer zahlen, weil der Wert des Nachlasses unter dem Freibetrag liegt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Steuerbefreiungen für bestimmte Nachlassgegenstände. mehr ...

Rechtstipps zum Thema Zugewinnausgleich

2007-09-05, PM Presseverbundes der Notarkammern in den neuen Ländern vom 30.08.2007 (42 mal gelesen)
Rubrik: Diverse Themen

Immer wieder müssen sich die obersten deutschen Gerichte in ihren Entscheidungen mit der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Eheverträgen bzw. einzelner ehevertraglicher Vereinbarungen auseinandersetzen. Auch eine Grundsatzentscheidung des...

sternsternsternsternstern  5,0/5 (3 Bewertungen)
2011-05-13, Autor Matthias Zachmann (4006 mal gelesen)
Rubrik: Erbrecht

Änderungen beim Zugewinnausgleich Am 1.9.2009 treten Reformen zum Güterrecht, Versorgungsausgleich und Verfahrensrecht in Kraft. Mit der Reform des Zugewinnausgleichsrecht sollen Schwachstellen der bisherigen Regelung beseitigt und für mehr ...

sternsternsternsternstern  4,0/5 (6 Bewertungen)
2013-10-23, Autor Elena Ongert (588 mal gelesen)
Rubrik: Familienrecht

Mit Urteil vom 16.10.2013, Az. 12 ZB 277/12, entschied der BGH, dass ein von einem Ehegatten in dem Zeitraum zwischen Trennung und Zustellung des Scheidungsantrags gemachter Lottogewinn ist im Rahmen des Zugewinnausgleichs zu berücksichtigen. Der ...

sternsternsternsternstern  4,0/5 (4 Bewertungen)
2009-07-03, Autor Michael Zecher (3482 mal gelesen)
Rubrik: Familienrecht

In seiner Entscheidung vom 12.11.2008, XII ZR 134/04, hat der BGH die Zulässigkeit der Geltendmachung einer Einzelforderung nach beendetem Zugewinnausgleich bejaht. Sachverhalt Die Parteien hatten seit 1986 getrennt gelebt, wurden allerdings erst im ...

sternsternsternsternstern  4,5/5 (2 Bewertungen)
2008-08-20, Autor Monika Luchtenberg (3031 mal gelesen)
Rubrik: Familienrecht

Welche Änderungen die vorgesehene Reform des Zugewinnausgleichs für den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft mit sich bringen wird Wie den Medien zu entnehmen ist, hat das Bundeskabinett am 20. August 2008 einen Gesetzentwurf zur Reform ...

sternsternsternsternstern  4,2/5 (5 Bewertungen)
Autor: RA Dr. Walter Kogel, FAFamR, Aachen
Aus: Familien-Rechtsberater, Heft 12/2013
Rubrik: Familienrecht

Allein eine ungewöhnlich lange Trennungszeit von Ehegatten rechtfertigt nicht die Annahme einer unbilligen Härte der Ausgleichspflicht im Rahmen des Zugewinnausgleichs. Vielmehr müssen weitere Gründe hinzutreten, aus denen sich ein...

2015-05-29, Autor Iris Koppmann (311 mal gelesen)
Rubrik: Familienrecht

Im Rahmen einer Scheidung stellt sich heraus, dass bei dem durchgeführten Zugewinnausgleich bzw. einer Vermögensauseinandersetzung der eine Ehepartner dem anderen Ehepartner eine Ausgleichszahlung leisten muss. ...

Ehescheidung und Unterhalt – häufige Irrtümer © Zerbor - Fotolia.co
2015-01-06, Redaktion Anwalt-Suchservice (1661 mal gelesen)
Rubrik: Familienrecht

Viele Ehen werden heute wieder geschieden. Oft entsteht dabei Streit – über das liebe Geld, über Zugewinnausgleich und Unterhalt. Über die Scheidung und ihre Folgen kursieren viele gängige Rechtsirrtümer. ...

2009-04-15, PM Presseverbund der Notarkammern in den neuen Ländern vom 03.03.2009 (87 mal gelesen)
Rubrik: Mietrecht und Pachtrecht

In nichtehelichen Lebensgemeinschaften leben häufig beide Partner gemeinsam in einer Immobilie, die nur einem von beiden gehört. Die gemeinsame Nutzung ist dann oft weder durch einen Vertrag noch durch einen Grundbucheintrag abgesichert. Dies ist...

weitere Rechtstipps in der Rubrik Familienrecht weitere Rechtstipps weitere Rechtstipps in der Rubrik Familienrecht