2017: Was ändert sich für Immobilienkäufer?

16.02.2017, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 3 Min. (268 mal gelesen)
2017: Was ändert sich für Immobilienkäufer? © JS - Fotolia.com
Noch sind die Zinsen günstig und viele Menschen spielen dementsprechend mit dem Gedanken an einen Immobilienerwerb. Bei den rechtlichen Rahmenbedingungen für einen Immobilienkauf haben sich zum Jahreswechsel einige Details geändert, die Kaufinteressenten beachten sollten.

Grunderwerbsteuer: Tendenz steigend
Mancher beschwert sich über die Höhe der Maklergebühr beim Immobilienkauf. Diese liegt meist bei 3 bis 6 Prozent. Was vielen Interessenten nicht klar ist: Vater Staat schlägt zum Teil durchaus noch kräftiger zu. Die frühere moderate Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent des Kaufpreises gibt es nur noch in Bayern und Sachsen. Die anderen Bundesländer haben unterschiedliche, aber höhere Steuersätze. 6,5 Prozent werden inzwischen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Schleswig-Holstein fällig – und seit 1. Januar 2017 auch in Thüringen. Die Steuer fällt bei jedem Immobilienerwerb an. Erhöhungen in weiteren Bundesländern sind wahrscheinlich.

Kreditbremse: Lockerung oder nicht?
Der Wunsch, Europa vor einer Immobilienblase zu bewahren, die irgendwann platzt und ein Trümmerfeld geplatzter Immobiliendarlehen hinterlässt, hat die EU-Kommission umgetrieben. Zum 21. März 2016 wurde die EU-Wohnimmobilienkredit-Richtlinie in Deutschland umgesetzt. Sie verpflichtet die Banken, mit Kreditanträgen deutlich restriktiver umzugehen, besonders, wenn es sich um Personen mit geringem Einkommen oder um Ältere handelt. Die Abzahlung des Kredits zu Lebzeiten und aus dem laufenden Einkommen ist nun entscheidend für die Kreditvergabe. Nach einem deutlichen Rückgang der Vergabe von Immobilienkrediten haben mehrere Bundesländer Gesetzesinitiativen angeregt, um diese Regelungen wieder zu lockern. Gleichzeitig ist aber auch ein Gesetz auf dem Weg, das der Bundesanstalt für Finanzdientleistungsaufsicht (BaFin) Mittel an die Hand gibt, um die Vergabe von Immobilienkrediten durch Banken zu verringern. Immerhin sollen drastische Schritte nur erfolgen, wenn die Bundesbank eine Warnung vor einer Immobilienblase ausspricht. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Rauchmelderpflicht
Die kleinen runden Geräte an der Zimmerdecke sorgen nach wie vor für Streit und Zwist. Mancher sieht sie als entscheidenden Sicherheitsgewinn, andere als unnützes Symbol staatlicher Bevormundung. Es hilft jedoch nichts: In allen Bundesländern besteht jetzt Rauchmelderpflicht. Berlin hat zum 1. Januar 2017 die Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten eingeführt, für bestehende Gebäude gibt es eine Übergangsfrist bis 31.12.2020. In Nordrhein-Westfalen und im Saarland waren bestehende Wohnungen bis 31.12.2016 nachzurüsten. Bei Mietwohnungen obliegt die Installation der Geräte in allen Bundesländern dem Vermieter. Die Wartung hingegen wurde je nach Bundesland individuell geregelt, in verschiedenen Bundesländern ist der Mieter verpflichtet, für die laufende Betriebsbereitschaft der Geräte zu sorgen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Verstoß gegen die Rauchmelderpflicht zur bußgeldbewehrten Ordnungswidrigkeit erhoben.

Fördergelder für Einbruchsschutz
Eigentümer oder Käufer von Wohnimmobilien können Förderungen erhalten, um ihr Heim besonders einbruchssicher zu machen. Die entsprechenden Fördertöpfe wurden für 2017 mit zusätzlichen 50 Millionen Euro gefüllt. Zinsvergünstigte Darlehen und Zuschüsse der KfW-Förderbank ermöglichen den Einbau von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungstüren und Fenstern. Förderungen gibt es auch für Alarmanlagen, Überwachungskameras und Sicherheitsbeleuchtungen.

Steuern: Erhöhung der Umzugskostenpauschale
Wer ins eigene Heim umzieht, profitiert ab Februar 2017 von einer erhöhten Umzugskostenpauschale. Verringert sich die tägliche Gesamtfahrzeit zur Arbeit um mindestens eine Stunde, können die Kosten für den Umzug entweder als Pauschale oder nach individuellem Einzelnachweis von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Ab Februar 2017 erhöht sich die Umzugspauschale für Verheiratete von 1.493 Euro auf 1.528 Euro. Ledige bekommen die Hälfte.

Gibt es Baukindergeld?
Seit 2006 gibt es keine Eigenheimzulage mehr. Allerdings möchte das Bundesbauministerium eine neue Eigenheimförderung für Familien mit Kindern einführen. Der Vorschlag besagt, dass eine Familie mit einem Kind einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 8.000 Euro erhalten soll. Für das zweite und dritte Kind soll es dann noch einmal jeweils 6.000 Euro geben. Die Zuschusshöhe soll bei 20.000 Euro gedeckelt werden. Abgewickelt werden soll das Ganze über die KfW. Allerdings: Beschlossen ist zur Zeit noch nichts.

Mieterstrommodelle
Erleichtert werden soll 2017 auch der Verkauf von selbst erzeugtem Strom des Vermieters an seine Mieter. Denn bei sogenannten Mieterstrommodellen soll die EEG-Umlage reduziert werden. Allerdings müssen Hauseigentümer hier mit dem spitzen Bleistift rechnen, ob sich eine solche Konstruktion lohnt.