Arbeit: Daten löschen kostet Arbeitsplatz!

17.03.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (489 mal gelesen)
Arbeit: Daten löschen kostet Arbeitsplatz!
Arbeitnehmer, die Daten ihres Benutzer-Accounts im Betrieb - wie etwa Emails oder Kontakte- löschen, riskieren eine fristlose Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses. Über diese Daten darf allein der Arbeitgeber entscheiden.

Das Hessische Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen 7 Sa 1060/10) hielt die außerordentliche Kündigung eines Account-Managers, der in der Firma von seinem Benutzer- Account ungefähr 80 eigene Dateien und weitere 374 Objekte, nämlich 144 Kontakte, 51 Emails, 167 Aufgaben und 12 Termine, gelöscht hatte, für gerechtfertigt. Der Arbeitnehmer nahm die Löschung der Daten aufgrund von laufenden Verhandlungen mit seinem Arbeitgeber über eine Abänderung oder Aufhebung seines Arbeitsvertrages vor. Als sein Arbeitgeber von der Löschung der Daten erfuhr, kündigte er dem Arbeitnehmer fristlos, hilfsweise ordentlich.

Das Hessische Landesarbeitsgericht teilte die Auffassung des Arbeitgebers. Das Fehlverhalten des Arbeitnehmers rechtfertige die fristlose Kündigung. Die umfangreiche Datenlöschung habe das Vertrauen in die Integrität des Arbeitnehmers vollständig zerstört. Die Daten stünden in der Verfügungsmacht des Arbeitgebers. Eine eigenmächtige Löschung durch einen Arbeitnehmer mit den sich daraus ergebenden internen Problemen und gegenüber Kunden sei ein so erheblicher Verstoß gegen selbstverständliche Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, dass die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt sei.

Das Hessische Landesarbeitsgericht hielt auch eine Abmahnung für nicht notwendig. Eine Abmahnung geht in der Regel einer verhaltensbedingten Kündigung voraus. Im diesem Fall habe der Arbeitnehmer genau gewusst, dass die Löschung der Daten von der Arbeitgeberin auf keinen Fall hingenommen werden würde.