Audi A6 droht erneuter Rückruf im Dieselskandal

11.05.2018, Autor: Herr Joachim Cäsar-Preller / Lesedauer ca. 2 Min. (71 mal gelesen)
Schon wieder Audi: Beim aktuellen Modell des Audi A6 wurde offenbar erneut eine unzulässige Abschalteinrichtung entdeckt. Bei diesem System soll die Einspritzung des Harnstoffs AdBlue reduziert worden sein. Der Harnstoff ist notwendig, um die gesundheitsgefährdenden Stickoxide zu reinigen.

Damit sorgt Audi zum wiederholten Mal im Dieselskandal für negative Schlagzeilen. Erst Anfang des Jahres wurden verschiedene Dieselmodelle, u.a. auch der A6, wegen einer illegalen Abschalteinrichtung zurückgerufen. Im aktuellen Fall gilt ein durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordneter Rückruf als wahrscheinlich. Betroffen wären davon rund 33.000 Audi A6/A7 mit V6TDI-Motor, die in Deutschland zugelassen sind. Weltweit sollen etwa 60.000 Fahrzeuge dieses Typs zugelassen sein.

Der Audi A6 gehört zu den wichtigsten Modellen der Fahrzeugpalette des Ingolstädter Autobauers und wird u.a. auch gerne als Dienstwagen genutzt. Bei der jetzt entdeckten unzulässigen Abschalteinrichtung wurde offenbar ein anderes System als bisher angewandt. Die Modelle verfügen über einen SCR-Katalysator, der mittels Harnstoff-Einspritzung die Stickoxide reinigt. Doch die Einspritzung des Harnstoffs soll etwa 2400 Kilometer bevor der Adblue-Tank leer ist, drastisch reduziert worden sein, berichtet u.a. „Spiegel Online“. Das hat den Zweck, dass die Adblue-Tanks weniger Platz in Anspruch nehmen und die Fahrer den Harnstoff nicht selber nachfüllen müssen, sondern dies beim nächsten Service-Termin erledigt werden kann. Allerdings arbeitet der Katalysator ohne ausreichenden Harnstoff nicht mehr korrekt und die Stickoxide werden mehr oder weniger ungefiltert in die Luft geblasen.

„Das Image von Diesel-Fahrzeugen wird dadurch weiter ramponiert. Die Halter von Diesel-Pkw bekommen dies besonders beim Wertverlust ihrer Fahrzeuge oder drohenden Fahrverboten zu spüren“, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller aus Wiesbaden. Der erfahrene Rechtsanwalt, der schon zahlreiche Autokäufer in Sachen Abgasskandal vertritt, glaubt nicht mehr an ein freiwilliges Entgegenkommen der Autohersteller. „Wer für die Abgasmanipulationen entschädigt werden möchte, muss aktiv dagegen vorgehen und beispielsweise auf Schadensersatz oder Rückabwicklung des Kaufvertrags klagen“, so Cäsar-Preller.

Die Gerichte haben sich inzwischen vermehrt auf Seiten der Verbraucher gestellt. Die Chancen für Audi A6-Käufer auf eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer Ansprüche dürften durch den neuerlichen Skandal noch gestiegen sein.
 

Mehr Informationen: http://www.vwklage.com/

 

 

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