Der neue 20-Euro Schein: Was muss man wissen?

28.12.2015, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 3 Min. (255 mal gelesen)
Der neue 20-Euro Schein: Was muss man wissen? © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
Neue Geldscheine werden oft herausgebracht, um neue Sicherheitstricks unterzubringen und Fälschungen zu verhindern. Leider nutzen Fälscher gerade die Einführungsphase gerne aus, um Fälschungen unters Volk zu bringen – denn schließlich sind sich die meisten Menschen noch nicht absolut sicher, wie der neue Schein auszusehen hat.

Seit wann gibt es den neuen Zwanziger?
Der neue 20-Euro-Schein wird seit 25. November 2015 in Verkehr gebracht. Grund: Die Fälschungssicherheit sollte verbessert werden. Denn: Gerade 20iger waren bei Fälschern bisher sehr beliebt. Die Banknote gehört zur sogenannten "Europa-Serie". Ihr Design wurde aufgefrischt, auch mehr Farbe kam ins Spiel.

Wie unterscheidet sich der neue Schein vom alten?
Als neues Sicherheitsmerkmal enthält die Banknote ein "Portrait-Fenster" am oberen Rand des Hologramms. Hält man den Schein gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und man kann darin ein "Portait" der mythologischen Gestalt Europa erkennen. Das Bild ist von beiden Seiten zu sehen. Es ist auch im Wasserzeichen des Geldscheins zu erkennen. Der Geldschein weist außerdem vorne noch eine "Smaragd-Zahl" auf, die den Wert der Banknote anzeigt. Beim Kippen des Scheins ändert die Zahl ihre Farbe, und verfärbt sich je nach Blickwinkel von Smaragdgrün zu Tiefblau. Weitere Unterschiede: Bisher war das Kürzel der Europäischen Zentralbank EZB nur in fünf Sprachen aufgedruckt. Der neue Geldschein gibt es in neun Sprachen wieder, und zwar auf der Vorderseite links am Rand. Die Ränder der Banknote sind auf der Vorderseite geriffelt.

Was passiert mit dem alten Schein?
Die alten Scheine bleiben gültig und sind gesetzliches Zahlungsmittel. Allerdings werden Scheine der Serie Eins nach- und nach ausrangiert.

Sind weitere neue Geldscheine in Planung?
Nachdem es nun neue Varianten der Fünf-, Zehn und 20-Euro-Scheine gegeben hat, sollen auch die Banknoten mit höherem Nennwert ausgetauscht werden. So wird es zuerst einen neuen 50-Euro-Schein geben, dass kommen neue Banknoten zu 100, 200 und 500 Euro. Die alten Scheine werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen, können jedoch bis auf Weiteres neben den alten verwendet werden.

Geldfälschung: Kein seltener Vorgang
Die deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main registrierte im Jahr 2011 rund 39.000 gefälschte Banknoten. Im Jahr 2012 waren es 41.500, im Jahr 2013 wurden 38.811 "Blüten" in Umlauf gebracht, und 2014 zählte man 63.269 Fälschungen.

Wie erkennt man Fälschungen?
Laut Deutscher Bundesbank benötigft man für das Erkennen einer Fälschung nicht unbedingt eine besondere technische Ausstattung, man muss trotzdem jedoch genau hinsehen. Es fängt mit dem Papier an: Das Papier echter Banknoten besteht aus Baumwolle und fühlt sich griffig und fest an. Unechte Banknoten kann man – mit etwas Erfahrung – daran erkennen, wie sich das Papier anfühlt. Die Bundesbank empfiehlt, sich im Zweifel mehrere Sicherheitsmerkmale einer Banknote anzusehen – denn Fälscher machen meist nicht alle Merkmale nach, sondern nur die Auffälligsten. Der Farbwechsel der "Smaragd-Zahl" beim Kippen soll einen Schnelltest schon bei der Übergabe ermöglichen, denn dabei ändert sich der Betrachtungswinkel.

Was passiert, wenn ich versehentlich mit Falschgeld bezahle?
Das deutsche Strafrecht droht für das Inverkehrbringen von falschen Geld als echtem in mehreren bestimmten Fällen in § 146 des Strafgesetzbuches eine Mindestrafe von einem Jahr Freiheitsentzug an. § 147 StGB enthält eine allgemeiner formulierte Strafandrohung von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für jeden, der falsches Geld als echt in Umlauf bringt. Aber: Man muss vorsätzlich handeln, um sich strafbar zu machen. Weiß der Betreffende gar nicht, dass er mit Falschgeld bezahlt, kann er sich auch nicht strafbar machen. Mit unangenehmen Nachfragen, woher das Geld denn kommt, ist allerdings zu rechnen. Strafbar macht sich allerdings, wer merkt, dass er einen falschen Schein als Wechselgeld bekommen hat, und ihn dann wissentlich im nächsten Laden jemand anderem "unterjubelt", um das Falschgeld los zu werden. Wer ehrlich ist und das Falschgeld beispielweise bei der Polizei abliefert, wird den Schein los – und zwar ohne Entschädigung. Darauf kann er (nach dem Zivilrecht und als Schadensersatz) lediglich den verklagen, der ihm die "Blüte" übergeben hat. Und auch das nur mit entsprechenden Beweisen und wenn die Übergabe des Falschgelds vorsätzlich erfolgt ist. Hier dürfte man in der Regel schlechte Karten haben.