Die Teilungsversteigerung des Gesellschaftsgrundstücks

11.09.2013, Autor: Herr Anton Bernhard Hilbert / Lesedauer ca. 2 Min. (1207 mal gelesen)
Die (zwangsweise) Beendigung einer Miteigentümergemeinschaft am Grundstück erfolgt durch die Teilungsversteigerung und die Verteilung des Erlöses. Wie aber ist es, wenn das Grundstück nicht einer Gemeinschaft, sondern einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gehört? Ein Rechtstipp von Anton Bernhard Hilbert, Waldshut-Tiengen - http://www.hilbert-simon.de

Die (zwangsweise) Beendigung einer Miteigentümergemeinschaft am Grundstück erfolgt durch die Teilungsversteigerung und die Verteilung des Erlöses. Wie aber ist es, wenn das Grundstück nicht einer Gemeinschaft, sondern einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gehört?

Auch in diesem Fall kann der einzelne Gesellschafter einen Antrag auf Teilungsversteigerung des Gesellschaftsgrundstücks stellen, das hat jetzt der Bundesgerichtshof (Urteil vom 16. Mai 2013 – Az. V ZB 198 / 12) entschieden. Vor allen Dingen ist es nicht nötig, dass der versteigerungswillige Gesellschafter zuvor seinen Anspruch gegen die Gesellschaft selbst oder gegen die übrigen Gesellschafter gerichtlich durchsetzen muss.

Der Fall, über den der Bundesgerichtshof zu entscheiden hatte, lag folgender Massen:

Die Beteiligten gründeten eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, die dann ein Grundstück erwarb. Einige Gesellschafter nutzten die Immobilie selbst, im Übrigen war sie vermietet. Als es zu Spannungen zwischen den Gesellschaftern kam, kündigte einer der Gesellschafter die Gesellschaft und beantragte beim Vollstreckungsgericht die Teilungsversteigerung des Grundstücks. Damit war aber ein anderer Gesellschafter nicht einverstanden. Deshalb kam es zum Rechtsstreit.

Der Bundesgerichtshof hält die Teilungsversteigerung eines Gesellschaftsgrundstücks für zulässig. Die Abwicklung der Gesellschaft erfolge nach den gleichen Regeln wie die Auseinandersetzung der Miteigentümer. Dort sei vorgesehen, dass die Teilung eines Grundstücks eben durch die Teilungsversteigerung erfolge. Der entsprechende Antrag könne von jedem Teilhaber ohne weiteres gestellt werden, wenn er als Mitberechtigter im Grundbuch eingetragen sei.

Mit seiner Entscheidung hat der Bundesgerichtshof ein Stück Rechtsklarheit geschaffen. Zuvor war die Frage war umstritten gewesen. Teilweise ist die Ansicht vertreten worden, nur alle Gesellschafter gemeinsam könnten den Versteigerungsantrag stellen. Notfalls müsse die Zustimmung der „widerspenstigen“ Gesellschafter eingeklagt werden. Dieser Auffassung hat das höchste deutsche Zivilgericht eine deutliche Absage erteilt. Sie würde zu unnötigen Prozesskosten und zu erheblichen Verzögerungen bei der Abwicklung der Gesellschaft führen. Raus aus der Gesellschaft kann jetzt per Express gehen.

Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt.



Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwalt
Anton Bernhard Hilbert

Hilbert und Simon Rechtsanwälte Unternehmensnachfolgeberater

   (1 Bewertung)
Weitere Rechtstipps (197)

Anschrift
Kaiserstraße 5
79761 Waldshut-Tiengen
DEUTSCHLAND

Telefon: 07751-83170

Kontakt

Bitte verwenden Sie zur Kontaktaufnahme bevorzugt dieses Formular. Vielen Dank!



captcha



zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwalt
Anton Bernhard Hilbert

Hilbert und Simon Rechtsanwälte Unternehmensnachfolgeberater

   (1 Bewertung)
Weitere Rechtstipps (197)

Anschrift
Kaiserstraße 5
79761 Waldshut-Tiengen
DEUTSCHLAND

Telefon: 07751-83170

Kontakt

Bitte verwenden Sie zur Kontaktaufnahme bevorzugt dieses Formular. Vielen Dank!



captcha



zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert