Ehescheidung: Kosten sind steuerlich absetzbar

18.04.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (103 mal gelesen)
Die Scheidung einer Ehe ist in vielen Fällen nicht nur mit emotionalen, sondern auch mit finanziellen Schwierigkeiten für die Ehepartner verbunden. Anwaltskosten und Gerichtskosten können einen großen finanziellen Aufwand darstellen. Eine gute Nachricht ist daher, dass nach jüngster Rechtsprechung die Kosten einer Ehescheidung in vollem Umfang von der Steuer absetzbar sind. 

In einem aktuellen Fall vorm Finanzgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 10 K 2392/12 E) hatte ein geschiedener Ehepartner Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von insgesamt 8.195 Euro für die Ehescheidung aufgewandt. Die Kosten betrafen nicht nur die eigentliche Ehescheidung, sondern auch die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Versorgungsausgleich, dem Zugewinnausgleich und dem nachehelichen Unterhalt. Das Finanzamt erkannte die Kosten nur insoweit steuerwirksam an, als sie auf die Ehescheidung und den Versorgungsausgleich entfielen. Soweit die Aufwendungen auf die Regelung der Vermögensauseinandersetzung (Zugewinnausgleich) und der Unterhaltsansprüche entfielen, ließ das Finanzamt sie nicht zum Abzug zu.

Dies sah das Finanzgericht Düsseldorf anders, und ließ zugunsten des Steuerpflichtigen die gesamten Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung (§ 33 des Einkommensteuergesetzes) steuerwirksam zum Abzug zu. Eine Ehescheidung könne nur gerichtlich und mit Hilfe von Rechtsanwälten erfolgen. In dem Gerichtsverfahren müsse regelmäßig auch Regelungen zum Versorgungsausgleich, dem Zugewinn und den Unterhaltsansprüchen getroffen werden. Den damit zusammenhängenden Kosten könne sich die Ehepartner nicht entziehen. Dabei spiele es keine Rolle, dass Teilbereiche einer Scheidung nur durch Urteil, andere Teile hingegen auch durch einen Vergleich zwischen den Ehepartnern geregelt werden können, so die Düsseldorfer Richter.

Kosten sparen mit der Scheidung per Mausklick?
In den USA ist die Online-Scheidung schon lange üblich, in Deutschland wird sie noch eher zurückhaltend in Anspruch genommen. Vorteile der Scheidung via Internet sollen Zeit- und Geldersparnisse sein. Die Online-Scheidung funktioniert aber grundsätzlich nur dann, wenn die Scheidung einvernehmlich abläuft und sich die Ehepartner über alle zu regelnden Fragen, wie etwa die Aufteilung des ehelichen Vermögens, einig sind. Kommt es hier zu Streitigkeiten, bleibt dem Trennungswilligen der Gang zum Anwalt nicht erspart.
Zu den Kosten: Grundsätzlich fallen wie für eine  "normale" Scheidung auch für  die Online-Scheidung Anwaltsgebühren an, da in Deutschland für eine Ehescheidung Anwaltszwang besteht und auch der Online-Anwalt nach der BRAGO abrechnen muss. Nichts desto trotz gibt es einige Anwälte, die mit Kostenersparnissen mit einer Online-Ehescheidung werben.