Häuslebauer aufgepasst: Enormes Einsparpotential bei Baufinanzierungen

13.03.2014, Autor: Herr Björn Wieg / Lesedauer ca. 2 Min. (710 mal gelesen)
Baufinanzierungszinsen sind derzeit so günstig wie nie. Wer sich noch vor wenigen Jahren mit 5 % p.a. Zinsen glücklich schätzte, ärgert sich heute. Würde er doch jetzt seinen Kredit für weniger als die Hälfte der Zinsen bekommen. Hier kann der „Widerrufs-Joker" helfen.

Ohne den "Widerrufs-Joker" lassen sich die Banken die zinsgünstige Umfinanzierung mit einer horrenden Vorfälligkeitsentschädigung abkaufen. Die frisst die Ersparnis wieder auf, man dreht sich im Kreis. Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, von dem teuren Vertrag loszukommen...

Oft gibt es eine solche Möglichkeit: Den Widerruf der auf den Vertragsabschluss gerichteten Erklärung („Widerrufs-Joker")!

Nach unseren Untersuchungen sind die meisten der bei Immobilienfinanzierungen verwendeten Widerrufsbelehrungen falsch. Das macht den Weg frei für eine Umschuldung zu deutlich günstigeren Zinsen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt dabei nicht an.

Zwar hat der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt, dass die finanzierende Bank sich an der Musterbelehrung in Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 der BGB-InfoV orientieren darf. Auch die Musterbelehrung ist allerdings fehlerhaft. Der BGH behandelt dennoch dem gesetzlichen Muster entsprechende Belehrungen als richtig. Denn es sei der Bank nicht zumutbar, falsche gesetzliche Vorgaben im vorauseilenden Gehorsam zu korrigieren.

Das gilt aber nur dann, wenn sich die Bank ohne Abweichungen an die Musterbelehrung hält. Dies wiederum ist in den meisten Fällen nicht geschehen. Sei es, weil die Bank die Widerrufsbelehrung nicht hervorhebt, sondern im Kleingedruckten versteckt, sei es weil sie verkannt hat, welche Fassung der mehrfach geänderten Muster-Widerrufsbelehrung denn gerade gültig war.

So oder so, gerade die Widerrufsbelehrung ist eine häufige Fehlerquelle. Da die Frist ohne korrekte Belehrung nicht in Gang gesetzt wurde, kann der Verbraucher seine Vertragserklärung auch heute noch widerrufen. Denn er wurde zur Wahrnehmung seiner Rechte nicht ausreichend informiert. Im Falle des Widerrufs sind die wechselseitig empfangenen Leistungen zuzüglich marktüblicher (vertraglicher) Verzinsung zurück zu gewähren. Mehr aber eben auch nicht.

Damit eröffnet der Widerruf dem Verbraucher den Weg, seinen noch offenen Restkredit zinsgünstig auf eine andere Bank umzuschulden. Er muss weder den Ablauf der Zinsfestschreibung abwarten, noch eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Auch Zinsen fallen dann nur noch auf den reduzierten Kreditbetrag an. Das spart aktuell oft zehntausende Euro.

Fazit: Bei den überwiegend falschen Belehrungen stehen die Chancen gut für eine kostengünstige Umschuldung. Gern überprüfen wir auch Ihren Darlehensvertrag.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Homepage:

www.rechtsanwaltskanzlei-wieg.de

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