Hochschulrecht: Studienplatzklage – Humanmedizin SS 2009

16.03.2009, Autor: Frau Simone Baiker / Lesedauer ca. 2 Min. (2625 mal gelesen)
Eine sog. Studienplatzklage ist darauf gerichtet, einen Studienplatz außerhalb der festgesetzten Kapazitäten mit der Begründung zu erlangen, dass mehr Kapazitäten vorhanden sind, als Studienplätze in den jeweiligen Verordnungen festgelegt sind.

Eine sog. Studienplatzklage ist darauf gerichtet, einen Studienplatz außerhalb der festgesetzten Kapazitäten mit der Begründung zu erlangen, dass mehr Kapazitäten vorhanden sind, als Studienplätze in den jeweiligen Verordnungen festgelegt sind. Die Bewerbung um einen Studienplatz außerhalb der festgesetzten Kapazitäten wird regelmäßig neben dem ZVS-Verfahren vorgenommen. Da die Universitäten auf diesen Antrag hin, keinen Studienplatz vergeben, erfolgt in einem zweiten Schritt ein verwaltungsgerichtlicher Eilantrag.

Um die Chancen, einen Studienplatz in Medizin zu erhalten, zu erhöhen, ist es regelmäßig erforderlich, an mehreren Universitäten (teilweise 15-20) Anträge zu stellen und verwaltungsgerichtliche Eilanträge einzureichen. Die Erfolgsaussichten lassen sich grundsätzlich erst dann beurteilen, wenn die Anzahl der Studienplätze für das laufende Semester feststeht und über das Verwaltungsgericht Akteneinsicht beantragt worden ist.

Im Übrigen richtet sich die Auswahl der Universitäten danach, wo in den letzten Semestern die Studienplatzklagen eher zum Erfolg geführt haben oder nicht oder z.B. neue Studienmodelle eingeführt werden. Dies bedeutet, dass Sie grundsätzlich bereit sein sollten, bundesweit zu studieren. Auch wenn eine Studienplatzklage erfolgreich ist, also die Kapazitätsberechnung einer Hochschule z.B. fehlerhaft ist, führt dies aufgrund der vorhandenen erheblichen Anzahl an Mitbewerbern nicht zwangsläufig zu einem Studienplatz, da diese erklagten Plätze dann zwischen den Bewerbern überwiegend im Losverfahren verteilt werden.

Zum Sommersemester 2009 ist ein Studium der Humanmedizin grundsätzlich möglich an den Universitäten:

Berlin-Charité, Erlangen / Nürnberg, Gießen, Göttingen, Köln, Mainz, Münster, Tübingen, Würzburg,

Regelmäßig bestehen Bewerbungsfristen für die einzelnen Universitäten. Im Hinblick auf die vorgenannten ist die Bewerbungsfrist für Tübingen bereits abgelaufen (15.01.2009). Für die weiteren Universitäten sind die Fristen unterschiedlich. Die nächsten Fristen laufen zum 01.04.2009 ab. Anhand der Rechtsprechung der letzten Jahre sind die Aussichten an den Universitäten Köln und Münster tendenziell als eher weniger erfolgsversprechend zu beurteilen (keine Studienplätze außerhalb der festgesetzten Kapazitäten in den letzten Semestern, zB. VG Köln Nc 184/08, VG Münster 9 Nc 243/07). Dasselbe gilt für die Universitäten Gießen (VG Gießen vom 12.02.2007 3 E 3728/06) und Würzburg (VG Würzburg vom 15.01.2007 W 7 E 06.20322).

Studienplätze außerhalb der festgesetzten Kapazitäten wurden von den Verwaltungsgerichten in den letzten Semestern an den Universitäten Berlin-Charité, Erlangen/Nürnberg (VG Ansbach, Beschluss vom 01.02.2006, AN 2 E 05. 10733), Göttingen (VG Göttingen 8 C 6/05 u.a.) Tübingen und Mainz (VG Mainz, Beschluss vom 17.01.2006, 15 M 668/05.MZ) immer wieder festgestellt, so dass an diesen Universitäten tendenziell eher Erfolgsaussichten bestehen.

Wir führen für unsere Mandanten bundesweit Verfahren gegen Universitäten und Fachhochschulen, insbesondere in den ZVS-Studiengängen Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie, Tiermedizin, Zahnmedizin sowie in sämtlichen zulassungsbeschränkten Studiengängen, wenn realistische Erfolgschancen bestehen.

Ansprechpartner:
Frau Rechtsanwältin Simone Baiker, Fachanwältin für Verwaltungsrecht

Baiker & Richter, Rechtsanwälte
Kaiserswerther Straße 263
40474 Düsseldorf
T: (0211) 58 65 156
web: www.baiker-richter.de



Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwältin
Simone Baiker

Baiker & Richter Fachkanzlei für Verwaltungsrecht

Weitere Rechtstipps (7)

Anschrift
Kaiserswerther Straße 263
40474 Düsseldorf
DEUTSCHLAND

Telefon: 0211-5865156

Kontakt

Bitte verwenden Sie zur Kontaktaufnahme bevorzugt dieses Formular. Vielen Dank!



captcha



zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwältin Simone Baiker

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwältin
Simone Baiker

Baiker & Richter Fachkanzlei für Verwaltungsrecht

Weitere Rechtstipps (7)

Anschrift
Kaiserswerther Straße 263
40474 Düsseldorf
DEUTSCHLAND

Telefon: 0211-5865156

Kontakt

Bitte verwenden Sie zur Kontaktaufnahme bevorzugt dieses Formular. Vielen Dank!



captcha



zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwältin Simone Baiker