Hundekot als persönlicher Fetisch: Kein Verständnis bei Gericht

15.01.2017, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (215 mal gelesen)
Hundekot als persönlicher Fetisch: Kein Verständnis bei Gericht © mihi - Fotolia.com
Die meisten Gerichtsurteile im Zusammenhang mit Tieren drehen sich um die Anzahl der in einer Wohnung zu haltenden Tiere oder die Haftung des Halters, wenn Zorro den Briefträger gebissen hat. Es gibt jedoch auch Fälle mit gänzlich anderem Hintergrund. Und manchmal kommen die Gerichte nicht umhin, einem Tierhalter die Haltung von Tieren zu verbieten.

Ein Mann hielt sich auf seinem Bauernhof elf Deutsche Doggen. Die Kreisverwaltung führte mehrfach tierschutzrechtliche Kontrollen auf dem Hof durch, und fand allerhand Ekliges: Haus und Hof waren zum Teil erheblich mit Hundekot und -Urin verschmutzt. Die Behörde ordnete an, dass der Mann die Aufenthaltsbereiche der Hunde reinigen müsse, auch seien die Wände zu fliesen oder mit einem abwaschbaren Anstrich zu versehen. Jeder Hund müsse ausreichend Auslauf bekommen, Kontrollen seien zu dulden und Auskünfte zu erteilen. Der Hundehalter ging gegen diese gutgemeinten Anordnungen (erfolglos) rechtlich vor. Die Behörde schaute sich nun etwas genauer um, und entdeckte Merkwürdiges: Offenbar war im Haus Hundekot in Eimern, Plastiktüten und Badewannen gesammelt worden. Das ganze Haus verströmte einen beißenden Ammoniakgeruch. Die Erklärung des Mannes: Er benötige den Hundekot für den Eigenbedarf zur sexuellen Stimulation. Der Kot stamme nicht nur von seinen Hunden, sondern auch von fremden.

Die Behörde untersagte ihm nun jegliche Tierhaltung, da er keine artgerechte Haltung der Hunde gewährleisten könne. Dagegen ging er gerichtlich vor. Aber auch das Verwaltungsgericht Koblenz hatte für seine Vorlieben kein Verständnis. Die aufgefundenen Mengen an Fäkalien belasteten die Luft in allen Räumen des Hauses derart, dass es gerade für Hunde mit ihrem empfindlichen Geruchssinn gesundheitsschädlich sei. Ammoniak in solcher Konzentration könne Vergiftungen auslösen. Außerdem habe er die Tiere immer wieder über Tage auf engstem Raum sich selbst überlassen, wenn er beruflich verreist sei. Grundanforderungen an die Hygiene und die artgerechte Haltung seien nicht gewährleistet. Da der Mann sich von tierschutzrechtlichen Anordnungen nicht habe beeindrucken lassen, sei wahrscheinlich, dass er weitermachen werde wie bisher. Seine sexuellen Vorlieben würden ihm kein Recht geben, seine Tiere derartigen Verhältnissen auszusetzen. Das Tierhaltungsverbot wurde bestätigt.

Verwaltungsgericht Koblenz, Urteil vom 6. Juli 2016, 2 K 30/16.KO