Kerzenlicht im Advent- Versicherung zahlt nicht für jeden Brandschaden!

28.11.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (226 mal gelesen)
Kerzenlicht im Advent- Versicherung zahlt nicht für jeden Brandschaden! © styleuneed - Fotolia.com
Zum ersten Advent steigt wieder die Gefahr von Wohnungsbränden. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) brannte es in deutschen Wohnungen allein in der Weihnachtszeit 2012 rund 11.000 mal. Versicherungen weigern sich in vielen Fällen die Kosten des Brandschadens zu übernehmen. Zu Recht?
Welche Versicherung muss für einen Brandschaden aufkommen?

Ist es zu einem Weihnachtsbrand in der Wohnung gekommen, gilt es umgehend die richtige Versicherung zu kontaktieren. Richtiger Ansprechpartner ist in diesem Fall die Hausratversicherung. Sie übernimmt die Kosten für die Regulierung des Brandschadens allerdings nur, wenn der Versicherungsnehmer mit der entsprechenden Sorgfalt beim Gebrauch von brennenden Kerzen vorgegangen ist. Ist ihm Fahrlässigkeit vorzuwerfen, ist der Versicherungsschutz pfutsch!

Und an diesem Punkt müssen dann die Gerichte entscheiden, ob dem Versicherungsnehmer ein grob fahrlässiges Verhalten im Umgang mit der brennenden Weihnachtsdekoration vorzuwerfen ist.

Keine Fahrlässigkeit beim Umgang mit Kerzen!

In welchen Fällen sich ein Versicherungsnehmer fahrlässig hinsichtlich des Gebrauchs von brennenden Kerzen verhalten hat, müssen oft letztlich die Gerichte entscheiden.

Nach einem Urteil des Landgerichts Mönchengladbachs (Aktenzeichen 10 O 141/98) muss die Hausratversicherung für einen Brandschaden aufkommen, der entstand, weil der Versicherungsnehmer beim Sex mit seiner Partnerin die brennenden Kerzen am Adventskranz vergaß. Hier liege keine Fahrlässigkeit im Verhalten des Mannes, da er mit dieser Art von Ablenkung vorm Frühstück laut Gericht nicht rechnen musste.
Die Hausratversicherung muss auch für Brandschäden aufkommen, die entstanden sind, weil der Versicherungsnehmer für die Dauer eines Toilettenbesuchs den Adventskranz auf einem gefließten Tisch kurz unbeaufsichtigt lässt. So urteilte das Landgericht Hof (Aktenzeichen 13 O 471/99).

Grob fahrlässig handelt aber, wer ein altes ausgetrocknetes Tannengesteck anzündet und das Haus verlässt, handelt grob fahrlässig, so eine Entscheidung des Landgerichts Oldenburg (Aktenzeichen 2 U 300/00). Ein Versicherungsnehmer setzt seinen Versicherungsschutz aufs Spiel, wenn er den Adventskranz ungefähr 30 Minuten unbeaufsichtigt lässt, so das Landgericht Krefeld (Aktenzeichen 5 O 422/05).