Krank im Ausland- Wann zahlt die Versicherung?

10.03.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (99 mal gelesen)
Krank im Ausland- Wann zahlt die Versicherung?
Wer auf einer Auslandreise erkrankt und sich nicht an die Spielregeln der Auslandsreisekrankenversicherung hält, bleibt er womöglich auf seinen Kosten für Medikamente und Krankenhaus sitzen.

Notrufzentrale der Versicherung verständigen!

Ein erkrankter Urlauber hatte bei einem Versicherungsunternehmen eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen, die in ihren Versicherungsbedingungen festgelegt hatte, dass im Krankheitsfall die Notrufzentrale zu verständigen ist. So kann der medizinische Dienst der Versicherung die Behandlung begleiten und den Rücktransport nach Deutschland organisieren.
Auf einer Urlaubsreise in Kamerun erkrankte der Urlauber an Bauch- und Magenkrämpfen mit Erbrechen und Durchfall und erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Er wurde in die örtliche Klinik verbracht und dort stationär behandelt. Aufgrund seines Zustands konnte er die Notrufzentrale der Versicherung nicht verständigen. Er musste Krankenhauskosten in Höhe von 3.265,57 EUR bezahlen. Diese Kosten verlangte der Urlauber von der Versicherung zurück.

Zu Unrecht, so das Amtsgericht München (Aktenzeichen 273 C 32/13). Die Versicherung habe zwar nach dem Auslandsreisekrankenversicherungsvertrag die Kosten der notwendigen Heilbehandlung bei einer akut eintretenden Krankheit auf einer Reise im Ausland zu erstatten. Der Kläger habe aber nicht bewiesen, dass die Voraussetzungen des Versicherungsfalls vorgelegen haben, da er die Notrufzentrale nicht eingeschaltet hat, die deshalb die medizinische Behandlung des Klägers im Ausland nicht begleiten konnte. Der Kläger hätte über seine Bekannten und Verwandten oder jedenfalls, als es ihm wieder besser ging, selbst die Notrufzentrale einschalten können. Allein die Vorlage der Krankenhausrechnung nebst weiteren Unterlagen reicht nicht aus, wenn daraus keine Diagnose erkennbar ist und insbesondere auch nicht, weshalb die in Rechnung gestellten Medikamente, Laboruntersuchungen und weiteren Untersuchungen medizinisch notwendig waren. Diese Angaben seien jedoch erforderlich, damit die Versicherung ihre Einstandspflicht überprüfen kann, so das Amtsgericht München.

Fazit: Sofern bei einer Erkrankung im Ausland die Notrufzentrale der Versicherung nicht verständigt wird, muss der Versicherungsnehmer beweisen, dass und woran er tatsächlich erkrankt ist und dass die medizinische Behandlung notwendig war.