Nachbarliche Schlafzimmerbeleuchtung

06.03.2017, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (126 mal gelesen)
Nachbarliche Schlafzimmerbeleuchtung © JS - Fotolia.com
Ein Hauseigentümer wollte sein Grundstück gut ausleuchten – auch bei Nacht. Er brachte dazu an seiner Hauswand eine Lampe an und schraubte eine Energiesparbirne hinein. Die Umgebung wurde sofort gut beleuchtet. Allerdings auch das Schlafzimmer seines Nachbarn. Dieser beschwerte sich umgehend. Er wollte keine Schattenspiele an der Schlafzimmerwand veranstalten, und der erholsame Nachtschlaf litt unter der hellen Bestrahlung. Der Beleuchtungsfreund hatte dafür kein Verständnis. Schnell traf man sich vor Gericht.

Dieses befasste sich gründlich mit dem Fall und studierte Berge von Fotos des Tatortes. Auch nahm es zur Kenntnis, dass die fragliche Lampe gerade mal 9 Watt leistete. Zwischen Lampe und Schlafzimmerfenster lagen 6 Meter.

Das Gericht konnte sich eine Störung der Nachbarn durch die Lampe nicht erklären – höchstens mit einer besonderen Lichtempfindlichkeit der Betroffenen. Es sah aber eine Menge Möglichkeiten, wie die Kläger selbst – und ohne juristischen Beistand – das Problem lösen könnten. Zum Beispiel durch die Anpflanzung immergrüner dichter Grenzgewächse, etwa einer Lorbeerhecke.

Die Kläger verlangten nun, dass die Lampe zumindest für die nächsten drei Jahre aus bleiben müsse – denn dann hätte eine bislang hypothetische Hecke genug Zeit, um zu wachsen. Das Gericht ließ sich jedoch nicht erweichen, und verwies auf die Möglichkeit der Anlieferung von erwachsenen Gewächsen durch einen Gartenbaubetrieb. Der Nachbar hätte jedes Recht, sein Grundstück zu beleuchten – schon um seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, damit nicht andere Menschen in seinem Eingangsbereich stolperten. Die Klage der Beleuchtungsgegner scheiterte.

Fazit: Manche nachbarlichen Probleme lassen sich auch durch Gärtner lösen – nicht nur durch Juristen.

AG Siegen, Urteil vom 8.4.2003, Az. 12 C 591/02