Neue Kennzeichen für Mofas, Mopeds und Roller

29.03.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 3 Min. (258 mal gelesen)
Neue Kennzeichen für Mofas, Mopeds und Roller © DOC RABE Media - Fotolia.com
Auch Mofas, Mopeds und Roller dürfen nicht ohne Versicherung unterwegs sein. Sie benötigen daher ein Versicherungskennzeichen. Zum 1. März 2016 waren neue Kennzeichen fällig. Hier einiges Wissenswerte über das Mopedkennzeichen.

Kennzeichenpflicht für Kleinkrafträder
Kleinkrafträder wie Mofas, Mopeds und Roller mit kleinem Hubraum müssen nicht bei der KfZ-Zulassungsstelle zugelassen werden. Aber: Sie müssen trotzdem eine Betriebserlaubnis haben und es besteht nach dem Verkehrsrecht für sie auch Versicherungspflicht. Der Gesetzgeber hat hier für klare Verhältnisse gesorgt: Denn ein Verkehrsunfall ist schnell passiert, und dann stehen genauso schnell hohe Forderungen nach Schadensersatz und Schmerzensgeld im Raum. Dass Kleinkrafträder die erforderliche Haftpflichtversicherung besitzen, wird mit Hilfe des Versicherungskennzeichens nachgewiesen. Dieses gilt jeweils für ein Jahr. Am 1. März eines jeden Jahres beginnt das neue Versicherungsjahr, und die Fahrzeuge müssen Kennzeichen in der neuen Farbe tragen. Dies soll die Kontrolle durch die Polizei erleichtern. Für 2016 ist "grün" angesagt.

Welche Fahrzeuge brauchen ein Versicherungskennzeichen?
Zunächst einmal alle Kleinkrafträder (Mofas, Mopeds, Motorroller) mit bis zu 50 ccm Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Ebenfalls Mofas und Mopeds aus alter DDR-Produktion, die bis zu 60 km/h schaffen und vor dem 1. März 1992 bereits erstmalig versichert gewesen sind. Die Pflicht gilt nicht nur für klassische zweirädrige Fahrzeuge, sondern auch für Quads, Segways, Trikes mit höchstens 50 ccm Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Sie gilt auch für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 350 kg Leermasse und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Auch motorisierte Krankenfahrstühle der Führerscheinklassen S und M sowie Fahrräder mit Hilfsmotor und E-Roller müssen versichert sein.

Was gilt für E-Bikes und Pedelecs?
Die Versicherungspflicht erstreckt sich auch auf E-Bikes und Pedelecs, deren Motorleistung über 250 Watt liegt bzw. die mit einer Tretunterstützung über 25 km/h oder mit einer Anfahrhilfe über 6 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen. Alle E-Bikes und Pedelecs, die unter dieser Grenze liegen, fallen nicht unter die Versicherungspflicht. Kommt es zu einem selbstverursachten Unfall mit Fremdschaden, zahlt hier in der Regel die private Haftpflichtversicherung.

Wie werden Verstöße geahndet?
Wer ohne oder mit falschem Versicherungskennzeichen herumfährt, macht sich strafbar wegen "Fahrens ohne Versicherungsschutz". Hier geht es also nicht um einen Strafzettel, sondern um eine Straftat nach dem Pflichtversicherungsgesetz, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Strafbar macht sich nicht nur, wer fährt, sondern auch, wer einem anderen erlaubt, mit seinem nicht korrekt versicherten Fahrzeug zu fahren – etwa im Rahmen einer Probefahrt.

Zeitrahmen: Wann beginnt und endet der Versicherungsschutz?
Das Versicherungsjahr beginnt am 1. März und endet am 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Die Laufzeit der Versicherung beginnt mit Abschluss des Versicherungsvertrages. Die Fahrzeughalter müssen sich rechtzeitig vor dem ersten März ein neues Kennzeichen besorgen. Kauft man sich mitten im Jahr ein neues Kennzeichen (bzw. ein neues Fahrzeug), findet der Kennzeichenwechsel trotzdem zum 1. März statt, dies ändert also nichts am festen Versicherungsjahr.

Wo kauft man sich das Versicherungskennzeichen?
Mopedkennzeichen bekommt man bei Versicherungsagenturen, Automobilclubs und auch bei vielen Banken und Sparkassen, aber nicht an Tankstellen. Einige Versicherungen bieten auch eine Online-Bestellung an, in diesem Fall werden Kennzeichen und Versicherungsschein per Post versandt.

Wo wird das Nummernschild angebracht?
Dies regelt § 27 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FzV). Danach muss das Kennzeichen an der Rückseite des Fahrzeugs möglichst unter der Schlussleuchte fest angebracht werden. Es darf bis zu einem Winkel von 30 Grad in Fahrtrichtung geneigt sein. Der untere Rand des Kennzeichens darf nicht weniger als 200 mm über der Fahrbahn liegen. Das Kennzeichen muss hinter dem Fahrzeug in einem Winkelbereich von je 45 Grad beiderseits der Fahrzeuglängsachse auf eine Entfernung von mindestens 15 m lesbar sein.

Was kostet ein Mopedkennzeichen?
Der Versicherungsbeitrag ist mit dem Preis für das Kennzeichen bezahlt. Die Preise sind von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Sie schwanken zwischen ca. 38 und 140 Euro. Ihre Höhe hängt von der Deckungssumme ab, bei einigen Versicherern auch vom Alter des Fahrers. Fahrer ab 23 Jahren bekommen meist günstigere Konditionen als Fahrer der Altersstufe 16 bis 23. Im Schadensfall werden nicht nur berechtigte Forderungen des Unfallgegners bezahlt, sondern auch unberechtigte abgewehrt.