Pokergewinne sind umsatzsteuerfrei

07.02.2018, Autor: Herr Lennart Droste / Lesedauer ca. 1 Min. (49 mal gelesen)
Der Pokerspieler muss von seinen Spielgewinnen keine Umsatzsteuer abführen.

Preisgelder oder Spielgewinne, die ein Berufspokerspieler nur bei erfolgreicher Teilnahme erhält, sind kein Entgelt für eine umsatzsteuerliche Leistung des Pokerspielers. Der Pokerspieler muss daher von seinen Spielgewinnen keine Umsatzsteuer abführen. 

Ausweislich der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH Urteil v. 30.08.2017, Az. XI R 37/14) bestehe zwischen der Teilnahme an Pokerturnieren, Cash-Games und Internet-Pokerveranstaltungen und den erhaltenen Zahlungen (Preisgelder und Spielgewinnen) nicht der für eine umsatzsteuerliche Leistung gegen Entgelt erforderliche Zusammenhang. Denn das Preisgeld oder der Spielgewinn werde nicht für die Teilnahme am Turnier, sondern für die Erzielung eines bestimmten Wettbewerbsergebnisses gezahlt.

Etwas Anderes sei nur der Fall, wenn der Veranstalter an den Pokerspieler eine von der Platzierung unabhängige Vergütung zahle. Denn in diesem Falle handele es sich um eine Dienstleistung des Pokerspielers für den Veranstalter, die gegen ein Entgelt erfolge, was damit der Umsatzsteuer unterfallen würde. Der Umsatzsteuer unterliege daneben auch eine Turniergebühr die der Veranstalter erhebe, wenn er Spieler gegen diese zum Spiel zulasse, da es sich bei der Turniergebühr dann um ein Entgelt für die umsatzsteuerliche Leistung des Spieles an sich handele.

Unabhängig von der Umsatzsteuer können Gewinne aus der Teilnahme an Pokerspielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb darstellen und damit der Einkommensteuer des Spielers unterliegen.