Private Krankenversicherung: Versicherungsnehmer müssen Arztrechnung prüfen!

03.03.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (235 mal gelesen)
Private Krankenversicherung: Versicherungsnehmer müssen Arztrechnung prüfen!
Privat Krankenversicherte haben die Pflicht, die Arztrechnungen, die sie bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen auch vorher dahingehend zu überprüfen, ob die abgerechnete Behandlung auch vom Arzt erbracht wurde. Versäumen sie dies, kann die private Krankenversicherung ihre Kostenerstattung zurückverlangen!

So lautet eine Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 282 C 28161/12) im Fall einer privat krankenversicherten Frau, die von ihrem Arzt eine Bioresonanztherapie erhielt. In der Rechnung wurden vom Arzt eine Akkupunkturbehandlung und eine Infiltrationsbehandlung abgerechnet, obwohl er diese Behandlungen tatsächlich nicht vorgenommen hatte. Die Patientin reichte die Arztrechnung bei ihrer Privatversicherung ein. Die Behandlungskosten wurden der Patientin von ihrer Krankenversicherung erstattet. Später erlangte die Krankenversicherung davon Kenntnis, dass die von ihr erstatteten Leistungen nicht erbracht worden waren und fordert den Erstattungsbetrag von der Patientin zurück.

Zu Recht, entschied das Amtsgericht München. Für den Versicherungsnehmer einer privaten Krankenversicherung besteht zumindest die nebenvertragliche Pflicht, die von ihm bei seinem Versicherer eingereichte Rechnung darauf zu prüfen, ob die darin aufgeführten Leistungen auch tatsächlich durchgeführt wurden. Die Rechnung ist auf ihre Plausibilität zu prüfen und die Versicherung muss auf etwaige Ungereimtheiten hingewiesen werden. Dem Versicherungsunternehmen ist es naturgemäß nicht möglich, selbst Einblick in die tatsächlich durchgeführten Behandlungen zu nehmen. Die Frau muss der privaten Krankenversicherung die Erstattung zurück zahlen, so das Amtsgericht München.

Die Patientin bleibt auf den Kosten der Bioresonanztherapie sitzen!