Probleme beim Übergang an die weiterführende "Wunsch-Schule" ab Klasse 7

21.01.2020, Autor: Herr Sven Gläser / Lesedauer ca. 2 Min. (53 mal gelesen)
Der Wechsel an die weiterführende Schule ab Klasse 7 steht bevor und mit ihm das Problem, dass besonders beliebte Schulen oftmals keine Schulplatzgarantie geben können. Ein fehleranfälliges Auswahlverfahren ist die Folge. Doch wie verhalten sich die Eltern im Fall einer Ablehnung am Besten?

Der Wechsel ins Gymnasium oder die Oberschule scheint noch weit entfernt, doch bereits jetzt stehen die Entscheidung der Eltern an, in welche konkrete Schule(n) der Nachwuchs ab der kommenden 7. Klasse angemeldet werden soll. Die meisten Schulen bieten gerade jetzt ihre Schnupper- oder Kennenlerntage an und werben um ihre künftigen Schüler.

Angesichts der steigenden Schülerzahlen und des Umstandes, dass bestimmte begehrte Schulen weniger Schulplätze zur Verfügung haben, als tatsächlicher Bedarf vorliegt, besteht jedoch für viele keine wirkliche Planungssicherheit. So ist die Zahl der Bewerber oftmals weit höher als die bestehenden Kapazitäten. Nicht jeder kann oder will sich aber einen Platz an einer Privatschule leisten.

Grundsätzlich haben die Eltern der aktuellen Sechstklässler zunächst die Wahl der Schulart. So kann der Nachwuchs unter Berücksichtigung der von der Grundschule erstellten Empfehlung, der sog. Förderprognose, zwischen dem Besuch einer integrierten Sekundarschule (ISS) bzw. eines Gymnasiums wählen.

Die Anmeldung Berliner Schüler an eine der weiterführenden Schulen, unter Vorlage von Anmeldebogen und der Förderprognose, ist in diesem Jahr zwischen dem 17. und 26. Februar vorzunehmen. Hierbei melden die Eltern ihr Kind in der (Erst-) Wunschschule an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sog. Zweit- und Drittwünsche anzugeben, falls ein Schulplatz in den zunächst priorisierten Schulen nicht zugeteilt wird.

Werden, wie dies in letzter Zeit vermehrt vorkommt, mehr Kinder an einer Schule angemeldet, als Plätze vorhanden sind, ist ein Auswahlverfahren durchzuführen. Vorrangige Aufnahme erfahren zunächst Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Voraussetzung hierbei ist das Vorliegen eines wirksamen Förderbescheids. Des Weiteren sind die sog. „besonderen Härtefälle“ zu berücksichtigen. Diese sollen gegeben sein, „wenn Umstände vorliegen, die den Besuch einer anderen als der gewünschten Schule unzumutbar erscheinen lassen“, z. B. bei besonderen familiären oder sozialen Situationen. Was darunter zu verstehen ist, musste bereits des Öfteren seitens der angerufenen Gerichte entschieden werden.

Weiteres Kriterium ist die Durchschnittsnote des Schülers. Hierbei werden in der Regel 60 % der Schulplätze an die Bewerber mit den besten Notendurchschnitten vergeben. Verbleibende Restplätze werden sodann im Losverfahren vergeben.

In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass dem Kind der Zugang zur Wunschschule rechtsfehlerhaft verwehrt wird. Verfahrensfehler können hier in vielfältiger Form eintreten, beginnend mit der Falschberechnung tatsächlich zu berücksichtigender Kapazitäten, der fehlerhaften Bewertung von Härtefallen bis hin zur Schaffung unzulässiger Auswahlkriterien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Gegen eine Zurückweisung des Aufnahmeantrags müssen Eltern innerhalb eines Monats nach Erhalt des Ablehnungsbescheids Widerspruch einlegen, da die Entscheidung anderenfalls rechtskräftig würde.

Wenn die zuständige Behörde dem Widerspruch nicht selbst abhilft, ist aufgrund der besonderen Eilbedürftigkeit der Sache ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zu stellen. Dies ist hier notwendig, da ein Klageverfahren üblicherweise schlicht zu lange dauert und mit einer Entscheidung vor Beginn des Schuljahres nicht zu rechnen ist.

Sollten auch Sie einen ablehnenden Bescheid erhalten oder bereits im Vorfeld eine Beratung zur rechtlichen Situation wünschen, so können Sie sich gerne an uns wenden. Wir begleiten Sie sodann gegebenenfalls auch in rechtlicher Hinsicht im Falle der Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens.



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