Reisemängel- Neue Rechtsprechung!

17.05.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice (60 mal gelesen)
Nicht jede Unannehmlichkeit im Urlaub stellt auch gleich einen Reisemangel dar, der den Urlauber berechtigt den Reisepreis zu mindern. Dies mussten auch die Urlauber in folgendem Fall erfahren:

Ein Reiseveranstalter  ist beispielsweise nicht verpflichtet, dem Urlauber ein ungefährdetes Schwimmen im Meer zu ermöglichen. Ein Badeverbot wegen der Gefahr von Haiangriffen ist daher kein Reisemangel. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen  ) aktuell im Fall eines Ehepaars, das einen Pauschalurlaub auf der Seychelleninsel Praslin buchte. Einige Zeit vor der Anreise der Urlauber sprachen die örtlichen Sicherheitsbehörden für einzelne Strände der Seychellen eine Badeverbot aus, da vor dem Strand Anse Lazio der Insel Praslin ein Haiangriff stattgefunden hatte. Das Badeverbot bestand auch noch, als das Ehepaar anreiste. Dieses fühlte sich durch die Regelung in ihrer Urlaubsfreude beeinträchtigt und wollte die Hälfte des Reisepreises als Entschädigung vom Reiseveranstalter zurück bezahlt bekommen. Zu Unrecht, so das Amtsgericht München. Den Reisenden stünde weder ein Schadenersatzanspruch noch ein Minderungsanspruch zu. Die Reise sei nicht mangelhaft. Der Strand sei während der Reisezeit der Kläger nutzbar gewesen. Den Reiseveranstalter treffe nicht die Verpflichtung, dem Reisenden ein ungefährdetes Schwimmen im Meer zu ermöglichen. Ein Badeverbot stelle daher keinen Reisemangel dar. Dies gelte umso mehr, wenn das zeitliche Badeverbot zum Schutz der Urlauber vor ortsüblichen Gefahren erfolge.

Grundsätzlich gilt zum Thema Reisemangel: Wer Ansprüche wegen Reisemängel geltend machen will, muss dies innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vorgesehenen Reiseende machen. 

Prinzipiell ist der Reisende zunächst verpflichtet, den Mangel unverzüglich noch vor Ort gegenüber dem Reiseveranstalter anzuzeigen- am besten schriftlich. Versäumt er dies, entfällt ein Anspruch auf Reisepreisminderung. Diese Anzeigepflicht kann aber in einigen Fällen entfallen, wenn der Mangel beispielsweise nicht abgestellt werden kann (Hotel ist eine Baustelle) oder wenn eine Mängelanzeige faktisch nicht möglich ist, weil beispielweise keine Reisevertretung vor Ort ist.

Wichtig ist auch, dass die Ansprüche wegen Reisemängel nach zwei Jahren ab vertraglicher Beendigung der Reise verjähren. Ist diese Frist abgelaufen, haben Reisende nur noch die Möglichkeit ihre Ansprüche gegen den Reiseveranstalter gerichtlich geltend zu machen, wenn dieser den Reisemangel arglistig verschwiegen hat.

Tipp der Redaktion: Urlauber sind für die behaupteten Reisemängel im Falle eines Rechtsstreits beweispflichtig. Daher sollten alle Reisemängel genau dokumentiert und anhand von Fotos, Filmen und Zeugenaussagen und -adressen festgehalten werden. Ansonsten kann es sein, dass der Urlauber trotz missglückter Reise vor Gericht unterliegt.

 



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