Schweinerei in der Mietwohnung

21.01.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (145 mal gelesen)
Schweinerei in der Mietwohnung © Swetlana Baluiskaja - Fotolia.com
Eine Vermieterin in Berlin hatte der Tierhaltung in ihren Wohnungen vertraglich ihren Segen gegeben. Allerdings stellte sich heraus, dass eine Mieterin in ihrer Wohnung ein besonderes Haustier hielt: Ein Mini-Schwein namens "Schnitzel". Die Vermieterin war nun der Ansicht, dass Schweine grundsatzlich in Mietwohnungen nichts zu suchen haben. Denn schließlich soll ja aus der Wohnung kein Saustall werden. Auch war es bereits zu Geruchsbelästigungen im Hausflur gekommen. Die Hausherrin forderte daher die Abschaffung von "Schnitzel". Als die Mieterin sich weigerte, kam der Streit vor Gericht.

Das Amtsgericht Berlin-Köpenick erwies sich jedoch als schweinefreundlich: Habe ein Vermieter der Tierhaltung zugestimmt, könne er nur dann Einwände geltend machen, wenn von dem Tier eine Gefahr oder Belästigung ausginge. Die Geruchsbelästigung liege hier schon zwei Monate zurück und sei seitdem nicht mehr aufgetreten. Eine Gefahr für andere Hausbewohner sei von dem Tier nicht ausgegangen. Die Schweinehaltung war also keine vertragswidrige Nutzung der Mietwohnung und blieb erlaubt. Da kann man nur sagen: Schwein gehabt.

Amtsgericht Berlin-Köpenick, Urteil vom 13.7.2000, Az. 17 C 88/00