Sexgeräusche aus der Mietwohnung- Grund zur Kündigung?

05.09.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (514 mal gelesen)
Sexgeräusche aus der Mietwohnung- Grund zur Kündigung?
Dringen aus einer Mietwohnung nachts über einen längeren Zeitraum Sexgeräusche, kann der Vermieter dem Mieter kündigen.

Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 417 C 17705/13) im Fall eines Mieters, der in seiner Wohnung ein Schaukelgestell mit Ketten aufgestellt hatte, welches er drei bis vier Mal pro Woche über mehrere Stunden hinweg nachts zwischen 22 und 3 Uhr nutzte. Aus seiner Wohnung drang in dieser Zeit starker Lärm aufgrund sexueller oder sportlicher Praktiken, durch den sich die anderen Mieter gestört fühlten. Neben diesem Krach fühlten sich die Nachbarn auch durch andauerndes Kommen und Gehen von Menschen, Türklingeln und Duschen in diesem Zeitraum erheblich gestört. Die Vermieterin mahnt den Mieter ab, als sich sein Verhalten nicht änderte, kündigte sie ihm den Mietvertrag ordentlich.

Zu Recht, entschied das Amtsgericht München. Der beklagte Mieter habe seine vertraglichen Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich verletzt. Das Gericht geht davon aus, dass die Benutzung der Schaukel jedenfalls einen Teil dieser Geräusche verursacht hat. Die von der Wohnung des Mieters ausgehenden Geräusche in der Nacht würden nicht mehr dem normalen Mietgebrauch entsprechen und müssten deshalb von anderen Mietern und der Vermieterin nicht als sozialadäquat hingenommen werden. Dabei komme es für die Entscheidung nicht mehr darauf an, ob auch die angezeigten Unterhaltungen und das Duschen zur Nachtzeit Pflichtverletzungen des Mieters sind, so das Münchner Gericht.