Sprachkurs im Urlaubsparadies: Der Steuerzahler beteiligt sich kräftig!

02.01.2012, Autor: Herr Anton Bernhard Hilbert / Lesedauer ca. 1 Min. (2543 mal gelesen)
Sprachkurse im touristisch interessanten Ausland sind attraktiv. Das sieht auch der Bundesfinanzhof so. Er begrenzt den Abzug der Werbungskosten. Immerhin 50 % sind noch "drin". Bei Auslands-Seminaren, die wegen der Qualität der Referenten ausgewählt werden, dürften andere Maßstäbe gelten.

Ein Rechtstipp von Anton Bernhard Hilbert Waldshut-Tiengen http://www.hilbert-simon.de

1. Der Fall

Der Bundeswehr-Offizier, der aus beruflichen Gründen des Englischen gut mächtig sein sollte, hatte für knapp 8.000 DM einen Sprachkurs für „Allgemein-Englisch“ in Südafrika gebucht. Neben den Kursgebühren macht er die Reisekosten als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt lehnte ab. Ein Sprachkurs wäre auch im Inland möglich gewesen.


2. Die Entscheidung

Der Bundesfinanzhof zeigte sich in seinem Urteil vom 24.02.2011 (VI R 12/10) großzügiger. Zwar komme ein vollständiger Abzug der Reisekosten nur dann in Frage, wenn die Reise ausschließlich oder nahezu ausschließlich der beruflichen Sphäre zuzuordnen sei. Bei einer Sprachreise im Ausland werde die Ortswahl regelmäßig - und vor allem bei Fernreisen - von touristischen Interessen des Steuerpflichtigen beeinflusst. Deshalb müsse eine Aufteilung nach dem Verhältnis zwischen beruflicher Veranlassung und privaten Interessen vorgenommen werden. Mangels anderer Anhaltspunkte sei gegen eine hälftige Aufteilung nichts einzuwenden.


3. Folgerungen
Auf Fortbildung mit spezieller Thematik, z.B. zu Rechts- und Steuerfragen, dürfte diese Entscheidung allerdings nicht zu übertragen sein. Denn solche Veranstaltungen werden wegen der Qualität der Referenten besucht. Wenn allerdings die gleiche Veranstaltung auch im Inland angeboten wird, dürften private Interessen maßgeblich zu berücksichtigen sein.

Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt!



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