Stalking- Was können Betroffene tun?

27.09.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (246 mal gelesen)
Fast zwölf Prozent aller Deutschen werden laut einer aktuellen Studie im Laufe ihres Lebens mindestens einmal gestalkt. Unter Stalking versteht man das Verfolgen, Belästigen oder terrorisieren eines anderen Menschen. Am meisten sind hiervon Frauen betroffen. Die meist männlichen Täter verbreiten im Leben der Opfer Angst und Schrecken, bedrohen ihre Sicherheit und schränken damit deren Leben extrem ein.
 
Zum Stalker kann jeder werden: Der Ex-Ehemann, der Briefbote oder der Kollege. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer oft zurückgewiesen und haben nur ein Ziel: Macht über das Leben des Opfers zu erlangen.

Stalking-Opfer sollten frühzeitig Polizei einschalten
Die Polizeiliche Kriminalprävention rät Stalking-Opfern dem Stalker konsequent klarzumachen, dass kein Kontakt gewünscht ist. Zum eigenen Schutz sollte das private und berufliche Umfeld über das Stalking informiert werden. Bei akuten Angriffen oder Bedrohungen sollte sofort die Polizei gerufen werden. Zu Beweiszwecken empfiehlt es sich alles dokumentieren, was der Stalker tut. Eine Anzeige bei der Polizei hilft in vielen Fällen dem Terror ein Ende zu machen.

Stalker droht U-Haft
Seit dem Jahr 2007 ist Stalking in Deutschland als eigener Straftatbestand strafbar. Ein Stalker hat seit dem mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe zu rechnen. Eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren steht dem Stalker bevor, wenn er das Opfer in Todesgefahr oder der Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

Wichtig zu wissen: Die Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft findet beim Stalking allerdings nur auf Antrag des Opfers statt! Dafür reicht die Anzeige bei der Polizei nicht. Der Antrag muss bei der zuständigen Behörde gestellt werden. Anwaltliche Hilfe ist hier sicher anzuraten.
Die Justiz hat auch die Möglichkeit Stalkern zur Deeskalation in Untersuchungshaft zu nehmen. Nachdem Gewaltenschutzgesetz hat ein Stalking-Opfer die Möglichkeit beim zuständigen Amtsgericht eine einstweilige Verfügung gegen den Stalker zu erwirken.