Star-Anwalt Garry Hoy's preisgekröntes Lebensende

14.06.2013, Autor: Herr Anton Bernhard Hilbert / Lesedauer ca. 2 Min. (2420 mal gelesen)
Mit dem Darwin Award werden Personen ausgezeichnet, "die sich versehentlich selbst töten oder unfruchtbar machen und dabei ein besonderes Maß an Dummheit zeigen". 1996 wurde der Darwin Award einem brillanten kanadischen Anwalt verliehen. Völlig zu Recht.

Ein "Schwarzer-Humor-Tipp" von Anton Bernhard Hilbert, Waldshut-Tiengen - http://www.hilbert-simon.de

Der erfolgreiche kanadische Wirtschaftsanwalt Garry Hoy war stolz auf sein vom Boden bis zur Decke verglastes Büro im 24. Stockwerk des Toronto-Dominion-Centre.

Vor seinem Wechsel in die Juristerei war der Enddreißiger als Ingenieur ausgebildet worden. Deshalb hatte er nicht nur unbegrenztes Vertrauen in die Technik, sondern auch das Bedürfnis, deren Zuverlässigkeit anderen Menschen auf eine sehr spektakuläre Weise anschaulich zu machen.

Besuchern und Mandanten bewies er die Bruchfestigkeit der Büroverglasung, indem er sich, hoch über den Dächern der Stadt, mit Anlauf gegen die Scheibe warf. Das Glas hielt seinen Angriffen stand und erwies sich immer als bruchsicher.

Ob ihn am 9. Juli 1993 eine reizende Studentin aus einer Besuchergruppe angestachelt hatte oder ob andere Gründe eine Rolle spielten, werden wir nie mehr wissen:

Jedenfalls warf sich Hoy in diesem Fall gleich zwei Mal mit voller Wucht gegen die Glasfront. Die hielt wieder stand – aber nur der ersten Attacke!

Beim zweiten Anlauf fiel das Glas aus dem überstrapazierten Rahmen - übrigens ohne zu brechen! Das Glas hatte sich als sicher erwiesen - der Fensterrahmen nicht. Hoy stürzte 24 Stockwerke tief in den Tod, auf diese Art nicht nur seine Anwaltstätigkeit, sondern auch sein kurzes erfolgreiches Leben beendend. Die Polizei in Toronto registrierte einen „death by misadventure“.

Die Anwaltskanzlei überstand den Exitus ihres erfolgreichsten Partners nicht lange. Drei Jahre nach dem abrupten Ableben des „best and brightest“ unter ihren Partnern ging auch die Kanzlei Holden Day Wilson im Jahr 1996 unter.

Der unrühmliche Tod des Anwalts wurde unter anderem in einer „1000 Ways To Die“-Episode nachgestellt, passender Weise unter dem Titel „Habeas Corpse“ (Du sollst die Leiche haben) – in Anspielung auf den weltberühmten englischen Rechtsgrundsatz „Habeas Corpus“ (Du sollst Deine Unversehrtheit haben).

Wir lernen daraus, dass der Grundsatz: „Don’t ever bet your life on windows not crashing!“ nicht nur auf Computerprogramme anzuwenden ist, sondern auch auf verglaste Hochhaustürme.

Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt.



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