Steuer: Ferrari für Freiberufler?

01.09.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (161 mal gelesen)
Steuer: Ferrari für Freiberufler?
Freiberufler, wie Rechtsanwälte oder Ärzte, können die Kosten für ein Fahrzeug als Betriebsausgaben bei der Steuer geltend machen. Gilt dies auch für einen Sportwagen, der nur begrenzt geschäftlich genutzt wird?

Eingeschränkt, entschied der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VIII R 20/12) im Falle eines Tierarztes, der den hohen Aufwand für einen 400 PS- starken Sportwagen als Betriebsausgabe bei der Steuer geltend machte. Den geringen Umfang der betrieblichen Nutzung - nur 20 Fahrten in drei Jahren- hatte er mittels eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuches nachgewiesen. Das Finanzamt hatte den als angemessen anzusehenden Aufwand für die betrieblichen Fahrten lediglich mit pauschal 1 € je gefahrenen Kilometer, das dagegen angerufene Finanzgericht (FG) mit pauschal 2 € je Kilometer angesetzt.

1 Euro pro Kilometer!

Dabei blieb auch der Bundesfinanzhof. Die Grenzen für den Abzug unangemessener Aufwendungen gelten auch für die Beschaffung ausschließlich betrieblich genutzter PKW. Ob die Aufwendungen für das Fahrzeug unangemessen sind, bestimmt sich weiter danach, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer -- ungeachtet seiner Freiheit, den Umfang seiner Erwerbsaufwendungen selbst bestimmen zu dürfen, angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen nach den Umständen des Einzelfalles ebenfalls auf sich genommen haben würde. Auf dieser Grundlage seien die Kfz-Aufwendungen wegen des absolut geringen betrieblichen Nutzungsumfangs des Sportwagens sowie wegen der Beschränkung der wenigen Fahrten auf Reisen zu Fortbildungsveranstaltungen oder Gerichtsterminen und damit wegen fehlenden Einsatzes in der berufstypischen tierärztlichen Betreuung einerseits und des hohen Repräsentations- sowie privaten Affektionswert eines Luxussportwagens für seine Nutzer andererseits unangemessen. Ebenso hat der BFH es als zulässig angesehen, zur Berechnung des angemessenen Teils der Aufwendungen auf durchschnittliche Fahrtkostenberechnungen für aufwändigere Modelle gängiger Marken der Oberklasse in Internetforen zurückzugreifen.