Steuerhinterziehung kann Arbeitsplatz kosten!

10.02.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (221 mal gelesen)
Steuerhinterziehung kann Arbeitsplatz kosten!
Arbeitnehmer, die ihr Nettoeinkommen durch rechtswidrige Abrechnungen erhöhen, müssen mit einer Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses rechnen- selbst dann, wenn sie dies mit der Zustimmung und Kenntnis ihres Chefs taten.

Dies entschied das Arbeitsgericht Kiel (Aktenzeichen 2 Ca 1793 a/13) in folgendem Fall: Eine seit vielen Jahren angestellte Reinigungskraft war bei einem Reinigungsunternehmen als Vorarbeiterin und Objektleiterin beschäftigt. Sie rechnete ihre Arbeit über zwei andere, auf geringfügiger Basis beschäftigte Mitarbeiterinnen ab. Die Mitarbeiterinnen zahlten ihr das erhaltene Geld dann aus. Als der Geschäftsführer der Reinigungsfirma hiervon erfuhr, kündigte er die Reinigungskraft fristlos, hilfsweise ordentlich. Dagegen klagte die Frau und gab an, dass der Betriebsleiter ihr diese Abrechnungspraxis selbst vorgeschlagen habe und sie seit vielen Jahren im Betrieb angewandt worden sei.

Das Arbeitsgericht Kiel erachtete die ordentliche Kündigung als wirksam. Die Frau habe mit ihrer Vorgehensweise ihre Rücksichtnahmepflicht gemäß § 241 BGB schwerwiegend verletzt. Sie wusste, dass Gesetze umgangen werden. Die Schwere der Verfehlung und die Vorbildfunktion der Klägerin überwogen trotz langjähriger Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung und im Übrigen beanstandungsfreier Tätigkeit. Einer vorherigen Abmahnung bedurfte es in diesem Fall nicht. Die Arbeitnehmerin hat mit ihrem Verhalten in erster Linie sich selbst begünstigt und konnte nicht ernsthaft glauben, dass die vom Betriebsleiter gut geheißene Praxis von der auswärtigen Geschäftsführung gebilligt werden würde, so die Kieler Arbeitsrichter.