Steuertipp: eBay-Umsätze sind vom Kontoinhaber zu versteuern!

02.06.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (201 mal gelesen)
Steuertipp: eBay-Umsätze sind vom Kontoinhaber zu versteuern!
Generieren mehrere Personen bei Internetauktionen unter Verwendung eines gemeinsamen „Nickname“ Umsätze, sind alle erzielten Umsätze vom Inhaber des Nutzerkontos zu versteuern.

Dies geht aus einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg (Aktenzeichen 1 K 1939/12 ) hervor. Im zugrundeliegenden Fall hatten Eheleute über ein vom Ehemann auf seinen Namen angelegtes Nutzerkonto in dreieinhalb Jahren über 1.200 Verkäufe verschiedenster Gebrauchsgegenstände abgewickelt, die teils dem einen, teils dem anderen Ehegatten und teils beiden Eheleuten gemeinsam gehörten. Das Finanzamt hatte diese Verkäufe als umsatzsteuerpflichtig angesehen und als Steuerschuldner beide Eheleute gemeinschaftlich herangezogen.

Umsätze allein Ehemann zu zurechnen

Das sah das Finanzgericht Baden-Württemberg anders: Zwar hatte das Finanzgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen 1 K 3016/08) zuvor entschieden, dass die eBay-Auktionen aufgrund der Vielzahl der Verkaufsvorgänge, der Höhe der dabei erzielten Erlöse und des dafür betriebenen Organisationsaufwands der Umsatzsteuer unterlegen haben. In seinem nun ergangenen Urteil weist das Finanzgericht jedoch darauf hin, dass der leistende Unternehmer nach den dafür maßgeblichen Grundsätzen des Zivilrechts nach dem sogenannten „objektiven Empfängerhorizont“ des Meistbietenden zu bestimmen ist. Das ist bei der Verwendung eines Pseudonyms (also des „Nickname“) derjenige, der sich diesen Nutzernamen von eBay bei der Kontoeröffnung hat zuteilen lassen. Handlungen, die der eigentliche Verkäufer erst nach Ablauf der Bietephase vornimmt (wie etwa der Versand von Bestätigungsschreiben oder der Ware selbst), sind demgegenüber für die zivilrechtliche und umsatzsteuerrechtliche Bestimmung des leistenden Unternehmers in der Regel ohne Belang. Da die Verkäufe allein dem Ehemann zuzurechnen waren, war die Klage der beiden Eheleute gegen die ihnen gegenüber gemeinschaftlich ergangenen Umsatzsteuerbescheide erfolgreich, so das baden-württembergische Finanzgericht.