Unerlaubte Telefonwerbung- wie können sich Verbraucher wehren?

16.04.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (241 mal gelesen)
Unerlaubte Telefonwerbung- wie können sich Verbraucher wehren?
Umfragen, Gewinnspielmitteilungen oder Produktwerbung- Telefonanrufe zu den unmöglichsten Uhrzeiten nerven viele Verbraucher und sind in Deutschland ohne die ausdrückliche Einwilligung auch nicht erlaubt! Hier Tipps wie Verbraucher sich gegen sogenannte Cold Calls wehren können.

Cold Calls werden von Firmen durchgeführt, um Verbraucher am Telefon zu einem Vertragsschluss zu bewegen- meist mit nicht absehbaren finanziellen Folgen für den Verbraucher. Auch und insbesondere im Gewinnspiel- und Lotteriebereich werden Cold Calls genutzt, um mit der Lüge ein Gewinnspiel gewonnen zu haben, den Verbraucher zu einem Anruf bei einer kostenpflichtigen Hotline zu motivieren.

Verbraucher muss Werbeanruf vorher zustimmen

Werbeanrufe bei Verbrauchern sind in Deutschland nur erlaubt, wenn der Verbraucher vor dem Anruf ausdrücklich zugestimmt hat, dass er Werbeanrufen zustimmt. Eine Einwilligung zum Werbeanruf am Anfang des Gesprächs abzufordern, ist unzulässig.

Vorsicht, diese Einwilligung steht bei manchen Unternehmen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder wird durch Ankreuzen einer entsprechend vorformulierten Erklärung erteilt. Diese Einwilligungen sind wirksam, wenn sie für den Verbraucher erkennbar und verständlich sind.

Verbraucher kann Vertrag widerrufen!

Verbraucher, die bei einem Cold Call einen Vertrag abgeschlossen haben, können diesen ohne Begründung innerhalb von zwei Wochen schriftlich gegenüber der Firma widerrufen.

Vorgehen bei Cold Calls

Verbraucher können sich bei unerlaubter Telefonwerbung bei den Verbraucherzentralen oder direkt bei der Bundesnetzagentur beschweren. Damit wirksam gegen das Unternehmen vorgegangen werden kann, sollte der Verbraucher folgende Daten während des Anrufs notieren:
• Datum des Anrufs
• Name und Rufnummer des Anrufers
• Name des auftraggebenden Unternehmens
• Grund des Anrufs

Bei der Bundesnetzagentur haben Verbraucher mehrere Möglichkeiten ihre Beschwerde einzureichen. Die Bundesnetzagentur hält auf ihren Internetseiten ein Beschwerdeformular bereit, das Verbraucher via Post, Fax oder Email an die Bundesnetzagentur schicken können. Das Formular finden Sie hier. (http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1911/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/UnerlaubteTelefonwerbung/Beschwerdeeinreichen/beschwerdeeinreichen.html?nn=269128)

Firmen droht saftiges Bußgeld

Firmen, die Cold Calls bei Verbrauchern durchführen droht ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro.