VW Abgasskandal: Landgericht Wiesbaden spricht Käufer Schadensersatz zu

13.09.2018, Autor: Herr Joachim Cäsar-Preller / Lesedauer ca. 3 Min. (42 mal gelesen)
Schlappe für VW, Erfolg für einen geschädigten Käufer im Abgasskandal. Die Kanzlei Cäsar-Preller hat für den Käufer eines gebrauchten VW Golf Diesel die Rückabwicklung des Kaufvertrags durchgesetzt.

Das Landgericht Wiesbaden entschied mit Urteil vom 20. August 2018, dass Volkswagen dem Käufer den Kaufpreis erstatten muss und lediglich einen Nutzungsersatz einbehalten darf (Az.: 1 O 324/17).

„Das Landgericht Wiesbaden ist unserer Argumentation gefolgt und hat der Klage stattgegeben. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass unser Mandant durch die Verwendung der Manipulationssoftware vorsätzlich sittenwidrig getäuscht wurde und das Auto bei Kenntnis der Abgasmanipulationen überhaupt nicht gekauft hätte. Der Kaufvertrag ist daher rückabzuwickeln. Das Urteil des Landgerichts Wiesbaden ist ein weiterer Beleg dafür, dass Schadensersatzklagen der Verbraucher im Abgasskandal gute Erfolgsaussichten haben. Das gilt auch, wenn das Software-Update aufgespielt und das Fahrzeug gebraucht gekauft wurde“, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller aus Wiesbaden, der bereits zahlreiche Mandanten im Abgasskandal vertritt.

Der Kläger hatte den gebrauchten VW Golf 1,6 TDI im Juni 2013 bei einem Händler in Wiesbaden zu einem Preis von 9200 Euro gekauft. In dem Golf war der als „Schummel-Diesel“ bekannt gewordene Motor EA 189 verbaut. Der Kläger folgte dem Rückruf und ließ im Januar 2017 das Software-Update aufspielen, da er sich nicht dem Risiko aussetzen wollte, dass das Fahrzeug ansonsten stillgelegt wird. Im Dezember 2017 erklärte er den Rücktritt vom Kaufvertrag und forderte von VW Schadensersatz.

Das LG Wiesbaden gab der Klage statt. Dem Kläger stehe Schadensersatz in Höhe des gezahlten Kaufpreises von 9200 Euro abzüglich einer Nutzungsentschädigung in Höhe von knapp 2200 Euro zu. Unterm Strich erhält er rund 7000 Euro zzgl. der Erstattung der Kosten für Anmeldung und Abgasuntersuchung. VW habe den Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, urteilte das LG Wiesbaden.

Zur Begründung führte das Gericht aus, dass VW die Typenzulassung hinsichtlich der Einstufung in die Schadstoffklasse Euro 5 nur durch die Abgasmanipulation erreicht habe. Insofern liege ein sittenwidriges Verhalten durch VW vor. Nur durch die Manipulationssoftware konnte VW die Grenzwerte für die Schadstoffklasse Euro 5 einhalten. Die Typengenehmigung für die Abgasklassifizierung Euro 5 habe Volkswagen daher nicht rechtmäßig erhalten und hätte das Fahrzeug so gar nicht in den Verkehr bringen dürfen. Zudem sei das Handeln von VW auch als besonders verwerflich zu sehen. Durch den Einsatz der unzulässigen Software sei es am einfachsten gewesen, die Grenzwerte einzuhalten. Davon seien eine große Anzahl von Fahrzeugen betroffen, was auch zu erhöhten Stickoxidwerten an vielen Orten führt, so das LG. Zudem habe VW die Schädigung der Kunden zumindest billigend in Kauf genommen. Für die verantwortlichen Organe bei VW hätte es klar sein müssen, dass die Käufer bei Aufdeckung der Abgasmanipulation mit erheblichen Nachteilen rechnen müssen. Der Kläger kann den Kaufvertrag daher rückabwickeln, d.h. er gibt das Auto zurück und erhält den Kaufpreis abzüglich eines Wertersatzes für die Nutzung zurück.

Auch wenn VW noch die Möglichkeit hat, Berufung einzulegen, rechnet Rechtsanwalt Cäsar-Preller nicht damit, dass sich an dem Urteil noch etwas ändert. „Die meisten Berufungsverfahren werden ohnehin abgesagt, weil VW offenbar kein Interesse an einer verbraucherfreundlichen Entscheidung eines Oberlandesgerichts hat.“

Insgesamt haben durch den Abgasskandal geschädigte Käufer gute Chancen, ihre Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Allerdings müssen sie handeln, weil ihre Ansprüche am Jahresende verjähren.

Die Kanzlei Cäsar-Preller prüft kostenlos und unverbindlich, ob ein Schadensersatzanspruch entstanden ist.

 

Mehr Informationen: http://www.caesar-preller.de/abgasskandal-2/

 

Kanzleiprofil:

Seit nunmehr 20 Jahren betreuen wir unsere Mandanten bundesweit in fast allen Rechtsgebieten, wobei wir großen Wert auf den persönlichen Kontakt legen. Nur durch den intensiven Austausch mit dem Mandanten, kann ein ergebnisorientiertes Arbeiten stattfinden. Dies ermöglicht die Größe der Kanzlei, die einen umfassenden Service bei gleichzeitiger individueller Betreuung sicherstellt.

Und zwar nicht nur in Wiesbaden, sondern darüber hinaus auch in unseren Sprechstundenorten: Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, München, Bad Harzburg, Puerto de la Cruz (Teneriffa) und Lugano (Schweiz).

 

Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller

Villa Justitia, Uhlandstraße 4
65189 Wiesbaden

Telefon: (06 11) 4 50 23-0
Telefax: (06 11) 4 50 23-17

E-Mail: kanzlei@caesar-preller.de

www.caesar-preller.de ;

 


Gefällt Ihnen dieser Rechtstipp?
Ihre Bewertung:  stern_graustern_graustern_graustern_graustern_grau
Bisher abgegebene Bewertungen:
sternsternsternsternstern  4,5/5 (4 Bewertungen)

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwalt
Joachim Cäsar-Preller

Cäsar-Preller Rechtsanwaltskanzlei

Weitere Rechtstipps (830)

Anschrift
Uhlandstraße 4
65189 Wiesbaden
DEUTSCHLAND

Telefon: 0611-450230
Mobil: 0172-6166103

Kontaktaufnahme
zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller
Suche in Rechtstipps

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
2016-06-10, Autor Joachim Cäsar-Preller (554 mal gelesen)

„Der Widerrufsjoker ist tot, es lebe der Widerrufsjoker“ – Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht haben in diesen Tagen keine Zeit zum Verschnaufen. Zum einen läuft das „Ewige Widerrufsrecht“ für zwischen 2002 und 2010 ...

sternsternsternsternstern  3,8/5 (52 Bewertungen)
2017-07-26, Autor Joachim Cäsar-Preller (114 mal gelesen)

Noch vor Jahren dachten viele Käufer eines Diesel-Fahrzeugs, dass sie sich ein sparsames und umweltschonendes Auto zugelegt haben. Wie sich die Zeiten seit dem Abgasskandal geändert haben. Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und ...

sternsternsternsternstern  4,8/5 (6 Bewertungen)
2015-06-16, Autor Joachim Cäsar-Preller (606 mal gelesen)

Darlehen können widerrufen werden, wenn der Kreditnehmer nicht ordnungsgemäß über seine Widerrufsmöglichkeiten belehrt wurde. Viele Verbrauchen wollen den sog. Widerrufs-Joker ziehen, um von den günstigen Zinsen zu profitieren. ...

sternsternsternsternstern  3,8/5 (40 Bewertungen)
2018-05-15, Autor Joachim Cäsar-Preller (53 mal gelesen)

Mehr Verbraucherschutz hat sich die neue Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben. Damit Verbraucher in Massenschadensfällen wie dem VW-Abgasskandal ihre Rechte besser wahrnehmen können, hat sie nun einen Gesetzesentwurf zur sog. ...

sternsternsternsternstern  4,5/5 (6 Bewertungen)
weitere Rechtstipps in der Rubrik Diverse Themen weitere Rechtstipps weitere Rechtstipps in der Rubrik Diverse Themen

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwalt
Joachim Cäsar-Preller

Cäsar-Preller Rechtsanwaltskanzlei

Weitere Rechtstipps (830)

Anschrift
Uhlandstraße 4
65189 Wiesbaden
DEUTSCHLAND

Telefon: 0611-450230
Mobil: 0172-6166103

Kontaktaufnahme
zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller
Suche in Rechtstipps
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.   
Mehr Informationen  |  OK
Durch die Nutzung unserer Dienste, erklären Sie sich mit Cookies einverstanden.    Info
OK