Wiesenhof: 400 Mitarbeiter hoffen auf Wiederanstellung

07.07.2016, Autor: Herr Joachim Cäsar-Preller / Lesedauer ca. 2 Min. (305 mal gelesen)
Der Brand in der Geflügelschlachterei von Wiesenhof in Lohne hat weitere Konsequenzen - die Mitarbeiter sind betroffen und haben sich einen Sozialplan mit Interessenausgleich zu fügen.

Vage Hoffnung: Den Mitarbeitern wurde versprochen, nach dem Wiederaufbau zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen zu könne. Ein schwacher Trost für 400 Mitarbeiter, die nun auf der Straße sitzen.

Kündigungen sollen im Laufe des Juli an 400 von 750 Mitarbeiter geschickt werden, zuvor waren Ende Juni rund 100 befristete Verträge ausgelaufen, die aufgrund der besonderen Situation nicht verlängert wurden. Nach dem Brand hatte die Wiesenhof-Gruppe mit der zuständigen Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten) einen Sozialplan ausgehandelt und darin Abfindungen und die Widereinstellungsoption festgeschrieben.

Allerdings: Der zwischen Chef der Wiesenhof-Mutter PHW, Paul-Heinz Wesjohann und NGG-Chef Mathias Brümmer in Lohne ausgehandelte Plan hat einen kleinen Makel: Der Wiederaufbau der Geflügelschlachterei mit einer Schlachtproduktion von 430.000 Stück Geflügel am Tag kann nach Expertenmeinung bis zu 5 Jahre dauern.

Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller (Wiesbaden) empfiehlt betroffenen Arbeitnehmern, in diesen und vergleichbaren Fällen die Unterlagen genau zu prüfen und insbesondere zu klären, unter welchen Bedingungen und vor allem wie lange die Wiedereinstellungsoption im Einzelfall gilt. Das Ergebnis der Verhandlungen ist sicher aus sozialer Sicht zu begrüßen, wie es sich aber auf die Zukunft einzelner Mitarbeiter auswirkt, ist noch unklar. Wer wann wieder eingestellt wird und ob es Ausschlussgründe gibt, steht nicht fest. Vor dem Brand hatten mehr als 450 Zeit- und Werkvertrags-Beschäftigte den Produktionsstandard möglich gemacht.

Betroffene Mitarbeiter sollten ihre Rechte prüfen und im Einzelfall klar definieren.

 

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