Wirecard AG - Schadensersatz im Insolvenzverfahren

25.06.2020, Autor: Herr Roman Podhorsky / Lesedauer ca. 2 Min. (447 mal gelesen)
Nach dem Insolvenzantrag der Wirecard AG sind Schadensersatzansprüche vornehmlich gegen den Wirtschaftsprüfer Ernst & Young zu richten.

Mit der Beantragung des Insolvenzverfahren ist der Kurs der Wirecard Aktie auf nur noch wenige Euros gesunken. Mit dem Eintritt des Totalverlustes, stellt sich die Frage, ob eine Anspruchsanmeldung gegen die Wirecard AG noch sinnvoll ist.

Insolvenzverfahren der Wirecard AG

Derzeit ist es noch vollkommen unklar, ob das europäische Zahlungsdienstleistergeschäft der Wirecard AG noch werthaltig ist, und sich im Rahmen der Insolvenz ein Käufer finden lassen könne. Ansprüchen aus kapitalmarktrechtlichen Schadensersatz der Aktionäre dürften aber auch die Berufshaftpflichtversicherungen des Aufsichtsrates und des Vorstandes ausgesetzt sein. Allerdings haben auch diese D&O Versicherungen stets eine Haftungsobergrenze, die deutlich unter den milliardenschweren Forderungen der Aktionäre liegen könnte.

Sammelklage gegen Wirtschaftsprüfer im Fokus

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir nach den aktuellen Entwicklungen ein Vorgehen gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Schließlich haben die Wirtschaftsprüfer der Wirecard AG für die Geschäftsjahre 2018 und 2017 eine lupenreine Bilanz bescheinigt. Allerdings bestanden wohl Bankguthaben von mehreren Milliarden Euros nur auf dem Papier, so dass der Kapitalmarkt insoweit über die Werthaligkeit der Anlage getäuscht wurde.

Pflichtverletzungen von Ernst & Young

Den Wirtschaftsprüfern von Ernst & Young hätte auffallen müssen, dass wesentliche Geschäftsvorgänge bei der Wirecard AG nicht ordnungsgemäß dokumentiert sind, so dass die Grundprinzipien der Buchhaltung nicht eingehalten worden. Hätten die Wirtschaftsprüfer ihre Testate zumindest eingeschränkt, hätte Aktionäre nicht in den Jahren 2019 und 2020 die Aktien der Wirecard AG für mehr als 100 EUR erworben.

Musterverfahren (sog. Sammelklage) gegen Ernst & Young

Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wird am Sitz der Wirtschaftsprüfer ein Sammelverfahren nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG) eröffnet werden. Die Kosten des Verfahrens betragen meist ca. 5% der Schadenssumme. Auf diesem Wege können geschädigte Anleger ihre Rechte weiterverfolgen, ohne dass ein zu großes finanzielles Risiko eingegangen wird.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Gerne nehmen wir im Rahmen einer ersten Einschätzung zu Ihrem Fall Stellung, ohne dass hierfür Kosten anfallen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, prüfen wir gerne kostenfrei eine Kostenübernahme. Falls Deckungsschutz besteht, macht ein Vorgehen gegen die Wirecard AG und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Sinn.

Dr. Roman Podhorsky
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Sankt-Josefs-Kirchplatz 1
48153 Münster
Tel. 0251 97447543
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