Zankapfel Mietkaution!

05.03.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (268 mal gelesen)
Zankapfel Mietkaution!
Nahezu jeder Mietvertrag sieht die Zahlung einer Mietkaution vor, die als Sicherheit für die Mietwohnung vom Mieter erbracht werden muss. Hier gilt es für Mieter und Vermieter einiges zu beachten!

Wie hoch darf die Mietkaution sein?

Die Höhe der Mietkaution ist gesetzlich geregelt: Sie darf drei Monatsmieten nicht übersteigen und kann vom Mieter in ebenfalls drei Monatsraten gezahlt werden.

Wie sollte die Mietkaution gezahlt werden?

Die Mietkaution sollte im Idealfall auf ein insolvenzfestes Konto des Vermieters eingezahlt werden. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen VIII ZR 98/10) hat ein Mieter da Recht die Zahlung der Kaution davon abhängig zu machen, dass der Vermieter zuvor ein insolvenzfestes Konto benennt. Der Vermieter hat eine ihm überlassene Mietsicherheit unabhängig von der gegebenenfalls vereinbarten Anlageform getrennt von seinem Vermögen anzulegen. Sinn und Zweck der Regelung ist es, die Kaution vom Vermögen des Vermieters zu trennen und so vor dem Zugriff von dessen Gläubigern zu schützen.

Wann darf der Vermieter die Mietkaution in Anspruch nehmen?

Der Vermieter darf die Mietkaution während der Mietzeit nur bei unstreitigen, rechtskräftig festgestellten Forderungen in Anspruch nehmen.

Kann die Miete mit der Kaution verrechnet werden?

Nein: Die Mietzahlung muss bis zum Schluss erfolgen! Es ist dem Mieter nicht erlaubt, seine Mietzahlungen drei Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses mit dem Hinweis auf die Verrechnung mit der Kaution einzustellen.

Wann muss der Vermieter die Mietkaution zurückzahlen?

Will der Mieter seine Kaution vom Vermieter zurück haben, müssen grundsätzlich folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Das Mietverhältnis muss wirksam beendet sein und der Vermieter muss die Möglichkeit haben, zu prüfen, ob er Ansprüche aus dem Mietverhältnis gegenüber dem Mieter geltend machen muss.

Was viele Mieter nicht wissen: Der Vermieter hat sechs Monate Zeit nach Beendigung des Mietverhältnisses die Kaution an den Mieter zurückzuzahlen. In Einzelfällen kann die Frist auch länger als sechs Monate betragen, etwa wenn es um die Abrechnung der Betriebskosten geht. Hier kann der Vermieter von der Kaution einen Betrag einbehalten, der der zu erwartenden Nachzahlung der Betriebskosten entspricht. Ist der Betrag niedriger als die Kautionssumme, dann muss der Vermieter die Kaution schon vorher zum Teil an den Mieter zurückgeben.