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Die Ausübung des freien Berufs des Rechtsanwaltes ist gesetzlich reglementiert. Vorschriften des Berufsrechts für Rechtsanwälte beinhalten Regelungen zum Erwerb und zur Berechtigung zum Führen des Titels Rechtsanwalt, beinhalten aber auch etliche Berufspflichten.

Berufsrecht der Rechtsanwälte: Kurzinfos

Normen des Berufsrechts für Rechtsanwälte

Die Normen des Berufsrechts für Rechtsanwälte sind umfangreich. Rechtsquellen finden sich vor allem in der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO). Die BRAO beinhaltet z. B. die grundlegenden Regelungen zu Fragen der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, aber auch zu Rechten und Pflichten der anwaltlichen Berufsausübung. Ergänzende Regelungen finden sich in der Berufsordnung der Rechtsanwälte (BORA) und in der Fachanwaltsordnung (FAO), die sich speziell mit dem Erwerb und dem Führen des Titels "Fachanwalt" befasst. Für ausländische Rechtsanwälte gilt zusätzlich das Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland (EuRAG) bzw. die Verordnung zur Durchführung des § 206 BRAO für Rechtsanwälte aus dem nichteuropäischen Ausland. Das anwaltliche Berufsrecht ist jedoch nicht abschließend in diesen Gesetzen geregelt. So finden sich Regelungen des Berufsrechts für Rechtsanwälte auch im Rechtsdienstleistungsgesetz, im Geldwäschegesetz, in der Zivil- oder auch Strafprozessordnung und im Strafgesetzbuch.

Fachanwaltsordnung: Voraussetzung für das Führen des Fachanwaltstitels

Die Fachanwaltsordnung (FAO) enthält die rechtlichen Vorgaben, die zu erfüllen sind, wenn ein zugelassener Rechtsanwalt den Titel "Fachanwalt" für ein bestimmtes Rechtsgebiet erwerben will. Die Voraussetzungen sind dabei dem Grunde nach für alle Fachanwaltsgebiete gleich. Problematisch ist beim Erwerb des Fachanwaltstitels oftmals der Nachweis ausreichender praktischer Erfahrung. Hier kommt es oftmals zu Auseinandersetzungen zwischen dem Fachanwaltsanwärter und der örtlich zuständigen Rechtsanwaltskammer, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für die Verleihung des Fachanwaltstitels nach der FAO - vor allem der Nachweis der praktischen Kenntnisse mittels Unterlagen - erfüllt sind.

Zulassung zur Anwaltschaft - Widerruf der Zulassung

Für die Zulassung zur Anwaltschaft ist jeweils die Rechtsanwaltskammer des Oberlandesgerichtsbezirkes zuständig, in deren Bezirk der künftige Rechtsanwalt seinen Beruf ausüben wird. Die gleiche Zuständigkeit gilt auch für den Widerruf der Zulassung zur Anwaltschaft. Der Widerruf der Zulassung richtet sich - wie die Voraussetzungen für die Erteilung der Zulassung auch - nach der BRAO. Hier wird unterschieden nach Gründen, bei denen der Widerruf erfolgen muss und nach Gründen, bei deren Vorliegen der Widerruf der Zulassung erfolgen kann.

Besonderer Tipp

Naturgemäß kommen in der Regel nur Rechtsanwälte bzw. Juristen ohne Anwaltszulassung mit dem Berufsrecht für Rechtsanwälte in Berührung. Auch wenn man als Jurist in der Lage ist, sich in alle erdenklichen Rechtsgebiete - und damit auch in das Berufsrecht der Rechtsanwälte - einzuarbeiten, sollte man bei Bedarf auch als Jurist einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen, der sich auf Fragen des Berufsrechts für Rechtsanwälte spezialisiert hat. Das gilt grundsätzlich, vor allem aber, wenn es um die Erteilung oder den Widerruf der Zulassung geht, ebenso wenn es um die Verleihung des Fachanwaltstitels geht.

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