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Das Jagen ist in Deutschland nicht uneingeschränkt erlaubt, sondern vielmehr auf Bundes- und Landesebene äußerst streng geregelt. Das Jagdpachtrecht ist dabei eine Sonderform der Pacht. Hierbei wird die Ausübung der Jagd verpachtet. Bei Fragen und Problemen hilft ein Anwalt mit Schwerpunkt Jagdpachtrecht.

Jagdpachtrecht: Wer haftet, wenn es zu wenig zu jagen gibt?

Grundsätzliches zur Jagd

Jagen – Das war bereits in den Sissi-Filmen meist nur wenigen Adligen vorbehalten, auch im heutigen Deutschland ist Jagen nicht nur äußerst streng durch das Bundesjagdgesetz und entsprechenden Ländergesetzen limitiert, sondern auch nur einer kleinen Personengruppe erlaubt. In den Gesetzen und Verordnungen ist detailliert beschrieben, welche Tiere überhaupt gejagt werden dürfen. Ausnahmen bilden zum Beispiel Eulen oder Biber, auch wenn gerade letztere mehr als zahlreich vorkommen und teilweise erhebliche Schäden anrichten können. Hat ein Jäger das Jagdrecht erhalten, ist dieses auch immer mit dem Hegen der Tiere und indirekt mit der Pflege der überlassenen landwirtschaftlichen Fläche verbunden. Das heißt: Mit dem Recht zu Jagen geht gleichzeitig die Verantwortung für das Wohlergehen und den Fortbestand der überlassenen Tiere sowie die Verantwortung für die Erhaltung der Natur einher.

Jagdpachtrecht – Eine Sonderform des Pachtrechts

Beim Pachten wird eine beschriebene Fläche überlassen. Kernpunkt der Pacht ist, dass ein Pächter das Recht hat, Pflanzen säen, ernten und den erzielten Verkaufspreis zu behalten (so genannte Fruchtziehung). Wenn man sich vorstellt, dass Gärtnereien oder Obstplantagen auch verpachtet werden, kann man sich dieses System ganz gut vorstellen. (Es geht aber auch anders: Im Mietrecht etwa gehören die Äpfel im Garten eines Mietshauses grundsätzlich dem Besitzer, außer er überlässt die Äpfel - und vermutlich dann auch die entsprechenden Pflichten - per Mietvertrag explizit einem oder mehreren Mietern.)

Vor diesem Hintergrund ist das Jagdpachtrecht als Sonderform des Pachtrechts zu sehen. Hier geht es nicht um "Früchte", sondern um Tiere. Ein solcher Vertrag kommt entweder zwischen einer Jagdgenossenschaft oder zwischen einem so genannten Eigenjagdbesitzer einerseits und einem Pächter andererseits zustande. Normalerweise wird das Jagdausübungsrecht im Ganzen übertragen. Die Verträge sind zwingend schriftlich zu schließen. Die Vertragslaufzeit ist je nach Bundesland verschieden, jedoch meist auf eine längere Zeit, nicht selten ein Jahrzehnt und mehr, ausgelegt. Es gibt landesweite Höchstgrenzen an Pächter und an der zulässigen Pachtfläche. Ein Pächter kann das überlassene im Jagdschein eingetragene Revier auch noch auf Mitpächter übertragen. Der Pächter und die Mitpächter teilen die Fläche dann in so genannte Pirschbezirke unter sich auf.

Übliche Streitpunkte beim Jagdpachtvertrag

Bereits aus dem Jagdpachtvertrag können sich viele unterschiedliche Standpunkte und Streitigkeiten ergeben. Etwa
  • Ist der Pächter jagdpachtfähig? Wie steht es um die Mitpächter?
  • Sind die Jagdscheine gültig?
  • Was tun bei Missständen? Wenn die Jäger beispielsweise ihrer Verantwortung nicht nachkommen und gegen den Tierschutz oder gegen den Naturschutz verstoßen?
  • Welche rechtlichen Möglichkeiten hat der Jäger, sich gegen erhobene Anschuldigungen zu wehren?
  • Welche Kündigungsfristen gelten überhaupt? Unter welchen Bedingungen ist eine Kündigung oder sogar fristlose Kündigung zulässig?


  • Pachtzins und Pachtminderung

    Ein großer Teil der Auseinandersetzungen betrifft aber auch einen ganz anderen Bereich und zwar: Was passiert, wenn es nichts oder zu wenig zu jagen gibt? Und was ist die Definition für „zu wenig“? Hintergrund: Ein Jagdpächter zahlt wie jeder andere Pächter auch einen Pachtzins. Diesen und noch mehr möchte er sich durch das Jagen, also durch den Verkauf von gejagten Tieren, natürlich wiederholen. Was passiert aber dann, wenn die erhofften Jagdbestände viel niedriger ausfallen als erhofft? Dann kann der Pächter Ansprüche in Form einer Pachtminderung geltend machen und die Gerichte müssen oftmals entscheiden, ob tatsächlich ein Sachmangel im Sinne des Gesetzes vorliegt und die Minderung zu Recht gefordert wird.

    Besonderer Tipp

    Wie zu Beginn beschrieben, ist das Jagdrecht auch auf Länderebene geregelt. Es gibt in den verschiedenen Bundesländern also durchaus unterschiedliche Regelungen. Deshalb ist es sicherlich sinnvoller, einen Anwalt zu beauftragen, der sich detailliert mit den landesspezifischen Regelungen auskennt; dies kann insbesondere dann ein entscheidendes Kriterium sein, wenn Sie in der Nähe von zwei oder gar mehreren Bundesländern wohnen.

    Hier beim Anwalt-Suchservice finden Sie einen kompetenten Anwalt mit Schwerpunkt Jagdpachtrecht, der Sie in Ihrer Nähe optimal beraten kann.

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