Videovernehmung im Strafverfahren

17.02.2026, Autor: Frau Anne Patsch / Lesedauer ca. 2 Min. (11 mal gelesen)
Die Videovernehmung (§ 247a StPO) zeichnet Zeugenaussagen audiovisuell auf und kann die spätere Vernehmung vor Gericht ersetzen. Für Beschuldigte ist sie entscheidend, weil hier früh die Beweislage geprägt wird und eine aktive Verteidigung wichtige Entlastungsansätze sichern kann.

Wenn Sie Beschuldigter in einem Strafverfahren wegen eines Sexualdeliktes sind, kann die Videovernehmung von Zeugen (§ 247a StPO) ein entscheidender Moment sein. 

Die Videovernehmung legt den Grundstein für die spätere Beweislage vor Gericht und schützt zugleich besonders belastete Zeugen. Viele Beschuldigte unterschätzen jedoch die Bedeutung dieser Phase und die Rechte, die ihnen zustehen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei Videovernehmungen ankommt, welche Rechte Sie haben und wie eine frühzeitige Verteidigung entscheidende Vorteile sichern kann.

Was ist eine Videovernehmung?

Eine Videovernehmung ist die audiovisuelle Aufzeichnung einer Zeugenaussage – Bild und Ton werden erfasst, um die Aussage beweissichernd und unverfälscht zu dokumentieren. Besonders bei schutzbedürftigen Zeugen, wie Kindern oder Opfern von Sexualstraftaten, schützt sie vor mehrfachen Belastungen.

Praxis-Tipp: Eine Videovernehmung kann die persönliche Vernehmung in der Hauptverhandlung ersetzen. Lassen Sie sich frühzeitig anwaltlich begleiten, um Rechte zu wahren und Entlastungsansätze zu sichern.

Was ist eine richterliche Vernehmung (E-RI)?

Bei einer richterlichen Vernehmung nimmt ein Richter oder eine Richterin die Aussage auf. Vorteil: hohe Beweissicherheit und Neutralität. Besonders in belastenden Verfahren kommt diese Methode häufig zum Einsatz.

Praxis-Tipp: Die Verteidigung kann die Fragen vorbereiten und die Einhaltung der Verfahrensrechte überwachen – entscheidend für die spätere Nutzung in der Hauptverhandlung.

Welche Rechte haben Beschuldigte?

Beschuldigte haben wichtige Mitwirkungsrechte: Die Verteidigung kann Fragen stellen, Widersprüche aufzeigen und Verfahrensfehler rügen. Belastende Aussagen müssen überprüfbar bleiben. Ihre Anwesenheit ist oft nicht erforderlich – die Anwältin oder der Anwalt entscheidet strategisch, ob sie sinnvoll ist.

Warum ist frühzeitige Verteidigung so wichtig?

Die Videovernehmung legt oft den Grundstein für die gesamte Beweislage. Strategische Verteidigung beginnt nicht erst in der Hauptverhandlung, sondern bereits bei der Aufnahme der Aussage. Wer hier aktiv ist, kann Entlastungsansätze frühzeitig sichern und spätere Nachteile vermeiden.

Fazit

Die Videovernehmung ist im Sexualstrafrecht ein zentraler Moment, der über den weiteren Verlauf eines Verfahrens entscheiden kann. Wer seine Rechte kennt, frühzeitig anwaltliche Unterstützung einbindet und die Mitwirkungsrechte der Verteidigung konsequent nutzt, kann die Beweislage prüfen und gezielt Entlastungsmöglichkeiten sichern. 

Strategisches Vorgehen von Anfang an schützt nicht nur den Mandanten, sondern sorgt auch dafür, dass Aussagen korrekt dokumentiert und später vor Gericht korrekt eingeordnet werden.

Als erfahrene Strafverteidigerin unterstützt Anne Patsch Mandanten bundesweit.

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwältin
Anne Patsch

Fachanwaltskanzlei für Strafrecht

Anschrift
Leerbachstrasse 14
60322 Frankfurt am Main
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