Die Kanzleiwebseite – Ihre Visitenkarte im Internet

03.12.2020, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 10 Min. (52 mal gelesen)
Frau,Laptop,Anwaltskanzlei Was müssen Anwälte in Sachen Kanzleiwebsite wissen? © - freepik
Das Internet ist zum wichtigsten Informationsmedium aufgestiegen. Ein professioneller Internetauftritt ist deshalb auch für Anwaltskanzleien ein absolutes Muss. Die Kanzleiwebsite ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Außenauftritts einer Kanzlei.

Das Internet ist zum wichtigsten Informationsmedium aufgestiegen. Ein professioneller Internetauftritt ist deshalb auch für Anwaltskanzleien ein absolutes Muss. Die Kanzleiwebsite ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Außenauftritts einer Kanzlei.

Neue Klienten informieren sich in der Regel vor der Kontaktaufnahme zunächst online über eine Kanzlei, über deren Leistungen und Kompetenzen. Auch ein Vergleich verschiedener Anwaltskanzleien fällt auf diesem Weg leicht. Sie als Anwalt können dieses Verhalten Ihrer Kundschaft für sich nutzen. Die Kanzleihomepage ist ein hervorragendes Medium, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Hier können Sie auch Ihre Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete, Ihre Fachanwaltschaft oder besondere Erfahrungen hervorheben. So hilft die Kanzleihompage Ihnen bei der Akquise neuer Mandanten, die einen Anwalt mit genau diesen Qualifikationen suchen.

Oft hört man das Argument, dass ein Anwalt neue Klienten meist über Empfehlungen bekommt. Grundsätzlich stimmt das – Empfehlungen zufriedener Klienten sind wichtig für jede Kanzlei. Allerdings informiert man sich in jedem Geschäftsfeld heute in der Regel auch bei einer Empfehlung zuerst online darüber, mit wem man es zu tun hat. Denn jeder Klient hat eigene Prioritäten. Über eine Suchmaschine wie “Google” ist die Homepage schnell aufgerufen – auch unterwegs per Smartphone.

Gerade bei einem bescheidenen Marketingbudget ist eine gute Kanzleihomepage unentbehrlich. Denn hier können Sie mit überschaubarem Kostenaufwand einen guten ersten Eindruck erzeugen. Nach dem Anschauen einer ansprechenden Homepage hat Ihr neuer Mandant nicht mehr das Gefühl, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben – er bekommt das Gefühl, genau zu wissen, worauf er sich einlässt.

Unter der richtigen Adresse erreichbar: Die Auswahl des Domainnamens


Die Internetadresse Ihrer Kanzlei spielt bei deren Außenwerbung eine große Rolle. Eine URL ist folgendermaßen aufgebaut: Bei www.anwalt-suchservice.de bezeichnet man die Buchstaben „www“ als sogenannte Subdomain, „anwalt-suchservice“ als Domain und die Endung „.de“ als Top-Level-Domain. Sie weist die Adresse als deutsche URL aus. Es gibt auch Top-Level-Domains, die auf den Zweck der Seite oder die Tätigkeit des Betreibers hinweisen, etwa „.com“ für Unternehmen, „.org“ für Organisationen oder neuere Top-Level Domains wie „.berlin“ oder „.jetzt“. Hier sollten Sie eine Endung auswählen, die sich jeder merken kann: „.de“ ist unbedingt zu empfehlen. Weniger zu empfehlen sind kostenlose oder kostengünstige Domains, die insbesondere von Anbietern von Webseiten-Baukastensystemen vergeben werden und als zusätzliche Subdomain deren Unternehmensnamen beinhalten (etwa „www.xywebwerkzeug.kanzleimeier.com“). Solche Adressen sind sehr lang und für Ihre Nutzer schwer zu merken. Auch wirken sie oft unprofessionell.

Ebenso wichtig ist es, dass die Domain selbst einfach und einprägsam ist. Hier sollten Sie eine möglichst prägnante Bezeichnung ohne viele Umlaute oder Bindestriche wählen. Solche Bestandteile führen zu Irrtümern und Tippfehlern, zu Erklärungsbedarf und mühsamen Buchstabier-Aktionen am Telefon und schließlich dazu, dass Ihr potentieller Mandant in seiner Ungeduld die Adresse einfach googelt. Vielleicht landet er so auf Ihrer Internetseite. Vielleicht auch bei der Konkurrenz. Eine Geschäftsbeziehung sollte nicht mit mühsamem Herumsuchen über Suchmaschinen beginnen.

Wie bekomme ich meine Wunschdomain?


Ihre Wunschdomain können Sie bei einem entsprechenden Anbieter – Hoster genannt – gegen eine Gebühr registrieren lassen. Der erste Schritt ist jedoch, festzustellen, ob es Ihre Domain schon gibt. Wir empfehlen hier, den gewünschten Domainnamen einfach in eine Suchmaschine wie „Google“ einzugeben. So kann man testen, ob die Adresse im Netz bereits existiert. Bekommen Sie eine Fehlermeldung angezeigt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die Wunschdomain noch frei ist. Die meisten Webhoster bieten jedoch auch einen einfachen Online-Domaincheck an, mit dessen Hilfe Sie überprüfen können, ob Ihre Wunschdomain schon von jemandem registriert wurde. Ist dies der Fall, erhalten Sie oft auch gleich Alternativvorschläge.

Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten?


Natürlich gibt es beim Domainnamen auch rechtliche Aspekte. So darf der Name Ihrer Internetseite nicht die Namens- oder Markenrechte Dritter verletzen. Hier drohen teure Abmahnungen und Unterlassungsklagen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Berufsrecht. So kann Ihnen eine Domain, die den Eindruck erweckt, dass Sie in einem bestimmten Bereich eine Art Monopolstellung haben, als unlautere Werbung ausgelegt werden.

Zulässig sind nach dem BGH zum Beispiel:
www.rechtsanwaelte-notar.de (BGH vom 25.11.2002, Az. AnwZ (B) 8/02),
www.presserecht.de (BGH vom 25.11.2002, Az. AnwZ (B) 41/02),
sowie Kombinationen von Kanzleinamen und Ort wie
www.anwaltskanzlei-Ort.de (OLG Hamm vom 19.6.2008, Az. 4 U 63/08).

Auch mit Spezialisierungen sollten Sie nur werben, wenn dies nach dem anwaltlichen Werberecht zulässig ist (sachliche Unterrichtung über die berufliche Tätigkeit, Benennung von Teilbereichen nur bei fachlicher Qualifikation, keine Verwechselbarkeit mit Fachanwaltsbezeichnungen). So erklärte das Anwaltsgericht Hamm den Domainnamen „Immobilienanwalt“ für unzulässig (AnwG Hamm, 27. Juni 2002, Az. AR 22/01). Begründet wurde dies mit §§ 43b BRAO, 7 Abs. 1 BORA.

Webspace und Server


Um Texte und Bilder auf der Homepage Ihrer Kanzlei zeigen zu können, benötigen Sie Webspace – also Speicherplatz auf einem Server. Dieser wird Ihnen von einem Webhosting-Anbieter („Hoster“) zur Verfügung gestellt. Hier lohnt es sich, online die Preise zu vergleichen.


+++PRAXISTIPP+++
Achten Sie auf Zusatzkosten wie Einrichtungsgebühren und auf die Zahlungsmodalitäten. Das billigste Angebot muss hier nicht auch das Beste sein; allzu hohe Seiten-Ladezeiten etwa können Nutzer dazu bringen, schnell wegzuklicken. Wie oben erwähnt, stellt Ihnen der Hoster in der Regel auch eine Domain zur Verfügung. Hierfür können zusätzliche Kosten anfallen.


Die Struktur Ihrer Kanzleiwebseite


Sind Webspace und Domain erst einmal gesichert, geht es an den Seitenaufbau. Hier ist es wichtig, eine übersichtliche Menüstruktur zu schaffen. Ihre Nutzer sollten sich auf der Seite schnell und einfach zurechtfinden können. Zu empfehlen ist auch eine übersichtliche Gliederung der Unterseiten. Wichtig ist es, sich über die Priorität der einzelnen Unterseiten klar zu werden: Die wichtigsten Bereiche sollten zuerst kommen und am Besten von der Startseite aus mit einem Klick zu erreichen sein, dann kommen die weniger wichtigen Unterbereiche. Ihr Nutzer sollte den Navigationsweg klar erkennen können. Die Startseite sollte – genauso wie bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Pflichtinformationen (Impressum, Datenschutzerklärungen) von jeder Unterseite aus erreichbar sein. Auch Suchmaschinen honorieren einen klaren und übersichtlichen Seitenaufbau – so steigt die Zahl ihrer Seitenaufrufe. Ist Ihre Seitenstruktur logisch und nachvollziehbar, verringert sich die Anzahl der Nutzer, die gleich wieder wegklicken.

Smartphone-Tauglichkeit


Fast jeder nutzt heute täglich Smartphones und Tablets. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Ihre Kanzleiseite auch für diese mobilen Endgeräte lesbar ist. Dazu muss man wissen: Größe und Auflösung von Displays auf ganz unterschiedlichen Endgeräten wie Laptops, herkömmlichen PCs, Tablets, Smartphones oder internettauglichen Fernsehern weichen oft ganz erheblich von einander ab. Wie Ihre Seite aussieht und wie sie sich bedienen lässt, hängt also ganz stark vom jeweiligen Endgerät ab. Dies erfordert eine andere Art des Webdesigns als in früheren Jahren, als man sich nur auf den PC-Bildschirm als Ausgabemedium einstellen musste. Daher wird heute oft ein sogenanntes responsives oder reaktionsfähiges Design verwendet. Die Webseite ist also so programmiert, dass sie sich auf das jeweilige Endgerät einstellen kann und für eine optimale Anzeige des Seiteninhaltes sorgt. Eine Nutzung dieser Darstellungsform ist unbedingt zu empfehlen.

Die Hauptnavigation


Die Hauptnavigation ist meist in einem Querbalken oben auf der Startseite zu finden. Es trägt zur Übersichtlichkeit Ihrer Seite bei, wenn der Besucher in wenigen Sekunden deren Inhalt erfassen kann. Wir empfehlen für die Hauptnavigation von der Startseite aus maximal sieben Menüpunkte. Da der Seitenbesucher üblicherweise von links nach rechts liest, sollten die wichtigsten Punkte ganz links stehen. Dies sind in der Regel die Rechtsgebiete, mit denen sich Ihre Kanzlei beschäftigt. Pflichtinformationen wie Impressum und Datenschutzerklärung bringen Sie am Besten in der Fußzeile, im sogenannten Footer, unter.


+++PRAXISTIPP+++
Vermeiden Sie gefühlsbetonte, aber inhaltsleere Slogans. Der Leser will sich darüber informieren, ob Sie der richtige Anwalt für sein Problem sind. Gefragt sind Sachinformationen und ein kompetentes Auftreten.


Die Unterseiten


Auf den Unterseiten eines Themas sollten Sie dem Nutzer die Möglichkeit geben, sich näher zu informieren. So können Sie zum Beispiel von der Aufzählung der einzelnen Rechtsbereiche aus die Möglichkeit schaffen, Unterseiten mit näheren Infos zu den jeweiligen Bereichen aufzurufen. Hier können Sie sich auf häufige Fallkonstellationen beziehen oder auf aktuelle Gesetzesänderungen und Urteile hinweisen. Am Ende dieser konkreten Informationen sollten Sie auf jeder Unterseite gleich eine Kontaktmöglichkeit mit Email bzw. Kontaktformular und Telefonnummer Ihrer Kanzlei vorsehen, damit der Nutzer diese ohne Suchen gleich vor Augen hat.

Design und Inhalte der Anwaltshomepage


Nicht nur Struktur und Seitenaufbau sind wichtig, sondern auch und gerade das Design. Eine ansprechende Optik Ihrer Seite sorgt dafür, dass der Nutzer sich hier gerner näher umsieht. Der Erfolg Ihrer Internetseite hängt auch davon ab, dass Farben, Texturen, sowie Bild- und Videoinhalte richtig genutzt werden. Hier gilt es, den Seitenbesucher zu fesseln, seine Aufmerksamkeit auf relevante Inhalte zu lenken und in ihm bestimmte Emotionen zu wecken. Denn: In den ersten Sekunden entscheidet sich, ob er länger auf der Seite verweilt – und ob er Ihnen als Anwalt sein Vertrauen schenkt.

Die optische Gestaltung der Webseite



Mit der Zeit gehen
Unsere Empfehlung: Achten Sie auf ein zeitgemäßes Design! Internetnutzer sind verwöhnt – sie erwarten, dass eine Internetpräsenz dem heutigen Standard entspricht und ziehen schnell negative Rückschlüsse auf die Kompetenz des Seitenbetreibers, wenn dies nicht so ist. Kommt Ihre Webseite altbacken daher oder erweckt sie den Eindruck, aus den Anfangszeiten des Internet zu stammen, ist dies ein schlechtes Aushängeschild für Ihre Kanzlei.

Farbe bekennen
Farben vermitteln Emotionen. Zum Webdesign gehört heute der bewusste Einsatz von Farben, um beim Betrachter bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Ein durchdachtes Farbkonzept ist sehr wichtig – Ihre Seite sollte insgesamt eine einheitliche Farbgestaltung haben.

Blau etwa steht für Seriosität. Auch Genauigkeit und Pünktlichkeit werden damit assoziiert. Diese Farbe wird oft von Versicherungsgesellschaften verwendet. Aber auch viele Anwaltskanzleien nutzen sie. Als dominierende Farbe für eine Anwaltshomepage ist Blau durchaus zu empfehlen. Allerdings können Sie sich auch von der Konkurrenz absetzen, indem Sie die Kontrastfarbe Orange verwenden. Orange wird mit Wärme, Kraft, Dynamik, Lebensfreude identifiziert. Eine oft verwendete Signalfarbe ist Rot. Es steht für Gefahr wie auch für Liebe und weckt Aufmerksamkeit. Rötliche Farbtöne können Sie nutzen, um auf einer ansonsten in Schwarz und Weiß gehaltenen Webseite bestimmte Bereiche zu betonen und Akzente zu setzen.


+++PRAXISTIPP+++
Haben Sie sich dafür entschieden, welche Farbe Ihre Webseite dominieren soll, so sollten Sie diese entweder auf allen Unterseiten als Hintergrundfarbe oder für gezielte farbliche Akzente einsetzen.


Bilder mit Inhalt
In den ersten Sekunden auf Ihrer Webseite wird Ihr Leser sich nicht in lange Texte vertiefen. Texte werden hier eher genutzt, um sich zu orientieren oder eine interessante Unterseite zu finden. Wichtiger sind im ersten Moment Bilder und Grafiken. Mit diesen können Sie optimal Emotionen wecken und Informationen transportieren.

Auf Kanzlei-Startseiten finden sich häufig Bilder mit lokalem Bezug, etwa die Skyline der Stadt, in der sich die Kanzlei befindet, oder markante Gebäude oder Plätze (Hamburger Hafen, Münchner Marienplatz).


+++PRAXISTIPP+++
Hier können Sie einen Zusammenhang zum bevorzugten Rechtsgebiet der Kanzlei herstellen. Beim Immobilienrecht bieten sich zum Beispiel Fotos oder Kollagen von Immobilien an, beim Verkehrsrecht eine Straßen- oder Autobahnszene – womöglich ein „Blitzer“... Aber auch Infografiken oder Statistiken können Sie verwenden, wenn es thematisch angebracht ist – etwa um auf die Erfolgschance einer Klage in einem bestimmten Bereich hinzuweisen.


Fotos mit Anspruch
Fotos auf Kanzleihomepages zeigen oft zwei Motive: Die Kanzleiräume und das Portrait des Rechtsanwalts selbst. Beides ist wichtig, es schafft Vertrauen und zeigt, mit wem man es hier zu tun hat. Beides sollte aber zum Stil der Webseite passen. Wir empfehlen, hier besonders auf Details zu achten. Leicht übersehen werden Kleinigkeiten wie ein überquellender Aschenbecher oder ein verschimmelter Fensterrahmen im Hintergrund. Auch bei der Kleidung auf dem Portraitfoto sollten Sie als Anwalt darauf achten, welchen Eindruck Sie vermitteln wollen: Sportlich-dynamisch, modebewusst, hochseriös, eher lässig – es gibt viele Möglichkeiten. Auch hier kann wieder Bezug zu Ihrem Fachgebiet hergestellt werden: Sind Sie etwa auf Tierrecht spezialisiert, dürfen Sie sich durchaus mit Ihrem Hund fotografieren lassen. Mit Portraits sollte man es allerdings auch nicht übertreiben: Enthält jede der zehn Unterseiten Ihr Portrait in unterschiedlicher Pose, wirkt dies allzu ichbezogen. Ganz wichtig ist es, auf die Qualität der Fotos zu achten. Diese sollten keinesfalls unscharf sein oder den Eindruck von Passfotos erwecken. Ein professioneller Fotograf ist hier von Vorteil.

Videos
Hat Ihr Seitenbesucher den Eindruck bekommen, dass er es hier mit einer seriösen und kompetenten Kanzlei zu tun hat, können Sie diesen Eindruck durch ein Kanzleivideo noch verstärken und untermauern. Dabei können Sie die Räumlichkeiten zeigen, Ihren Konferenzraum, den Empfang. Sie selbst oder Ihre Partner können auftreten, vielleicht Ihre Arbeitsschwerpunkte und Kompetenzen (Fachanwaltschaft) erläutern. Natürlich kann man auf den Unterseiten auch themenbezogene Videos wiedergeben, in denen Sie zu bestimmten Themen Stellung nehmen, die mit dem Arbeitsschwerpunkt Ihrer Kanzlei zu tun haben (Beispiele: eine aktuelle Abmahnwelle, Änderungen im Mietrecht, ein wichtiges Urteil des BGH...). Dabei sollten Sie jedoch wieder darauf achten, dass die Inhalte nach einiger Zeit nicht veraltet sind.


+++PRAXISTIPP+++
Bleiben Sie prägnant. Ein Video sollte nicht länger dauern als 90 Sekunden.


Textinhalte einer Kanzleihomepage


Gute Texte auf der Homepage sind wichtig. Sie fesseln die Aufmerksamkeit Ihres Lesers, überzeugen diesen von Ihrer Kompetenz und erhöhen die Bereitschaft, sich mit einem Rechtsproblem gerade an Sie zu wenden. Aber was macht einen guten Text aus?

Auf der Startseite bietet es sich an, Ihre eigenen Kompetenzen und Spezialisierungen hervorzuheben. Die Texte insbesondere auf themenbezogenen Unterseiten sollten Bezug zu den Arbeitsschwerpunkten der Kanzlei haben. Beschäftigen Sie sich zum Beispiel mit dem Familienrecht, können Sie einen einführenden Text über Unterhaltsansprüche anbringen. Als Strafverteidiger können Sie den Ablauf eines Strafverfahrens aufzeigen. Wir empfehlen jedoch, hier nicht zu sehr ins Detail zu gehen und die Inhalte verständlich zu erläutern. Die Fachsprache sollte sich auf ein Minimum beschränken. Denn immerhin besteht die Zielgruppe dieser Texte aus Laien, die Beratung suchen. Kurze Sätze und viele Beispiele sind ebenfalls zu empfehlen.


+++PRAXISTIPP+++
Denken Sie daran, dass Inhalte auch immer aktuell sein sollten. Wir empfehlen, keine Urteile zu zitieren, die älter als zehn bis fünfzehn Jahre sind und bei Bezugnahme auf Gesetze ebenfalls auf Aktualität zu achten. Aktuelle rechtliche Inhalte erhöhen die Attraktivität Ihrer Seite für den Nutzer. Sie aktuell zu halten, kostet aber auch Zeit und Arbeit. Dies sollten Sie rechtzeitig einkalkulieren.


Technische Möglichkeiten: Webseiten-Baukästen


Um zu einer eigenen Webseite zu kommen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist es, einen professionellen Webdesigner mit der individuellen Erstellung der Seite zu beauftragen. Hier fallen allerdings regelmäßig vierstellige Kosten an. Preisgünstiger ist die andere Möglichkeit: Man verwendet eines der sogenannten Homepage-Baukastensysteme. Zum Teil spricht man hier auch von CMS (Content Management Systeme, also Inhaltsverwaltungssysteme). Diese sind oft so konzipiert, dass auch ein Laie sich damit eine eigene Webseite erstellen kann. Allerdings erfordert dies Zeit und Einarbeitung, und so erstellte Webseiten sind meist wenig individuell. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, eines der Baukastensysteme zu verwenden, aber die Erstellung der Webseite trotzdem einem Profi zu überlassen. Ist die Webseite erst einmal vorhanden, kann das Content Management System oft auch von Laien genutzt werden, um mit entsprechenden Zugriffsrechten Inhalte zu erstellen oder abzuändern.

Die Kosten einer Kanzleihomepage


Bekannte Baukastensysteme sind zum Beispiel WordPress, Joomla, TYPO3 und Drupal. Hier handelt es sich um Open-Source-Software, die kostenlos erhältlich ist. Andere Systeme müssen Sie kostenpflichtig erwerben. Allerdings ist es mit der Software allein nicht getan. Wie oben erwähnt, fallen regelmäßige Gebühren für den Webhoster an, der den Speicherplatz für Ihre Seite vorhält. WordPress etwa bietet auch gleich Webhosting an; ein Paket für Selbstständige mit Domainnamen und Speicherplatz ist hier ab 8 Euro im Monat zu haben. Die Erstellung von Webseiten mit den genannten Baukastensystemen durch einen Profi kostet Sie je nach System etwa 1.200 bis 3.000 Euro. Mehr ist immer möglich – insbesondere bei speziellen Designwünschen. Für die Erstellung von Texten oder Grafikinhalten können weitere Kosten entstehen, wenn Sie auch hier Spezialisten beauftragen.

(Ma)



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