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Die häufigsten Streitpunkte im Familienrecht gibt es sicherlich bei den Themen Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht. Aber auch bei der Erstellung eines Ehevertrags oder bei Fragen einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zeigt die Erfahrung, wie wichtig und sinnvoll eine anwaltliche Beratung ist.

Rechte und Pflichten im Familienrecht

Das Familienrecht befasst sich mit allen gesetzlichen Vorschriften im Bereich der Familie, speziell dem Verhältnis Eltern - Kind, den Rechtsverhältnissen unter Verwandten und Lebenspartnern, der Adoption und dem umfangreichen Bereich Ehescheidung, Sorgerecht und Unterhaltsrecht.

Wo das Familienrecht hauptsächlich geregelt ist

Das Familienrecht gehört zum Zivilrecht und ist überwiegend im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Es gibt jedoch auch einige Spezialgesetze wie das LPartG (Lebenspartnerschaftsgesetz). Auch die Themen Pflegschaft, Vormundschaft und Betreuung gehören inhaltlich zum Familienrecht.

Was das Familienrecht umfasst

  • das Eingehen einer Ehe oder Lebenspartnerschaft,
  • die rechtlichen Auswirkungen derselben,
  • das Güterrecht bei Ehe und Lebenspartnerschaft,
  • Trennung und Scheidung bzw. Auflösung der Partnerschaft,
  • Unterhaltspflichten während der Ehe bzw. Partnerschaft,
  • Unterhaltspflichten während der Trennungsphase,
  • Unterhaltspflichten nach der Scheidung bzw. Auflösung der Partnerschaft,
  • Versorgungsausgleich,
  • Abstammung,
  • Unterhalt unter Verwandten,
  • Eltern und Kinder,
  • Sorgerecht,
  • Aufenthaltsbestimmungsrecht,
  • Adoption.

Ehe und Lebenspartnerschaft im Familienrecht fast gleich

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt das Familienrecht in den §§ 1297 bis 1921. Regelungen über die eingetragene Lebenspartnerschaft enthält das Lebenspartnerschaftgesetz (LPartG), dessen Vorschriften jedoch zum Teil bereits ins Bürgerliche Gesetzbuch übernommen worden sind. In diesem Bereich hat eine weitgehende rechtliche Angleichung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft stattgefunden.

Weitere wichtige Gesetze im Familienrecht

  • die Zivilprozessordnung (Regelungen über das gerichtliche Verfahren),
  • das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG),
  • das Unterhaltsvorschussgesetz.

Trennung und Scheidung: Von Geld- und emotionalen Kosten

Für die meisten Gerichtsverfahren im Bereich des Familienrechts sorgen Scheidungsfälle, die zum Teil mit langwierigen Streitigkeiten um den Unterhalt, die Aufteilung der in der Ehe angeschaften Vermögensgegenstände und sonstigen Güter und nicht zuletzt um das Sorgerecht bezüglich gemeinsamer Kinder verbunden sind. Knifflig wird es außerdem dann, wenn sich ein Ehepartner oder beide gemeinsam während der Ehe selbstständig gemacht hat. Wie kann eine fairer Bewertung des Unternehmens erfolgen? Welche künftigen Gewinne können valide prognostiziert werden? Welche alternativen Bezahlmodelle stehen zur Verfügung?

Was Zugewinngemeinschaft im Familienrecht bedeutet

Gesetzlicher Güterstand für Eheleute ist in Deutschland die sogenannte Zugewinngemeinschaft. Dies bedeutet: Das während der Ehe erworbene Vermögen wird im Falle der Scheidung geteilt. Für jeden Ehepartner werden ein Anfangs- und ein Endvermögen errechnet und wer am Ende weniger hat, hat gegen den Expartner einen Anspruch auf Auszahlung der Hälfte der Differenz. Allerdings können die Ehepartner auch mit notariellem Ehevertrag andere Güterstände vereinbaren - etwa die Gütergemeinschaft oder die Gütertrennung. Hier empfiehlt sich eine fachkundige anwaltliche Beratung.

Vaterschaftsanfechtung: Was es bedeutet, der rechtliche Vater zu sein

Die Vaterschaftsanfechtung wurde im Jahr 2008 gesetzlich neu geregelt. Maßgeblich ist heute § 1598a BGB. Danach können
  • der Vater jeweils von Mutter und Kind,
  • die Mutter jeweils von Vater und Kind und
  • das Kind jeweils von beiden Elternteilen
die Zustimmung zu einer genetischen Abstammungsuntersuchung fordern. Das Familiengericht kann diese auf Antrag auch anordnen. Das Gerichtsverfahren richtet sich nach den §§ 640 ff. ZPO (Kindschaftssachen). Bei der Vaterschaft gibt es eine wichtige Unterscheidung: der biologische = leibliche Vater (der Zeuge) muss nicht der rechtliche Vater sein und umgekehrt. Dieser Umstand spielt z.B. dann eine Rolle, wenn eine Frau ein Kind von einem anderen Mann, mit dem sie nicht verbandelt bzw. zusammenwohnt bekommt. Dann ist - zunächst - der Mann, mit dem sie lebt der rechtliche Vater. Möchte sich dieser gegen diesen Umstand wehren, muss er eine Vaterschaftsanfechtung in Gang setzen und ggf. mit einem Vaterschaftstest untermauern. Es gibt aber auch den anders gelagerten Fall, dass ein Vater die Vaterschaft für ein Kind anerkennt, das er gar nicht gezeugt hat. Wie steht es dann um die Rechte des leiblichen Vater?

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zuletzt aktualisiert am 26.04.2017

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