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Mit einem Erbschein wird amtlich bescheinigt, dass der Inhaber des Erbscheins eine andere Person beerbt und welchen Anteil am Erbe er erhält.

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Was versteht man unter einem Erbschein?

Mit einem Erbschein wird amtlich bescheinigt, dass der Inhaber des Erbscheins eine andere Person beerbt und welchen Anteil am Erbe er erhält.

Wozu ist ein Erbschein notwendig?

Der Erbe muss sein Erbrecht immer wieder gegenüber verschiedensten öffentlichen und privaten Stellen (etwa Behörden, Banken oder Versicherungen) nachweisen, um sein Erbe in Anspruch nehmen zu können. Zwar können Gesetze und vertragliche Vereinbarungen auch eine andere Form des Erbnachweises vorsehen; der Erbschein ist jedoch gebräuchlich und allgemein anerkannt.

Gesetzliche Regelungen:

Der Erbschein ist in den §§ 2353 bis 2370 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Eine wichtige Vorschrift enthält darüber hinaus § 35 der Grundbuchordnung (GBO): Nach dieser Regelung ist ein Erbschein zwingend erforderlich, wenn der Erbe seine Eintragung als neuer Eigentümer einer geerbten Immobilie im Grundbuch durchsetzen möchte. Ohne Erbschein kann diese nur stattfinden, wenn der Erbe ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll oder einen notariellen Erbvertrag vorlegen kann.

Allgemeine Geschäftsbedingungen von Banken:

Die AGB von Banken und Versicherungen besagen oft, dass ein Erbe nur gegen Vorlage eines Erbscheins Zugriff auf das Konto oder die Geldanlage des Erblassers bekommt. Mit Urteil vom 8.10.2013 hat der Bundesgerichtshof diese Praxis jedoch beendet (Az.: XI ZR 401/12): Dem Gericht zufolge reichen auch ein Erbvertrag oder ein beglaubigtes Testament als Erbvertrag aus, die Bank bzw. Versicherfung darf nicht auf der Vorlage eines Erbscheines bestehen. Erben müssen damit nicht mehr in jedem Fall die erheblichen Gebühren für die Ausstellung eines Erbscheins tragen.

Der Erbscheinsantrag

Der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins ist beim Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen zu stellen. Dieses Gericht bezeichnet man auch als Nachlassgericht.

Antragsberechtigt sind:

- Alleinerben, Miterben, Vor- und Nacherben,
- Testamentsvollstrecker,
- Nachlassverwalter,
- Gläubiger, welche eine Zwangsvollstreckung gegen den Erben beabsichtigen.

Wann erteilt das Nachlassgericht den Erbschein?
Nach § 2354 BGB muss der gesetzliche Erbe folgende Angaben machen:

- Zeitpunkt des Todes,
- Verhältnis des Erben zum Verstorbenen,
- andere erbberechtigte Personen,
- Vorhandensein von Testamenten, Erbverträgen etc.,
- ggf. anhängiger Rechtsstreit über die Erbschaft,
- bei Wegfall anderer Erbberechtigter: Art des Wegfalls.

Testamentarische Erben müssen selbstverständlich das Testament vorlegen. Sie müssen nach § 2355 BGB außerdem folgende Angaben machen:

- Zeitpunkt des Todes,
- ggf. anhängiger Rechtsstreit über die Erbschaft,
- bei Wegfall anderer Erbberechtigter: Art des Wegfalls.

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