Untervermietung der Wohnung sog. „Homesharing“ über Internetportale wie AirBnB

05.01.2018, Autor: Frau Karen König (22 mal gelesen)
Private Zimmervermietung an Touristen ist mit Risiken behaftet.

Untervermietung der Wohnung sog. „Homesharing“ über Internetportale wie AirBnB

 

Private Zimmervermietung über Internetplattformen wie AirBnB beschäftigen derzeit zahlreiche Kommunen. Aktuell beschäftigt sich der Stadtrat in Düsseldorf mit dieser Problematik. Die Politiker befürchten, dass in Düsseldorf dringend benötigte Wohnungen verloren gehen. Diese Problematik besteht in allen Ballungszentren.

 

In der aktuellen Debatte stehen die Wohnungseigentümer, die ihre Wohnung bei längerer Abwesenheit Touristen überlassen, auf dem Prüfstand. So wird darüber debattiert, ob Eigentümer sich die Umnutzung künftig genehmigen lassen müssen. In Berlin wurde zum Ende des Jahres 2017 vom Senat beschlossen, dass Wohnungen künftig bis zu 60 Tage im Jahr ohne Genehmigung an Feriengäste weitervermietet werden dürfen, z.B. um während des Urlaubs die eigene Wohnung für wenige Tage als Ferienwohnung zu vermieten. Ob ein solches Zugeständnis auch in Düsseldorf vorgenommen wird, ist noch unklar.

 

Aber nicht nur die Eigentümer sind betroffen, auch die Mieter, die zeitweilig ihre Wohnung oder einen Teil der Wohnung Touristen zur Verfügung stellen.

 

Der Wohnraummieter, der ohne Genehmigung seines Vermieters die Wohnung Touristen überlässt, riskiert, nach erfolgter Abmahnung, die Kündigung des Mietverhältnisses. Zahlreiche Entscheidungen haben bereits den Vermietern in ähnlichen Situationen Recht gegeben und den Räumungs- und Herausgabeanspruch zugestanden. Den Vermietern steht das Recht zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses zu, wenn ein wichtiger Grund gegeben ist, der dem Kündigenden, unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, die Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar macht.

 

Eine solche Unzumutbarkeit ist gegeben, wenn der Mieter die Wohnung an Touristen vermietet und trotz erfolgter Abmahnung weiterhin über „airbnb“ anbietet. Das Kammergericht Berlin hat bereits entschieden, dass die entgeltliche Überlassung vermieteten Wohnraums an Touristen oder das öffentliche Angebot dazu, ohne Erlaubnis des Vermieters, vertragswidrig ist (vgl. Kammer, Beschl. v. 18.11.2014 – 67 S 360/14,). Dies gilt erst recht, wenn die Wohnung nicht nur zum Teil, sondern vollständig überlassen wird.

 

Der Mieter riskiert in einem solchen Fall die Kündigung des Mietverhältnisses, der Eigentümer muss die kommunalen Auflagen beachten, beide Personenkreise haben die steuerrechtlichen Konsequenzen zu berücksichtigen, da schließlich Einnahmen aus kurzfristigen Vermietungen entstehen. Wenn Räume der selbstgenutzten Wohnung oder des selbstgenutzten Hauses an fremde Dritte vermietet werden, entstehen daraus in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vgl. § 21 Abs. 1 EStG. Gerade der Wohnraummieter, der gelegentlich an Touristen vermietet, läuft Gefahr diese Einkünfte „zu vergessen“ und sich nicht mit den umsatzsteuerrechtlichen Belangen für die kurzfristige (Unter-)Vermietung von Wohn- und Schlafräumen zu beschäftigen.

 

Fazit: Nicht nur auf der politischen Ebene ist die Einordnung der Homesharing-Fälle spannend, sondern auch in juristischer und steuerrechtlicher Hinsicht.

 

Bei juristischen Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

 


Gefällt Ihnen dieser Rechtstipp?
Ihre Bewertung:  stern_graustern_graustern_graustern_graustern_grau
Bisher abgegebene Bewertungen:
sternsternsternsternstern  3,0/5 (1 Bewertungen)

Hier finden Sie Anwälte für Mietrecht und Pachtrecht an Ihrem Ort (alphabetisch sortiert)
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z Ö

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwältin
Karen König
Weitere Rechtstipps (1)

Anschrift
Berliner Allee 34-36
40212 Düsseldorf
DEUTSCHLAND

Telefon: 0211-863289-70

Kontaktaufnahme
zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwältin Karen König
Suche in Rechtstipps

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
2017-02-23, Redaktion Anwalt-Suchservice
Die Gründe für die Suche nach einem Untermieter sind sehr vielfältig und zielen meist darauf ab, Mietkosten zu sparen. Egal um welchen Grund es sich handelt, Mieter und Untermieter schließen in jedem Fall einen Untermietvertrag.
2017-04-27, Redaktion Anwalt-Suchservice
Eine Kündigung ist eine harte Maßnahme und entsprechend stehen ihr divserse Schutzrechte gegenüber. Arbeitnehmer oder Mieter gelten vor dem Gesetz zumeist als schwächer, da ein Rauswurf aus Job oder Wohnung in der Regel entsprechend schwerwiegend ist.
2017-05-11, Redaktion Anwalt-Suchservice
Mietverträge dürfen vom Vermieter nur aus wenigen, gesetzlich festgelegten Gründen gekündigt werden. Einer davon ist die Kündigung wegen Eigenbedarf. Sie "widerspricht" dem Mieterschutz. Doch die Gründe für den Eigenbedarf sind über die Jahre lockerer geworden.
Redaktion Anwalt-Suchservice
Im Grundbuch werden die Eigentumsverhältnisse an Grundstücken sowie mögliche Belastungen vermerkt. Im Wohnungseigentumsrecht hat das Wohnungsgrundbuch besondere Bedeutung, weil es die komplizierten Eigentumsverhältnisse in einer Wohnanlage mit vielen Teileigentümern aufschlüsselt.
Untermietvertrag: Rechte des Untermieters © Bu - Anwalt-Suchservice
2017-09-11 10:08:19.0, Redaktion Anwalt-Suchservice (184 mal gelesen)

Viele Menschen können sich keine ganze Wohnung allein leisten. Eine Lösung bieten Zimmer zur Untermiete. Hier gilt es jedoch einige rechtliche Fallstricke zu vermeiden, die im Ernstfall teuer werden können....

sternsternsternsternstern  4,1/5 (22 Bewertungen)
Die aktuelle Rechtsprechung zum Eigenbedarf © Bu - Anwalt-Suchservice
2017-11-30 10:43:54.0, Redaktion Anwalt-Suchservice (1061 mal gelesen)

Eigenbedarf ist ein häufiger Kündigungsgrund für Mietverhältnisse. Allerdings kennen viele Mieter und Vermieter die Voraussetzungen nicht, unter denen eine Eigenbedarfskündigung zulässig ist....

sternsternsternsternstern  4,1/5 (95 Bewertungen)
Ehescheidung: Wer bekommt die Wohnung? © M. Schuppich - Fotolia.com
2015-04-15, Redaktion Anwalt-Suchservice (575 mal gelesen)

Bei einer Scheidung gibt es eine Reihe rechtlicher Fragen zu klären. Dazu gehört auch, wer die bisherige gemeinsame Wohnung bekommt. Unter bestimmten Umständen kann ein Ehepartner Anspruch auf Zuweisung der Ehewohnung haben. ...

sternsternsternsternstern  4,2/5 (19 Bewertungen)
2017-11-13, Autor Anton Bernhard Hilbert (47 mal gelesen)

Was tun bei Mieters Tod? Eine besondere Herausforderung stellt sich dem Vermieter, wenn sein einziger Mieter stirbt, ohne einen Erben zu hinterlassen. Das gleiche Problem gilt es zu lösen, wenn die Erbfolge ungeklärt ist. Oft kommt es vor allem ...

sternsternsternsternstern  4,5/5 (11 Bewertungen)
2014-07-17, Autor Anton Bernhard Hilbert (843 mal gelesen)

Der 13. Juni 2014 ist ein wichtiges Datum für private Vermieter. An diesem Tag ist das Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechte Richtlinie in Kraft getreten. Seither kann auch beim Abschluss oder bei Änderung von Mietverträgen ein Widerrufsrecht zu ...

sternsternsternsternstern  4,2/5 (52 Bewertungen)
weitere Rechtstipps in der Rubrik Mietrecht und Pachtrecht weitere Rechtstipps weitere Rechtstipps in der Rubrik Mietrecht und Pachtrecht

Autor dieses Rechtstipps

Rechtsanwältin
Karen König
Weitere Rechtstipps (1)

Anschrift
Berliner Allee 34-36
40212 Düsseldorf
DEUTSCHLAND

Telefon: 0211-863289-70

Kontaktaufnahme
zum Kanzleiprofil von
Rechtsanwältin Karen König
Suche in Rechtstipps
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.   
Mehr Informationen  |  OK
Durch die Nutzung unserer Dienste, erklären Sie sich mit Cookies einverstanden.    Info
OK