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Das Pflichtteilsrecht ist kein eigenständiges Rechtsgebiet, sondern ist ein Bereich des Erbrechts, der sich mit Fragen der Enterbung und eines trotz Enterbung bestehenden Erbrechts beschäftigt bzw. das Recht eines enterbten Erben. Die Basis des Pflichtteilsrechts ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).

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Enterbung und Pflichtteil nach dem Pflichtteilsrecht

"Enterbung" - Grundlage für einen Anspruch nach dem Pflichtteilsrecht

Das Pflichtteilsrecht als Bereich des Erbrechts - aber auch als Recht eines Erben - basiert darauf, dass ein Erblasser frei über sein Erbe bestimmen kann (Testierfreiheit). Das bedeutet, dass ein Erblasser entweder die gesetzliche Erbfolge akzeptiert oder mittels Testament oder in einem Erbvertrag abweichende Regelungen trifft. Die Testierfreiheit führt aber auch dazu, dass ein Erblasser einzelne gesetzliche Erben (Kinder, Ehepartner etc.) von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen kann. Umgangssprachlich wird das als "Enterbung" bezeichnet.

Wird ein gesetzlich Erbberechtigter von der Erbschaft ausgeschlossen, steht manchen gesetzlichen Erben ein Pflichtteilsrecht zu, das juristisch korrekt als "Pflichtteilsanspruch" bezeichnet wird. Erbe ist der Pflichtteilsberechtigte nicht. Der Pflichtteilsanspruch ist ein Anspruch in Geld gegen die Erben. Damit kann der Pflichtteilsberechtigte nicht über den Nachlass oder einzelne Gegenstände aus dem Nachlass (Immobilien etc.) bestimmen.

Pflichtteilsberechtigte nach dem Pflichtteilsrecht

Das Pflichtteilsrecht schränkt in gewisser Weise die Testierfreiheit ein, denn es besagt, dass bestimmte gesetzlich Erbberechtigte auch dann einen Anteil am Erbe in Geld erhalten sollen, wenn der Erblasser sie von der Erbfolge ausgeschlossen hat. Dies betrifft nur Kinder und Kindeskinder (Enkel), Ehegatten, Lebenspartner und Eltern des Erblassers, nicht aber Tanten, Onkel, Nichten und Neffen etc.. Der Pflichtteilsanspruch nach dem Pflichtteilsrecht besteht in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Anteils am Erbe. Maßgeblich für die Berechnung des Wertes des Nachlasses als Basis für die Berechnung des Pflichtteilsanspruchs ist das Nachlassverzeichnis. Wird der Wert des Pflichtteils berechnet, muss dabei der Voraus des Ehegatten berücksichtigt werden, ebenso Zuwendungen zu Lebzeiten des Erblassers (Schenkungen etc.) an den Enterbten.

Pflichtteilsergänzungsanspruch und Entziehung des Pflichtteils

Hat der Erblasser die Erbschaft mit lebzeitigen Schenkungen gemindert, kann einem Erben ein sogenannter Pflichtteilsergänzungsanspruch über den eigentlichen Pflichtteilsanspruch hinaus zustehen. Dieser Ergänzungsanspruch nach dem Pflichtteilsrecht besteht nur dann nicht, wenn die Schenkung mehr als 10 Jahre vor dem Tod des Erblassers erfolgte.

Eine vollständige Enterbung - die sogenannte Entziehung des Pflichtteils - kommt hingegen nur in Betracht, wenn sich der Erbberechtigte gegenüber dem Erben massiv etwas zu Schulden kommen lässt.

Besonderer Tipp

Da Ansprüche nach dem Pflichtteilsrecht der Verjährung unterliegen, sollte man nicht zu lange warten, wenn man von der Erbfolge ausgeschlossen wurde. Ist der Anspruch verjährt geht man eventuell leer aus. Der Pflichtteilsanspruch verjährt grundsätzlich drei Jahre nach dem Ende des Jahres in dem er entstand (Todesjahr) und der Pflichtteilsberechtigte von ihm erfahren hat. Viele Faktoren führen aber z. B. zur Hemmung der Verjährung. Deshalb sollte man immer von einem Rechtsanwalt für Pflichtteilsrecht prüfen lassen, ob ein Anspruch nach dem Pflichtteilsrecht auch etliche Jahre nach einem Todesfall noch besteht. Finden Sie einen Rechtsanwalt, der Ihnen Ihre Fragen zum Pflichtteilsrecht beantworten kann mit dem Anwalt-Suchservice!
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