Tipps zur Verkehrssicherheit in der dunklen Jahreszeit

21.10.2019, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 4 Min. (130 mal gelesen)
Tipps zur Verkehrssicherheit in der dunklen Jahreszeit © Rh - Anwalt-Suchservice

Herbst- und Winterzeit bedeutet auch frühe Dunkelheit. Regen, Schnee oder Nebel verschlechtern häufig noch die Sicht. Für alle Verkehrsteilnehmer ist nun erhöhte Aufmerksamkeit angesagt.

Weniger Stunden Tageslicht, Niederschläge, Glätte und beschlagene Scheiben – für Verkehrsteilnehmer hat die schwierigste Jahreszeit begonnen. Besonders gefährlich ist es für Fußgänger und Radfahrer. Sie sollten jetzt besonders vorsichtig sein und am besten helle Kleidung tragen oder Reflektoren benutzen. Autofahrer sollten noch stärker auf Radfahrer und Fußgänger achten und sich um eine vorschriftsmäßige Beleuchtung ihrer Fahrzeuge kümmern.

Was ist bei der Beleuchtung von Autos zu beachten?


Autofahrer sind dazu verpflichtet, die Beleuchtungseinrichtungen ihrer Fahrzeuge regelmäßig zu überprüfen und deren Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) schreibt in § 17 vor, welche Beleuchtung am Auto wann eingeschaltet sein muss.

Dazu gehören folgende Regeln:
- Bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechter Sicht sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen einzuschalten. Diese dürfen nicht verdeckt oder beschmutzt sein.
- Standlicht allein reicht beim Fahren nicht aus.
- Auf Straßen mit durchgehender, guter Beleuchtung darf man kein Fernlicht benutzen.
- Kommen andere Fahrzeuge in Sicht, ist das Fernlicht abzublenden.
- Bei Sichtbehinderungen durch Nebel, Schneefall oder Regen ist auch am Tag mit Abblendlicht zu fahren. Nur bei solcher Witterung dürfen Nebelscheinwerfer (nach vorne) eingeschaltet sein.
- Nebelschlussleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.

Motorradfahrer müssen auch bei Tag mit Abblendlicht oder Tagfahrleuchten fahren. Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, muss das Abblendlicht eingeschaltet werden.

Welche Bußgelder drohen?


Im Bußgeldkatalog zu § 17 StVO ist im Detail aufgelistet, für welches Vergehen mit welchem Bußgeld zu rechnen ist. Wenn es ein Autofahrer unterlässt, die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen, obwohl es die Sichtverhältnisse erfordern, hat er ein Bußgeld von 20 Euro zu erwarten. Gefährdet er dadurch andere Verkehrsteilnehmer, werden es 25 Euro. Kommt es dadurch zum Unfall, sind 35 Euro fällig.

Ein Bußgeld droht auch, wenn die Beleuchtung am Fahrzeug defekt ist. Auf mangelnde technische Kenntnisse können sich Autofahrer dabei nicht berufen. Notfalls muss eine Werkstatt aufgesucht werden.
Auch bei einer verdreckten oder durch Ladung verdeckten Beleuchtung droht ein Bußgeld. Hier muss der Autofahrer ebenfalls mit 20 Euro rechnen. Bei Gefährdung und Unfall erhöht sich der Betrag wieder.

Ein nicht rechtzeitiges Abblenden des Fernlichts kostet ebenfalls 20 bis 35 Euro. Mit Fernlicht zu fahren, obwohl die Straße ausreichend beleuchtet ist, kostet 10 Euro. Dies gilt auch für eine Fahrt nur mit Standlicht. Eine Benutzung der Nebelschlussleuchten ohne Nebel mit Sichtweiten unter 50 Meter kostet 20 bis 35 Euro.

Teurer wird es schon, wenn man bei schlechten Sichtverhältnissen (Regen, Nebel, Schnee) ohne Abblendlicht fährt: Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft kostet dies 25 bis 35 Euro, außerhalb von Ortschaften 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung anderer werden es 75 Euro und ein Punkt, bei Unfall 90 Euro und ein Punkt.

Was gilt für die Fahrradbeleuchtung?


Auch Radfahrer müssen in Deutschland auf eine vorschriftsmäßige Beleuchtung achten. Die maßgebliche Vorschrift ist dabei § 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).
Vorgeschrieben sind ein bis zwei weiße Scheinwerfer nach vorne (nicht blinkend), sowie ein nach vorn wirkender weißer Rückstrahler (Reflektor). Tagfahrlicht- und Fernlichtfunktionen für weißes Licht sind erlaubt. An der Rückseite sind mindestens eine Schlussleuchte mit rotem Licht und ein roter, nicht dreieckiger Reflektor vorgeschrieben. Eine Bremslichtfunktion ist erlaubt. Blinkende Rückleuchten sind verboten.
Außerdem müssen die Pedale nach vorn und hinten gelbe Reflektoren haben.
Nach den Seiten sind außerdem
- ringförmig zusammenhängende retroreflektierende weiße Streifen an den Reifen oder Felgen oder in den Speichen des Vorderrades und des Hinterrades oder
- Speichen an jedem Rad, alle Speichen entweder vollständig weiß retroreflektierend oder mit Speichenhülsen an jeder Speiche, oder
- mindestens zwei um 180 Grad versetzt angebrachte, nach der Seite wirkende gelbe Speichenreflektoren an den Speichen des Vorderrades und des Hinterrades
vorgeschrieben.

Ein Nabendynamo ist nicht mehr vorgeschrieben. Scheinwerfer, Leuchten und deren Energiequelle dürfen abnehmbar sein. Sie müssen jedoch während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder schlechter Sicht angebracht und benutzt werden.

Welche Bußgelder gelten für Fahrradfahrer?


Fährt ein Fahrradfahrer ohne Licht bzw. ist das Licht defekt, so muss er mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Eine unzulässige Beleuchtung kann sich bei Unfall jedoch auch auf die Mitverschuldensquote auswirken. Dass hier immer der Autofahrer schuld ist, ist ein häufiger Irrtum: In den meisten Fällen wird die Schuld und auch der Schaden zwischen beiden Unfallgegnern aufgeteilt.

Was sollten Fußgänger beachten?


In der dunklen Jahreszeit ist erhöhte Vorsicht angesagt. Bedenken Sie, dass Sie für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer jetzt noch schlechter zu sehen sind. Es ist also besonders gefährlich, außerhalb von Fußgänger-Überwegen einfach über die Straße zu laufen. Generell zu empfehlen sind helle Kleidung und an der Kleidung befestigte Reflektoren. Für Jogger gibt es besondere Laufkleidung mit eingearbeiteten Reflektoren. Aber auch eine billige Warnweste aus dem Autozubehör erhöht die Sicherheit schon deutlich.

Was gilt für E-Roller?


Elektroroller oder Scooter müssen ähnlich wie Fahrräder nach vorne und hinten beleuchtet sein und nach den Seiten Reflektoren haben. Auch hier droht bei fehlender Beleuchtung ein Bußgeld von 20 Euro. Und: Es gelten die gleichen Promillegrenzen wie für Autofahrer!

Praxistipp


In der dunklen Jahreszeit kommt es zu vielen Unfällen. Haben Sie einen Schaden erlitten oder werden gegen Sie Forderungen gestellt, ist ein Fachanwalt für Verkehrsrecht der richtige Ansprechpartner.

(Bu)



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