Bußgeldkatalog 2026: Aktuelle Bußgelder, Punkte und Fahrverbote im Überblick
10.04.2026, Redaktion Anwalt-Suchservice
Bußgeldkatalog 2026: Verschärfte Strafen für Verkehrsverstöße! © Rh - Anwalt-Suchservice Das Wichtigste in Kürze
1. Regelungen zu Verkehrsverstößen: Der Bußgeldkatalog 2026 legt Bußgelder, Punkte und Fahrverbote für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) fest.
2. Punkte und Führerscheinentzug: Ab 8 Punkten im Fahreignungsregister (Flensburg) wird die Fahrerlaubnis entzogen.
3. Verjährung von Bußgeldern: Bußgelder, die nicht mit einem Bußgeldbescheid geahndet werden, verjähren nach drei Monaten; mit Bußgeldbescheid verlängert sich die Frist auf sechs Monate.
1. Regelungen zu Verkehrsverstößen: Der Bußgeldkatalog 2026 legt Bußgelder, Punkte und Fahrverbote für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) fest.
2. Punkte und Führerscheinentzug: Ab 8 Punkten im Fahreignungsregister (Flensburg) wird die Fahrerlaubnis entzogen.
3. Verjährung von Bußgeldern: Bußgelder, die nicht mit einem Bußgeldbescheid geahndet werden, verjähren nach drei Monaten; mit Bußgeldbescheid verlängert sich die Frist auf sechs Monate.
Dieser Rechtstipp behandelt folgende Themen:
Wie hoch sind die Bußgelder bei Geschwindigkeitsverstößen? Wie hoch ist das Bußgeld bei zu hoher Geschwindigkeit innerorts? Wie hoch ist das Bußgeld bei zu hoher Geschwindigkeit außerorts? Welche Bußgelder drohen beim Falschparken? Keine Rettungsgasse gebildet: Wie hoch ist das Bußgeld? Abbiegende Lkw: Schritttempo ist Pflicht! Was kostet unvorsichtiges Abbiegen beim PKW? Wie hoch ist das Bußgeld für einen zu lauten Auspuff? Welches Bußgeld fällt für Handynutzung beim Fahren an? Wie werden Radfahrer beim Überholen geschützt? Wie hoch sind die Verwaltungsgebühren, die zusätzlich zum Bußgeld anfallen? Welche Verkehrsregeln gelten für das Carsharing? Wann verjähren Bußgelder nach dem Bußgeldkatalog? Praxistipp zum aktuellen Bußgeldkatalog 2026 Wie hoch sind die Bußgelder bei Geschwindigkeitsverstößen?
Der Bußgeldkatalog vom 22.8.2024 gilt auch 2026 weiterhin und legt folgende Bußgelder für Verkehrsverstöße fest:
Wie hoch ist das Bußgeld bei zu hoher Geschwindigkeit innerorts?
Wer mit einem PKW innerorts bis zu 10 km/h zu schnell fährt, muss mit einem Bußgeld von 30 Euro rechnen. Bei einer Tempoüberschreitung um 11 bis 15 km/h sind es 50 Euro, bei 16 bis 20 km/h 70 Euro. Bei 21 bis 25 km/h sind es 115 Euro plus ein Punkt und bei 26 bis 30 km/h sind es 180 Euro plus ein Punkt. Bei 31 bis 40 km/h zu viel ist mit einem Bußgeld von 260 Euro, 2 Punkten und einem Monat Fahrverbot zu rechnen.
Dann steigen die Bußgelder stufenweise an bis zum Betrag von 800 Euro, der bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung um mehr als 70 km/h fällig wird. Hinzu kommen zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.
Wie hoch ist das Bußgeld bei zu hoher Geschwindigkeit außerorts?
Wer um bis zu 10 km/h zu schnell fährt, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen. Bei einer Tempoüberschreitung um 11 bis 15 km/h sind es 40 Euro, bei 16 bis 20 km/h zu viel beträgt das Bußgeld 60 Euro, bei 21 bis 25 km/h 100 Euro plus einen Punkt und bei 26 bis 30 km/h werden 150 Euro und ein Punkt fällig. Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 60 km/h überschreitet, muss mit 600 Euro Bußgeld rechnen sowie mit zwei Punkten und zwei Monaten Fahrverbot.
Welche Bußgelder drohen beim Falschparken?
Im Bußgeldkatalog ist eine Vielzahl von Varianten von Halte- und Parkverstößen geregelt. Daher können hier nur einige Beispiele wiedergegeben werden:
Halten im absoluten Halteverbot kostet grundsätzlich 20 Euro, Parken 25. Bei längerer Dauer und Behinderung anderer können es bis zu 50 Euro werden.
Auf Halten in zweiter Reihe steht ein Bußgeld von 55 Euro. Sobald andere behindert werden, sind es 70 Euro und ein Punkt, bei Gefährdung 80 Euro und ein Punkt. Kommt es zu einem Unfall, sind es 100 Euro und ein Punkt.
Parken in zweiter Reihe kostet 55 bis 110 Euro. Wenn andere dadurch behindert werden, kommt ein Punkt hinzu.
Autofahrer, die auf Geh- oder Radwegen halten oder parken, müssen mit einem Bußgeld zwischen 55 und 100 Euro rechnen. Sobald andere behindert werden, sieht der Bußgeldkatalog einen Punkt in Flensburg vor.
100 Euro und einen Punkt gibt es auch für das Parken in einer Feuerwehrzufahrt mit Behinderung von Rettungsfahrzeugen.
Je nach Dauer und Behinderung anderer kann das Zuparken fremder Grundstücksausfahrten zwischen 10 und 30 Euro kosten.
Wer an einer abgelaufenen Parkuhr parkt, muss je nach Dauer 20 bis 40 Euro Bußgeld zahlen.
Keine Rettungsgasse gebildet: Wie hoch ist das Bußgeld?
Wie wichtig das Bilden einer Rettungsgasse ist, wird immer wieder betont. Wer auf der Autobahn keine Rettungsgasse bildet, obwohl der Verkehr stockt, hat mit einem Bußgeld von 200 Euro und zwei Punkten sowie einem Monat Fahrverbot zu rechnen. Behindert man Polizei- oder Rettungsfahrzeuge, sind es 240 Euro. Bei Gefährdung werden es 280 Euro, bei Unfall 320 Euro, jeweils plus 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot.
Wer selbst die Rettungsgasse zum schnelleren Vorwärtskommen nutzt, ist mit 240 bis 320 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot dabei.
Abbiegende Lkw: Schritttempo ist Pflicht!
Seit einigen Jahren schreibt die StVO vor, dass Lkw ab 3,5 Tonnen innerorts nur noch im Schritttempo abbiegen dürfen, wenn an der jeweiligen Stelle mit Radfahrern oder Fußgängern zu rechnen ist. Dies ist in § 9 Abs. 6 StVO geregelt. Als Schritttempo gelten 7 bis 11 km/h. Wenn sich Lkw-Fahrer nicht daran halten, werden laut aktuellem Bußgeldkatalog 70 bis 105 Euro und ein Punkt fällig.
Was kostet unvorsichtiges Abbiegen beim PKW?
Beim Abbiegen müssen sich auch andere Verkehrsteilnehmer vorsehen. Wer abbiegt, ohne auf Fußgänger besondere Rücksicht zu nehmen und diese dabei gefährdet, ist mit 140 Euro, einem Punkt und einem Monat Fahrverbot dabei. Bei einem Unfall werden es 170 Euro. Dem Bußgeldkatalog zufolge gelten diese Sätze auch, wenn man als Auto/Motorradfahrer abbiegt, ohne einen entgegenkommenden oder in gleicher Richtung geradeaus weiterfahrenden Radfahrer durchzulassen.
Wie hoch ist das Bußgeld für einen zu lauten Auspuff?
Aktuell beträgt das Bußgeld für das Verursachen von unnötigem Lärm und vermeidbarer Abgasbelästigung 80 Euro und das für belästigendes, unnützes Hin- und Herfahren bis zu 100 Euro.
Welches Bußgeld fällt für Handynutzung beim Fahren an?
Beim Fahren dürfen weder Handys noch irgendwelche anderen elektronischen Geräte, die zur Kommunikation, Information oder Organisation dienen, benutzt werden, wenn man sie dazu in die Hand nehmen muss.
Hier droht ein Bußgeld von 100 Euro plus ein Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung anderer werden es 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, bei einem Unfall 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Wofür man das Handy benutzt, ist egal.
Wie werden Radfahrer beim Überholen geschützt?
2021 wurde die StVO überarbeitet und durch neue Regeln ergänzt. Dazu gehört: Fahrzeuge, die innerorts Fahrräder oder E-Roller überholen, müssen mindestens 1,5 Meter Seitenabstand einhalten, außerorts sogar zwei Meter. Dies gilt nicht, wenn Radfahrer vor einer Ampel oder Kreuzung rechts neben wartende Autos fahren.
Allerdings gibt es viele Engstellen, an denen dieser Abstand gar nicht eingehalten werden kann. Dort kann das Straßenverkehrsamt durch Schilder festsetzen, dass Fahrräder (bzw. einspurige Fahrzeuge) nicht überholt werden dürfen. Dafür wurde der StVO 2021 ein neues Schild hinzugefügt.
Neu eingeführt wurde 2021 auch die Ausschilderung von Fahrradzonen, die ohne besondere Beschilderung ausschließlich Radfahrern und E-Kleinstfahrzeugen zur Verfügung stehen. Dort gilt ein Tempolimit von 30 km/h. Der grüne Abbiegepfeil kann nun auch nur für Radfahrer ausgeschildert werden.
Wenn neben der Straße ein baulich abgetrennter Radweg verläuft, müssen Autofahrer beim Parken vor Kreuzungen oder Einmündungen einen Abstand von acht Metern von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten wahren.
Eigene Parkflächen und Ladezonen für Lastenfahrräder können durch das neue Schild „Lastenfahrrad“ ausgewiesen werden.
Wie hoch sind die Verwaltungsgebühren, die zusätzlich zum Bußgeld anfallen?
Bundesweit werden von den Behörden 5 Prozent der Geldbuße als Verwaltungsgebühr verlangt, mindestens jedoch 25 Euro. Für die Postzustellung kommen jeweils 3,50 Euro an Auslagen hinzu.
Beispiel: Beträgt das Bußgeld 100 Euro, fällt die Mindestgebühr von 25 Euro an plus 3,50 Euro Auslagen = 28,50 Gebühren. Der Gesamtbetrag liegt dann bei 128,50.
Rechtsgrundlage ist § 107 OWiG.
Welche Verkehrsregeln gelten für das Carsharing?
Seit April 2020 gibt es ein neues Verkehrsschild, welches Carsharing-Fahrzeugen bevorrechtigtes Parken erlaubt. Eine Plakette an der Windschutzscheibe kennzeichnet solche Autos. Dieses Recht steht nur Autos von kommerziellen Anbietern zu und nicht den privaten Carsharing-Fahrzeugen.
Wann verjähren Bußgelder nach dem Bußgeldkatalog?
Bußgelder nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) verjähren grundsätzlich in drei Monaten. Diese Verjährungsfrist gilt allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:
1. Ergeht innerhalb von drei Monaten kein Bußgeldbescheid oder wird kein Verfahren eingeleitet, tritt die Verjährung ein. Dann kann keine Sanktion mehr verhängt werden.
2. Wenn der Betroffene einen Bußgeldbescheid erhält, wird die Verjährungsfrist unterbrochen und beträgt dann sechs Monate ab Zustellung des Bescheides. Die Verjährung wirkt von Amts wegen. Beachtet die Behörde diese nicht, sollte
Die Rechtsfolge der Verjährung eines Bußgeldes ist, dass die Ordnungswidrigkeit von der zuständigen Behörde nicht mehr verfolgt oder vollstreckt werden darf.
Praxistipp zum aktuellen Bußgeldkatalog 2026
Wurde gegen Sie ein Bußgeld oder ein Fahrverbot nach dem StVO-Bußgeldkatalog verhängt? Dann kann ein Fachanwalt für Verkehrsrecht für Sie prüfen, ob dies gerechtfertigt war. Der Anwalt kann zuerst Akteneinsicht nehmen und feststellen, auf welchen Beweisen die Anschuldigungen genau beruhen. Bußgelder lassen sich in einigen Fällen reduzieren und Fahrverbote abwenden.
(Ma)