Poolarbeitsplatz: Häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzbar!

05.09.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (88 mal gelesen)
Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können Arbeitnehmer steuerlich geltend machen. Nach einer aktuellen Gerichtsentscheidung haben auch Arbeitnehmer die Möglichkeit die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen, wenn ihnen beim Arbeitgeber kein fester, sondern ein Poolarbeitsplatz zur Verfügung steht.

Dies geht aus einer Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen10 K 822/12 E) hervor. Im zugrundliegenden Fall verfügte der Arbeitnehmer, der auch im Außendienst tätig war, im Gebäude seines Arbeitgebers über keinen festen Arbeitsplatz. Vielmehr nutzte er an den Tagen seiner Anwesenheit einen der vom Arbeitgeber ohne feste Zuordnung vorgehaltenen Pool-Arbeitsplätze. Anhand einer Bescheinigung seines Arbeitgebers wies er nach, dass am Betriebssitz im Schnitt für acht Arbeitnehmer nur drei Arbeitsplätze bereit gehalten werden. Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer mit der Begründung ab, dem Arbeitnehmer werde von seinem Arbeitgeber ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.

Zu Unrecht, entschied das Finanzgericht Düsseldorf. Dem Arbeitnehmer habe kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden. Daher könnten die Aufwendungen für das Arbeitszimmer steuerlich berücksichtigt werden. Zwar handele es sich bei dem Pool-Arbeitsplatz um einen anderen Arbeitsplatz. Dieser habe dem Arbeitnehmer jedoch nicht für sämtliche beruflichen Zwecke zur Verfügung gestanden. Denn der Arbeitnehmer habe aufgrund der Unterdeckung an Arbeitsplätzen nicht jederzeit auf einen freien Arbeitsplatz zugreifen können. Wenn alle Arbeitsplätze aufgrund der Anwesenheit anderer Mitarbeiter besetzt seien, müsse er seine Tätigkeit zwingend im häuslichen Arbeitszimmer verrichten.