Sex mit Tieren: Sodomie bleibt unzulässig

07.07.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (827 mal gelesen)
Sex mit Tieren: Sodomie bleibt unzulässig © Olexandr – Fotolia.com
Das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung ergibt sich aus Art. 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Grundgesetz. Allerdings hat auch dieses Grundrecht seine Grenzen. Dies erklärte das Bundesverfassungsgericht zwei Beschwerdeführern, die eine Verfassungsbeschwerde gegen eine Regelung aus dem Tierschutzgesetz angestrengt hatten. Diese Vorschrift besagt, dass Sex mit Tieren verboten ist.

Nach der Regelung können sexuelle Handlungen mit Tieren, durch die diese zu einem nicht artgerechten Verhalten gezwungen werden, mit einem Bußgeld bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Dieses Verbot wollten die beiden Kläger aufheben lassen. Denn Tiere sind für sie offenbar von größerem sexuellen Reiz als eigene Artgenossen. Diese Neigung bezeichnet man auch als Zoophilie.

In Deutschland ist Sex mit Tieren erst seit 2013 (wieder) verboten – auf Betreiben von Tierschutzorganisationen. Auch vorher war dies lange der Fall; eine entsprechende Regelung im Strafgesetzbuch wurde 1969 aufgehoben, da man sie wohl für überflüssig hielt. Was sich die Politiker und Rechtsgelehrten nicht vorstellen konnten, existiert jedoch in der Wirklichkeit: So machten bereits mehrere Gruppen den Versuch, sich als Vereine zur Förderung der Akzeptanz derartiger Aktivitäten ins deutsche Vereinsregister eintragen zu lassen. Diese Ansinnen wurden abgewiesen und scheiterten auch vor Gericht. Im Nachbarland Dänemark gab es jahrelang Diskussionen um einen zunehmenden Zoophilie-Tourismus - zum 1. Juli 2015 folgte dann das gesetzliche Verbot.

Wie auch immer, das deutsche Bundesverfassungsgericht wies die Verfassungsbeschwerde zurück. Es liege keine Verletzung der Grundrechte der beiden Beschwerdeführer vor. Der Einzelne müsse es nun einmal hinnehmen, dass seine Rechte dort eingeschränkt würden, wo andere wichtige Rechtsgüter auf dem Spiel ständen. Der Schutz des Wohlbefindens von Tieren durch einen Schutz vor artwidrigen sexuellen Übergriffen sei legitim. Dieses in § 1 Satz 1 Tierschutzgesetz ausgedrückte Ziel habe nach Art. 20a Grundgesetz Verfassungsrang. Auch die Verhältnismäßigkeit sei gewahrt. Schließlich greife der Tatbestand aus dem Tierschutzgesetz nur, wenn das Tier zu einem nicht artgerechten Verhalten gezwungen werde.

Damit dürften Tiere in Deutschland etwas sicherer vor den Avancen bestimmter sogenannter Tierliebhaber geworden sein. Denn dass ein Tier freiwillig und auf artgerechte Weise mit einem Menschen den Geschlechtsverkehr ausübt, erscheint irgendwie unwahrscheinlich.

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. Dezember 2015, Az. 1 BvR 1864/14