Stromschlag durch Laternenpfahl: Stadt haftet für verletzte Hundebesitzerin

23.01.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (301 mal gelesen)
Stromschlag durch Laternenpfahl: Stadt haftet für verletzte Hundebesitzerin © DragonImages - Fotolia.com
Eine Frau hatte zur Weihnachtszeit ihre Hündin Gassi geführt. Als sie an einem Mast vorbeikamen, an dem die städtische Weihnachtsbeleuchtung hing, warf sich die Hündin plötzlich zu Boden, schrie und zuckte wie in Krämpfen. Die Halterin eilte ihrem Tier zu Hilfe, erlitt dabei aber heftige Bisse in die Hände. Nachdem sie die Hündin nach Hause geschafft und sich beide erholt hatten, beauftragte die Frau eine Elektrofirma mit Nachforschungen. Ergebnis: Der regenfeuchte Boden um den Mast hatte unter Strom gestanden, da die Leitung zur Weihnachtsbeleuchtung defekt war. Sie forderte Schmerzensgeld von der Gemeinde. Diese lehnte ab: Wahrscheinlich habe ihr Hund nur deshalb einen Schlag bekommen, weil er gegen den Mast uriniert habe.

Das Landgericht Bückeburg sah das allerdings anders. Inzwischen war bekannt, dass sich auch die Hunde anderer Leute in der Nähe dieses Mastes schreiend und zuckend am Boden gewälzt hatten. Die Stadt habe die Pflicht gehabt, das 220-Volt-Stromkabel regelmäßig zu überprüfen – die letzte Prüfung lag jedoch 20 Jahre zurück. Ein Urinieren des Hundes gegen den Mast könne ausgeschlossen werden: Denn es habe sich um eine Hündin gehandelt, und die würden nun einmal anders urinieren als männliche Tiere. Das hundekundige Gericht verurteilte die Gemeinde zur Zahlung.

Landgericht Bückeburg, Urteil vom 24.4.1997, Az. 2 O 277/96